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1. Ausgabe 2018 (4. Januar 2018)

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Donnerstag, 4. Januar 2018 | Seite 8 Glarus Nord: Weiter mit Nutzungsplanung Am runden Tisch mit den Medien zog Gemeindepräsident Martin Laupper zugleich ein Fazit und wagte Ausblicke ins Jahr 2018. Der Gemeinderat von Glarus Nord war nicht überrascht über die Rückweisung der Nutzungsplanung an der Gemeindeversammlung, «wir haben den Widerstand gespürt», sagt Martin Laupper, Gemeindepräsident. Doch es werde weiter am Nutzungsplan gearbeitet. Die Herausforderung der zu grossen Bauzonen bleibe. Vor und an der Gemeindeversammlung sei das Baureglement zum Tummelfeld für Kritiker geworden. «Dabei war gerade dieses Baureglement ein innovativer Weg. Es wäre eine Chance gewesen, aber es ist uns nicht gelungen, die Versammlung davon zu überzeugen.» Trotzdem wurde – so Laupper – ein Prozess ausgelöst. Man habe die Rückweiser bereits zum Gespräch eingeladen und bleibe im Dialog. An der Nutzungsplanung wird weiter - gearbeitet, es werden neue Planungszonen erlassen und bestehende verlängert. «Wegen der bevorstehenden Wahlen werden derzeit alle Entscheide dazu gemeinsam gefällt, der Gesamt gemeinderat ist ein Steuerungsausschuss.» Im Perimeter des Flugplatzes Mollis sei man gut unterwegs, das Umnutzungsverfahren liege derzeit weder bei der Gemeinde, noch beim Kanton, sondern beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL). Der Baurechtsvertrag mit der zukünftigen Betreiberin, der Mollis Airport AG wurde durch die Gemeindeversammlung vom November genehmigt. Herausforderung Finanzen Zwar steigen die Steuererträge der Gemeinde weiter an. Besonders das sogenannte Ressourcenpotenzial sei gestiegen: Generierte man 2011 noch 3235 Franken Steuereinnahmen pro Einwohnerin oder Einwohner, waren es 2016 bereits 3840 Franken, also 13 Prozent mehr. Zudem seien 2016 fast die Hälfte aller im Kanton Glarus eingereichten Baugesuche in der Gemeinde Glarus Nord bearbeitet worden, die Einwohnerzahl per Ende November 2017 betrug 18 222, was gegenüber 2016 wiederum eine leichte Zunahme bedeutet. Trotzdem sei das betriebliche Ergebnis negativ, deshalb müsse man die Kosten so tief wie möglich halten und die Erträge steigern. «Auch das betriebliche Defizit der lintharena sgu schleppen wir mit», so Martin Laupper. Die entsprechende Steuererhöhung sei von der Gemeindeversammlung zwar verschoben worden, aber die Sensibilisierung für das Thema sei da. Zudem werde die Vorlage zur Sanierung der lintharena sgu der kommenden Landsgemeinde Glarus Nord unmittelbar betreffen. Auch der Memorials - antrag zum Hochwasserschutz habe direkte Auswirkungen auf die Finanzsituation. Zwischen 2011 und 2018 tätigte Glarus Nord Bruttoinvestitionen von 65 Mio. Franken, die Technischen Betrieb Glarus Nord 52,4 Mio. Franken. In die Infrastruktur von Glarus Nord wurden also in diesem Zeitraum 117,4 Mio. Franken investiert, was Nettoinvestitionen von 84,3 Mio. Franken entspricht. Identität der Dörfer stärken Neben einer starken Gemeinde will man auch die Identität der acht Dörfer stärken. Einerseits mit der Richt- und Nutzungsplanung, wo die Dorfkerne aufgewertet werden, andererseits durch die Förderung des Vereins - lebens. «Die Dörfer sollen sich wohl fühlen und Glarus Nord als Dach akzeptieren», so Laupper. Touristisch würden die Leistungsträger in Glarus Nord gut zusammenarbeiten. Hier warte man noch auf den Kanton. Wie wird sich der Kanton vermarkten? Wie werden die Leistungsträger Braunwald, Elm