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8. Ausgabe 2020 (20. Februar 2020)

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8. Ausgabe 2020 (20. Februar

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 8 Donnerstag, 20. Februar 2020 Regierungsrat 4 Landrat 8 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt mit der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 17– 20 Aus dem Linthgebiet 29 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Traumatisch? Wirklich! Kaum steht man auf, [schon sind sie dran, die Fernsehfrau, der Radiomann. Träumt man von dem, [was sie berichten, kann’s einem schnell den Tag [vernichten. * * * Noch duselt man im Schlaf dahin, stürmt das Corona-Virus ihn. Dafür ist Tidjane Thiam weg, mit einem «CS»-Goodbye-Scheck. * * * Grad war in Zug [noch Krypto-Valley, schon ist die Crypto [dort wohl fällig. Befragt man Kaspar Villiger? Und schwieg der früher williger? * * * Das war die Welt, nun die Region – im AH Sernftal kocht es schon. Es brodelt die Gerüchteküche. Gibt’s dort bald Food [ohne Gerüche? * * * Finanzinfra für Bahn und Strasse? Wohin führt das Braunwaldbahn- [trassee? Die IG kämpft, die AG ficht. Kommen die Gäste oder nicht? * * * Die Höhle Bartlis ist beschädigt – wird so ein Zwerg vom Bund [entschädigt? Derzeit ist die Erlebniswelt in Braunwald auf den Kopf gestellt. * * * In Näfels wehrt sich ein Anrainer gegen geplante Schulcontainer. Ihn stört vom Pavillon die Ecke, die Kinder bleiben auf der Strecke. * * * Auch bei der Telekom-Technologie schiesst der Nördler sich ins Knie. 5G soll kommen, schnell und heiss. Doch die Antennen legt er auf Eis. * * * Und in der Mitte – düü, daa, doo – setzt man aufs Klöntal-Postauto, will den Verkehrskollaps beenden. Doch wo kann das Postauto wenden? * * * Auch warten muss man in der Mitte: «Kanton blockiert [die Aeugstenhütte.» Ins Banngebiet kein Heli fliegt. Ob es an reifer Planung liegt? * * * Laut rauscht «Sabine» [im Blätterwald, die Zeitungsente lässt das kalt. Sex, Crime, Skandal – [wir bleiben dran, dank Radiofrau und Fernsehmann. ● FJ «Saturnalien» 2020 mit den «Hunghäfä Schwanden». Die Fasnacht ist keine Glarner Erfindung Von Umkehrritualen und Zeitreisen (Foto: FJ) Noch bis Anfang März herrscht im Kanton Glarus ein reges Fasnachtstreiben. Erste Belege für die Glarner Fasnacht gehen auf das 15. Jahrhundert zurück. Schon immer dazugehört haben, so der Näfelser Historiker Albert Müller, «das Vermummen und Verkleiden oder sich zu vermaschgärä». Mit dem Brauch, sich um die Zeit der Wintersonnenwende zu verkleiden, sind die Glarnerinnen und Glarner allerdings nicht allein. Das taten schon die Menschen im alten Rom. Im Dezember pflegte es bei den Römern jeweils hoch zu- und herzu - gehen. «Ganz Rom stand Kopf», beschrieb ein Chronist das Fest der «Saturnalien». «Die Sklaven gingen in der Tracht ihrer Herren spazieren und liessen sich bei Tisch von ihnen bedienen.» Gefeiert wurde kurz vor der Sonnenwende zu Ehren von Saturn, dem römischen Gott des Ackerbaus. «Fasnacht – die laute Schwester von Weihnachten» Bräuche solcher Art lassen sich bis heute auch in der Schweiz beobachten. Wenn im Glarnerland die Schulkinder unter lautem Glockengeläut ihre Runden um die Häuser drehen und in Urnäsch AR die Silvesterkläuse zum Teil in Frauenkleidern durch das Appenzeller Hinterland ziehen, wenn im Februar allenthalben zur Fasnacht getutet und geblasen wird, wenn am «Chalandamarz» Hunderte von «Schellenurslis» mit