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16. Ausgabe 2020 (16. APRIL 2020)

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16. Ausgabe 2020 (16. APRIL

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr.16 Donnerstag, 16. April 2020 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 6 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 15 +16 Aus dem Linthgebiet 27 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Journalistische Verantwortung Heutzutage ist Verantwortung etwas sehr Abstraktes geworden. Hohe Militärs, Wirtschaftskapitäne oder Politikerinnen übernehmen die Verantwortung für Dinge, die schief - gelaufen sind. Dabei geht leicht vergessen, dass Verantwortung für alle von uns etwas Persönliches ist – etwas, das wir zuerst einmal selber zu tragen haben, und zwar dort, wo die Arbeit und das Leben uns hingestellt haben. Wie Martin Leutenegger berichtet, musste SRF- Nahostkorrespondentin Susanne Brunner im vergangenen Monat eine wichtige Entscheidung treffen. Sie hätte nach Netstal in die Frühlingsferien fahren können. Doch es bestand die Gefahr, dass sie wegen der Coronavirus-Krise danach nicht mehr hätte nach Jordanien einreisen können. Andere Journalisten wären in ihrer Situation nach Hause gereist – aber sie nahm ihre Verantwortung wahr, indem sie die Stellung hält. Es gibt neben der juristischen Verantwortung und der persönlichen Verantwortung auch so etwas wie eine journalistische Verantwortung. Im Zeitalter von Fake News, Justfor-fun-Reiseblogs und Sensationsreportagen geht das leicht ver - gessen: die Journalistin zeigt die verborgenen Wahrheiten aus der Region, aus der sie berichtet. Sie wird im Nahen Osten zu unseren Augen und Ohren. Das bedeutet: mit den Menschen sprechen, Meinungen und Standpunkte einholen; schildern, wie die Lage vor Ort ist. Aus all diesen Standpunkten kris - tallisiert sich eine Wahrheit heraus, die etwas bedeutet und etwas ver - ändern kann. Nicht einfach ver - fassen, was die Leute lesen, hören oder sehen wollen. Auch nicht die Leute belehren und ihnen sagen, wie es sein soll. Es geht darum, zu sagen und zu schreiben, was ist. Gerade sind Karfreitag und Ostern vorbei und damit die Szene, wo Jesus vor den Hohepriester und danach vor Pontius Pilatus geführt wird. Die vier Evangelisten beschreiben dieses Geschehen in Jerusalem unterschiedlich. Was also ist die Wahrheit? In der Leidensgeschichte stellt Pontius Pilatus diese Frage. Heute ist es an Journalistinnen und Journalisten, sie zu stellen. Im Gegensatz zu Pontius Pilatus, der zugleich die Macht hatte, hinrichten zu lassen, braucht die Journalistin oder der Journalist nicht zu urteilen. Ihre Verpflichtung, ob in Jordanien, Israel oder in den palästinensischen Gebieten, ist es, genau hinzuschauen und das Geschehen so zu beschreiben, wie es dort ist. Darin liegt die Verantwortung der Journalistin oder des Journalisten, und deshalb ist es gut, dass Susanne Brunner weiter aus Amman berichtet. ● FJ SRF-Nahostkorrespondentin Susanne Brunner auf dem Souq in der Innenstadt von Amman (Jordanien). Glarner Frühlingsferien abgesagt Amman statt Netstal (Foto: © Thilo Remini) Susanne Brunner ist die Radiofrau, die seit vielen Jahren den Glarner Dialekt in die Schweizer Haushalte bringt. Seit 2018 ist sie als Nahostkorrespondentin von Radio SRF in der jordanischen Hauptstadt Amman stationiert. Wie kann sie aufgrund der gegenwärtigen Reise- und Ausgehbeschränkungen ihre Arbeit noch ausführen? Der FRIDOLIN hat mit ihr am Telefon darüber gesprochen. Eigentlich war der Flug bereits gebucht: Am 11. März wollte Susanne Brunner in die Schweiz fliegen, um zusammen mit ihrem in Netstal wohnenden Ehemann die Ferien zu verbringen. Die Folgen der Coronavirus- Krise waren allerdings bereits voraussehbar, sodass sie von der Chef - redaktion gebeten wurde, auf ihrem Posten zu bleiben – in der begründeten