und Kerenzerberg eingebunden? Man wolle die Entwicklung des Kantons stützen und auf Stufe Gemeinde koordinieren. Beim Hochwasserschutz gehe es darum, die Problemstellungen flächendeckend zu lösen und insbesondere das System Rauti in den Griff zu bekommen. Insgesamt stellt Laupper fest, dass die Bürgerinnen und Bürger wieder erwachen, was gesamtgesellschaftlich positiv ist. ● FJ Didis Lädeli, Elm: Verabschiedung und Neueröffnung Didis Lädeli verabschiedet sich per 1. Januar 2018 nach über 60 Jahren Tätigkeit aus der Textil- und Modebranche. Wir freuen uns jedoch sehr, dass wir mit Nadia Freuler, eine junge und sehr engagierte Modefachfrau gefunden haben, die am Freitag, 26.Januar 2018, in unseren Lokalitäten ihr Geschäft Kaufrausch eröffnen wird. Wir wünschen Nadia von Herzen viel Erfolg und Freude und hoffen, dass sie auf viele treue Kunden zählen darf. Infolge Pensionierung verabschiede ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach vielen Geschäftsjahren in den Ruhestand. Eine Familiengeschichte geht zu Ende, in der ich mit meinen lang jährigen Angestellten mit viel Hingabe und auch Leidenschaft daran gearbeitet habe, den Kunden, Bekannten und Freunden unseres Hauses mehr zu bieten, als das man in dieser Branche für Geld kaufen kann. Wir haben in dieser Zeit viel erlebt, viel erzählt, sinniert und gelacht und nicht zuletzt auch viel gearbeitet. Darauf sind wir genauso stolz wie auf die besondere Verbundenheit und die lange währende Treue unserer Kunden. Dafür möchten wir uns bei Ihnen herzlich bedanken. ● Katharina Gamper-Rhyner und ihr «Didis Lädeli»-Team CVP des Kantons Glarus Neujahrsapéro Zum alljährlichen Neujahrsapéro im Foyer der Kantonsschule Glarus lud die CVP des Kantons Glarus am 29. Dezember ein. Präsident Peter Landolt begrüsste die Anwesenden, sah kurz auf das vergangene Jahr zurück und hielt Ausblick auf 2018. Die Fraktion war 2017 sehr aktiv und brachte sich bei den Geschäften z.B. für den Erhalt der Wasserzinsen aktiv ein. Auch auf Gemeindeebene wurde gute Arbeit geleistet. Über die Kantonsgrenzen hinaus beachtet war die Podiumsdiskussion im Vorfeld der Abstimmung über die Altersreform 2020 mit hochrangigen Referenten wie Nationalrätin Petra Gössi, Präsidentin FDP, und Nationalrat Gerhard Pfister, Präsident CVP, in Ennenda. Das kommende Jahr 2018 wird geprägt sein durch Wahlen. Regierungs- und Gemeinderäte werden am 4. März neu gewählt. Landammann Dr. Rolf Widmer stellt sich erneut für die Wahl in den Regierungsrat zur Verfügung. Von Seiten der anwesenden Parteimitglieder wurde seine Kandidatur an diesem Abend offiziell und mit grossem Applaus unterstützt. Die CVP ist stolz, einen so fähigen und erfolg - reichen Regierungsrat in ihren Reihen zu wissen. Für die Wahlen in die Gemeinderäte kandidiert Bruno Gallati als Gemeindepräsident und Gemeinderat für Glarus Nord und in Glarus die Vize-Gemeindepräsidentin Andrea Tummer. Weitere Kandidaturen sind in Abklärung. ● eing. Lieber (böser) FRIDOLIN Leserbrief: Comic-Projekt Mädchenheim Ich bin in Engi aufgewachsen und bin heute «ä urchigä Heiwehengeler». Wir wohnten in Engi in der Allmeind, direkt beim damaligen Mädchenheim. Zirka 30 Mädchen aus Italien lebten im Heim, einzig eine, Helvetia, kam aus dem Tessin. Alle arbeiteten in der Weberei Sernftal (heutige Weseta) und waren alle (ausser d’ Gurrä, die etwas älter war) sehr nett. Drei Nonnen hatten die Aufsicht und für den Gottesdienst gab es eine kleine Kapelle im Untergeschoss. Jeden Sonntag kam ein Pfarrer (mit einem kleinen FIAT) aus Schwanden