ihren Glocken die Engadiner Alpen er - zittern lassen oder später in Zürich der «Böögg» öffentlich verbrannt wird, dann steckt dahinter meist der Wunsch, die bösen Winterdämonen zu verjagen und die guten Frühlingsgeister anzulocken. In kälteren Regionen war die Sonnenwende schon immer ein Freudenfest gewesen: Die Nächte werden wieder kürzer, die Tage länger und wärmer, die Natur erwacht bald zu neuem Leben. Offensichtlich wurde sogar das Datum des Weihnachtsfests auf den 25. Dezember angesetzt, weil in diesen Tagen bereits in vorchristlicher Zeit die überall ersehnte Sonnenwende gefeiert wurde. Der Kabarettist Gabriel Vetter bezeichnete die Fasnacht denn auch kürzlich in einer Radiosendung als «laute, hässliche Schwester von Weihnachten». Das Pendel der Zeit zurückschwingen lassen Dass sich die Bräuche zur Vertreibung des Winters zwischen dem Ende des alten und dem Anfang des neuen Kalenderjahres angesiedelt haben, ist deshalb logisch. Beschrieben werden müsste aber noch, wie es dazu kam, dass die Menschen gerade im Rahmen der Fasnacht so gern in Rollen schlüpfen, die sie im normalen Leben nie spielten dürfen. In früheren Zeiten – wie heute noch in anderen Regionen dieser Erde – wurde «die Zeit» nicht als ein Strom gesehen, der gleich mässig dahinzieht, als Zeitstrom mit einem Ausgangspunkt und einem fernen Ziel. Die Zeit schwang in den Augen der Menschen vielmehr wie ein Pendel hin und her, wobei der Mensch durchaus eine gewisse Macht hatte, das Pendel in seinem Sinn zu beeinflussen. Wenn die Angehörigen des Gogo-Volkes in Tansania in einer Krisensituation ein Umkehrritual veranstalten, bei dem die Geschlechter nicht nur die Tracht, sondern auch ihre Rollen tauschen, dient diese Zere monie dazu, «die Zeit umzukehren». Denn für die Gogo hat die Zeit nicht die Form einer fortschreitenden Linie und auch nicht die Form von einem Zyklus: «Zeit» ist für sie Schwingung. Die Zeit kann dabei eine «gute» oder eine «schlechte» Richtung einschlagen. Indem die Gogo durch ihr Verhalten die Zeit «umkehren», sorgen sie dafür, dass die gefährdete Ordnung wieder hergestellt wird. Wer die Zeit als Schwingung zwischen zwei Polen versteht, kann sie anhalten oder umkehren, sodass das Pendel der Geschichte wieder zurückschlägt. Der Anthropologe Edmund Leach hält diesen Zeitbegriff sogar für den ursprünglichsten der Menschheit. In der Ethnologie werden Bräuche, bei denen die Menschen entgegen - gesetzte Rollen übernehmen, um «die Zeit umzukehren», unter dem Begriff «Umkehrrituale» zusammengefasst. «Bei Frömbden grosses Ergerniss» Während der Saturnalien im alten Rom durften die Diener für einen Tag lang die Herren spielen. Beliebt sind auch andere Formen von Rollentausch, vor allem jene zwischen Mann und Frau: Normalerweise dürfen bei den Ituri-Pygmäen in Kongo (früher Zaire) nur Männer die Lieder zu Ehren von Molimo, dem Geist des Waldes, singen. (Fortsetzung auf Seite 12) Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 22. Februar 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 23. Februar 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 22./23. Februar Dr.med. Andreas Kammerecker Spielhof 15, Glarus Telefon 055 640 85 80 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 22./23. Februar Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Buchholz Buchholzstrasse 48, Glarus Telefon 055 640 26 40 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr.

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