Befürchtung, dass die Korrespondentin sonst nach ihren Ferien nicht mehr ins Land gelassen würde. Eine Radiostimme seit 35 Jahren So ist die Glarnerin weiterhin fast täglich auf SRF3 zu hören, oder auf SRF1 im «Rendez-vous am Mittag» und im «Echo der Zeit», mit Berichten zum aktuellen Geschehen in einer Region, die weit über ihren Stützpunkt hinausreicht. Zu ihrem Gebiet ge - hören so unterschiedliche Länder wie Israel, die palästinensischen Gebiete, Ägypten, Libanon, Irak und Syrien, wobei sie für letzteres Land nie ein Visum bekommen hat. Ihre Stimme kennen fleissige Radio - hörerinnen und -hörer seit fast 35 Jahren: Die heute 55-jährige Susanne Brunner stiess 1986 zum Jugendsender DRS3, wechselte vorübergehend zum Fernsehen und trat anschliessend für SRF als Westschweiz- und USA- Korrespondentin in Aktion. Während fast 12 Jahren moderierte sie danach hauptsächlich von Bern aus das «Tagesgespräch» in der Mittagssendung von Radio SRF, bis sie im März 2018 die Koffer packte und ihren Posten in Amman antrat. «Die andere Seite kennenlernen» Weshalb gerade der Nahe Osten? Hätte es nicht ebenso interessante, aber weniger gefährliche Orte gegeben? «Im Jahr 2003, als die USA den Irak angriffen», so Susanne Brunner, «war ich in den Vereinigten Staaten und stellte fest, wie einseitig die Berichterstattung war. Gerne hätte ich deshalb auch ‹die andere Seite› kennengelernt. Als diese Korrespondentenstelle später frei wurde, habe ich mich beworben.» Dazu musste sie aber erst einmal die fremde Sprache lernen: In Bern nahm sie Unterricht in Hocharabisch, später absolvierte sie einen Sprachaufenthalt in Kairo und noch heute besucht sie in Amman – im Moment halt online – den Unterricht, um sich mit dem jordanischen Dialekt besser vertraut zu machen. Um ihre Sprachkenntnisse weiter zu verbessern, hat Brunner nun die beste Gelegenheit, denn auch sie ist von den Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit betroffen. Eines Freundes Pech war allerdings Brunners Glück: Weil der Gatte einer jordanischen Freundin wegen der Coronavirus- Krise im Süden des Landes blockiert ist, darf die Korrespondentin in deren Wohnung bleiben und kann von dort aus ihrer Arbeit nachgehen. «Augen und Ohren vor Ort» Das Mischpult und andere technische Utensilien musste Susanne Brunner zwar in ihrer Wohnung zurücklassen, doch, sagt sie, auf ihren Reportagereisen habe sie sich auch auf Laptop und Handy beschränken müssen. Für die Übermittlung ihrer Berichte in die Schweiz stehe ihr eine Radio-App zur Verfügung – womit auch die Frage geklärt ist, weshalb ihre Worte jeweils so klar und deutlich herüberkommen, imGegensatzzudenüblichenTelefon - interviews. Die Frage drängt sich aber auf, wie eine Korrespondentin, die ein halbes Dutzend Länder abdecken soll, ihrer Arbeit nachgehen kann, wenn sie am Reisen gehindert wird, wegen der lokalen Ausgangsbeschränkungen, aber auch, weil die Landesgrenzen geschlossen sind und es kaum mehr Flüge gibt. Brunners Vorteil: Nach zweijähriger Präsenz in der Region verfügt sie in jedem Land über ein Netzwerk von Kontakten: «Ich habe Augen und Ohren überall vor Ort», sagt sie. Und indem sie so engen Kontakt mit den Einheimischen habe, sei sie auch jederzeit darüber informiert, was «auf der Strasse» abgehe und wo die Probleme der Menschen lägen. (Fortsetzung auf Seite 7) Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 18. April 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 19. April 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 18./19. April Dr.med. Andreas Kammerecker Spielhof 15, Glarus Telefon 055 640 85 80 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 18./19. April Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. ABC-INSEKT.CH Schädlingsbekämpfung Insektenschutz nach Mass Homeservice Dienstleistungen Entsorgungen 055 440 33 77 im Notfall sind wir 24 h für Sie da.