und hielt eine Predigt und es wurde gesungen. Katholiken aus dem Chlytal besuchten den Gottesdienst. Alle arbeiteten in der Weberei, denn einheimisches Personal war nicht genug vorhanden. Einheimische hatten kaum Kontakt mit den Mädchen (Sprache) und wenn die Mädchen aus der Weberei nach Hause kamen, verschwanden sie sofort im Heim. Einzig zum Wäschewaschen mussten sie in die Waschküche, die in unserem Haus war. Ein Erlebnis bleibt mir lebenslänglich in Erinnerung. Oftmals musste ich im Spätherbst für unser Schwein in der den Schlafsälen gegenüber liegenden Küche «Härdöpfel» sieden. Da ist mir und einem Schulkollegen die Idee gekommen, gesottene Kartoffeln in die Schlafsäle und auf die Fenstersimse zu werfen. Das hatte zur Folge, dass es nach der Reklamation der Bewohner zwei, drei «Singälä» als Lohn gab. Ein Einwohner, der Witwer wurde, hatte das Glück, dass er eine Frau fand im Heim. All das war eine Zeit, an die man sich immer erinnert. ● Thes Marti, ä urchigä Heiwehengeler us Geroldswil

Donnerstag, 4. Januar 2018 | Seite 9 SCHATZchäschtli Für unsere Leserinnen und Leser steht das Schatzchäschtli kostenlos zur Ver fügung (auch mit Foto). Gratulieren Sie zu Geburtstag, Hochzeit usw. in der meistgelesenen Zeitung des Kantons Glarus. Für Lehr-, Schul- und Diplom - abschlüsse gilt ein besonderer Tarif. Bitte informieren Sie sich unter Telefon 055 647 47 47. Schwupadiwup oh grosser Schreck, dem Chrigeli lief die 9 auch weg, die 7, die vorne stand, ist über Nacht davon gerannt. Chrigeli sei nicht traurig, du wirst sehen, ab 80 ist es genau so schön. Chum zum glaubä, aber wahr, äm 5. Januar wird dr Raphaël 5 Jahr. Mit füfi bisch du schu ganz gross und äs isch immer supi öppis los. Etz isch änntli dinä Geburri dra und äs chännd viel Gschänggli bi dir a. So, etz nuch wagger fäschtä und für dini Zuäkunft nur das Beschtä. Das wünscht dir vu ♥-ä dis Gotti Von ganzem Herzen bedanken sich die Hasler Silvesterschellner bei allen Sponsoren und Gönnern. Wir wünschen Ihnen ein glückliches, frohes und gesegnetes neues Jahr. Im Namen Aller; Stefan Wirth Haslen Zum 25. Geburtstag alles Liebe und Gute. Grosseltern aus Glarus-Mitte Dreikönigstag im Glarnerland: Der Plastikkönig war eine Bohne Seit dem Mittelalter wählt man in vielen europäischen Ländern mit einem Kuchen den Bohnenkönig. In der Schweiz kommen lebensmittelechte Plastikkönige und -königinnen ins hunderttausendfach abgesetzte Hefegebäck. In welchem Weggli steckt wohl der König oder die Königin? (Foto: Adrian Michael, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0) Am nächsten Samstag ist es wieder so weit: Im Glarnerland wird – wie in der übrigen Schweiz – der Dreikönigstag begangen. Schon seit Tagen haben die Bäcker deshalb alle Hände voll zu tun. Insgesamt dürften mehr als eine Million Dreikönigskuchen über die Schweizer Ladentische gehen – und ebenso viele kleine und grosse gekrönte 90 Jahre Radiolegende Karl F. Schneider Die Radiolegende Karl F. Schneider feiert am 5. Januar in geistiger Frische und nach wie vor unermüdlichem Tatendrang seinen 90. Geburtstag. Seit 1973 wohnt Karl F. Schneider im Chielige in Linthal, seinem Lebensmittelpunkt und seinem Hort der Begegnungen und der Freundschaftspflege. Als aktiver Zunftmeister der Zunft zu Wiedikon von 1985 bis 1994 verdanken wir ihm, dass die Zürcher Quartierzunft bis heute eine gelebte Freundschaft und enge Verbundenheit mit dem Stand Glarus pflegen darf. Seither ist die Zunft zu Wiedikon quasi fest in Glarner Hand, denn auch der amtierende Zunftmeister Dr. Felix Blumer wie auch sein Vorgänger Kaspar Luchsinger sind Glarner Bürger. Die «Fraktion» Ehrenzunftmeister traf sich denn auch heuer wieder im Chielige zum Gedankenaustausch. Deine Nachfolger Dr. Hans Keller (rechts) und Kaspar Luchsinger (links) und die ganze Zunft zu Wiedikon gratulieren sehr herzlich zum hohen Geburtstag und wünschen dem Jubilar alles Gute für die Zukunft, vor allem gute Gesundheit. Der Samariterverein Näfels wünscht allen Mitgliedern, Gönnern, Freunden und Bekannten einen tollen Start im 2018 sowie alles Gute und viel Gfreuts. Euer Samariterverein Die Näfelser Turmbläser bedanken sich recht herzlich für das zahlreiche Erscheinen am 24. Dezember an den verschiedenen Spielorten und für den Zustupf in das «Spielerkässeli». Fürs 2018 wünschen wir euch gute Gesundheit, Glück und ganz viel Gfreuts. Pascal, Dani, Philipp, Roman, Flo und Andreas Häupter in den Familien das Zepter übernehmen. Denn seit dem Mittelalter wird mit diesem Kuchen der Bohnen - könig ausgelost. Dieser Brauch wurde in der Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Brotforscher Max Währen mit Unterstützung des Schweizerischen Bäcker- Confiseurmeister-Verbandes wiederbelebt, die Bohne ersetzte man durch eine kleine weibliche oder männliche Königsfigur aus Kunststoff. Uralter Brauch Schon die alten Römer hoben während ihrer Saturnalien (Ende Dezember) für einen Tag die gesellschaftlichen Schranken zwischen den Ständen auf. Sklaven wurden an diesem einen Tag von ihren Herren wie Gleichgestellte behandelt. Zwar gibt es nach der Spätantike eine achthundertjährige Lücke im Brauchtum, doch vom Hochmittelalter an wird in Klöstern, an Königshöfen und später selbst in den Siechenhäusern über alle sozialen Schranken hinweg ein Bohnenkönig gewählt. Dieser wurde entweder durch ein Los bestimmt oder durch eine Bohne, die in einem Kuchen eingebacken war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Brauch vielerorts verschwunden, doch mancherorts ist er inzwischen wiederbelebt. Heute sind Bohnenkönig und Dreikönigskuchen vor allem eine französische und eine Schweizer Tradition – also ausgerechnet in jenen Ländern, die sich schon lange von der Monarchie verabschiedet haben. ● FJ Arbeitsjubiläum bei der Glaronia Treuhand AG, Glarus Am 3. Januar 2018 konnte Frau Irma Gambarara ihr 15-Jahre-Arbeits - jubiläum bei der Glaronia Treuhand AG, Glarus, feiern. Die Geschäftsleitung und Mitarbeitenden gratulieren ihr ganz herzlich dazu. Frau Irma Gambarara trat am 3. Januar 2003 ihre Stelle als Kauffrau bei uns an. Sie ist verantwortlich für das Sekretariat und springt auch dort ein, wo es Engpässe gibt. Mit grossem persönlichem Engagement und Pflichtbewusstsein führt sie das Sekretariat der Glaronia Treuhand AG. Sie ist die gute Seele im Haus und steht der Geschäftsleitung und den Mitarbeitenden stets zur Seite. Ihre freundliche und hilfsbereite Art wird von allen sehr geschätzt. Es ist ihr sehr wichtig, den vielseitigen Anforderungen in ihrem Arbeitsumfeld stets gerecht zu werden. Die Geschäftsleitung und die Mitarbeitenden der Glaronia Treuhand AG danken Frau Irma Gambarara für ihren unermüdlichen Einsatz und die sehr angenehme Zusammenarbeit. Wir wünschen ihr in ihrem privaten und beruflichen Leben weiterhin alles Gute, viel Erfolg und vor allem Gesundheit. Glaronia Treuhand AG Beförderung bei der Raiffeisenbank Glarnerland Die Bankleitung der Raiffeisenbank Glarnerland hat beschlossen, Marco Demonti zum Kader-Mitglied zu befördern. Marco Demonti arbeitet seit Oktober 2013 bei unserer Bank und ist als Stv. Leiter Services unter anderem in den Bereichen Buchhaltung und Marketing tätig. Als Geldwäscherei-Beauftragter unterstützt er die Bank zudem bei der Verhinderung von Verstössen gegen die Bestimmungen der geltenden Geldwäschereivorschriften. Marco Demonti ist Bankkaufmann und hat vor seinem Eintritt in unsere Bank bereits langjährige Raiffeisen-Erfahrung gesammelt. Im Frühjahr 2014 hat er die Prüfung zum Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis erfolgreich bestanden. Mit seiner freundlichen und offenen Art unterstützt er die Bank tatkräftig und trägt aktiv zu ihrem Erfolg bei. Der Verwaltungsrat, die Geschäfts - leitung und die Mitarbeitenden gratulieren Marco Demonti zu seinem beruflichen Erfolg und wünschen ihm viel Freude und Befriedigung in seiner Arbeit. STEH -SATZ von Fridolin Jakober Mein Hamster Eigentlich wollte ich ja in meinem Kopf einen Kolumnisten engagieren, aber stattdessen wurde daraus ein Hamster. Nicht irgendein Hamster, sondern ein 6,8 Zentimeter langer und 22,5 Gramm schwerer Rodorowski-Zwerghamster, wie er die Wüstensteppe Gobi und die angrenzenden Wüsten Chinas und der Mongolei bewohnt. Täglich beklagt er sich über fehlenden Auslauf – er brauche laut Tierschutzverordnung mindestens 100 × 40 Zentimeter. Wenn ich dann antworte, dass mein Schädel überdurchschnittlich gross sei, kontert er mit seinem Lieblingsspruch: «Ich kritisiere nicht, ich stelle nur fest!» Täglich träufle ich mit einer Pipette etwas Wasser in mein Ohr und halte ihm mit einer Pinzette ein paar Hirsesamen hin – die mag er. Aber er ist lange nicht so bewegungsfreudig, wie ich mir das vorgestellt hatte. Wenn wir zum Beispiel zusammen trainieren – ich auf dem Heimtrainer, er in seinem Hamsterrad –, kommt es vor, dass ich tapfer weiterstrample, während er frech verkündet: «Bin schon da!» und sich in einer Ecke meines Schädels hinfläzt. Dann ruft er «Hopp, hopp! Sonst bringt das Training nichts!», und wenn ich schweiss überströmt stöhne, es sei jetzt aber genug, sagt er: «Ich kritisiere nicht, ich stelle nur fest!» Zudem ist er bereits unzufrieden mit mir als Gastgeber. «Nichts los in deinem Hirn! Keine Einfälle weit und breit! Mehr Sand hier als in der gesamten Wüste Gobi!» Für das kommende Jahr hat er eigene Pläne, er hat über eine Zeitungsannonce eine Hamsterdame namens Claudia Schiffer kennen - gelernt und möchte mit ihr eine Familie gründen. «In meinem Kopf?», frage ich und er prompt: «Wo denn sonst, du Hirni!» Jetzt weiss ich natürlich nicht, was Haustiere im Kopf tiefenpsychologisch bedeuten. Möchte ich einfach etwas Liebes, Pelziges, Kleines zum Streicheln bei mir haben? Oder habe ich mir bewusst einen kleinen, aber sehr spitzzüngigen Gegenspieler gewählt? «Du bist der hässlichste kleine Hamster, den ich kenne», pariere ich seinen Angriff und mache ihn zur Schnecke – wenn man denn Hamster zur Schnecke machen kann. Aber er sofort: «Immer gleich persönlich werden! Das zeugt nicht gerade von einem starken Selbstbewusstsein!» Zum Glück – denke ich – zum Glück haben Hamster eine kurze Lebenserwartung. Wahrscheinlich wird er diesen Sommer nicht überleben – und ich habe mich über seine Fressfeinde informiert. Letzthin waren wir zusammen im Zoo und haben eine Waldohreule gesehen, da ist er zum ersten Mal zusammen - gezuckt. Ich sofort: «Da hat aber jemand Angst vor Waldohreulen!» und er: «Hättest du auch, wenn du so gross wärst wie ich!» Da konnte ich dann ganz entspannt entgegnen: «Ich kritisiere ja nicht, ich stelle nur fest!» ●

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