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2. Ausgabe 2018 (11. Januar 2018)

Donnerstag,

Donnerstag, 11. Januar 2018 | Seite 6 Kaspar Krieg, Kandidat Gemeindepräsidium Glarus Nord: Kontakt zur Basis Am 4. März 2018 wählt die Bevölkerung von Glarus Nord den Gemeinderat und einen neuen Gemeindepräsidenten. Der FRIDOLIN stellt die Kandidaten für das Gemeindepräsidium im Interview vor. Das Gespräch mit Kaspar Krieg, SVP, Niederurnen. Kaspar Krieg, SVP, Niederurnen. (Foto: FJ) Herr Krieg, warum sind Sie der richtige zukünftige Gemeindepräsident von Glarus Nord? Mit der Lebenserfahrung, die ich heute habe, und mit dem Kontakt zur Basis, den ich zu allen Schichten habe, bin ich der Richtige. Ich habe Kontakt zum Landwirt, zum Arbeiter, zum Unternehmer, zum Gewerbetreibenden, und stelle fest: es ist nicht gut, wie gewisse Dinge laufen. Viele sind Theoretiker, aber sie spüren die Leute nicht mehr. Einiges davon kommt in Leserbriefen zum Ausdruck. Während man als Landrat die Gesetze erlässt, ist man als Gemeinderat und als Gemeindepräsident mit dem Volk verbunden und kann direkt auf seine Anliegen eingehen. Deshalb will ich mich für die Gemeinde einsetzen. Wo steht die Gemeinde heute und wohin sollte sie sich – nach Ihrer Vision – bewegen? Die Gemeinde heute: Es ist soweit alles aufgebaut nach der Gemeindestrukturreform. Jetzt gibt es viele Anpassungen zu machen. Wir haben das Parlament abgeschafft, auch in der Verwaltung braucht es Anpassungen. Ich höre oft, dass Leute sagen: Die Abschaffung des Parlamentes war ein Fehler. Wiedereinführen geht aber nicht mehr. Doch wir müssen die Bürgerinnen und Bürger in die Entscheidungsfindung mit einbeziehen. Sie brauchen ein Gefäss, um sich von Beginn an einzubringen. Früher waren es 33 Parlamentarier, das hat vieles aufgenommen. Jetzt haben wir die GPK, doch auch diese hat momentan Schwierigkeiten, ihre Rolle zu finden, wie es am Anfang mit dem Parlament war. Meine Vision und mein Ziel ist es, dass wir in einer Gemeinde leben, die zeitgemässe Infrastrukturen, Schulen, ein saniertes, gutes Hallenbad hat und steuermässig im schweizerischen Mittelfeld liegt. Wir brauchen nicht die Günstigsten zu sein, denn wir Bürgerinnen und Bürger zahlen Steuern, damit in dieser Gemeinde ein An gebot geschaffen werden kann, das unsere Bedürfnisse erfüllt. Auch muss der Gemeinderat mehr Vertrauen zur Bevölkerung herstellen. Wo orten Sie derzeit die grössten Herausforderungen in der bevölkerungsreichsten Gemeinde des Kantons? Die grossen Herausforderungen sind die Nutzungsplanung und die Fin anzen. Mit dem Flugplatz sind wir auf der Zielgeraden – das wird zum Laufen kommen. Alle anderen Auf - gaben erscheinen mir machbar. Aber bei der Nutzungsplanung liegen die Interessen diametral auseinander. Man wird erst in ein paar Jahren sehen, was wirklich richtig ist. Das Instrument der Gemeindeversammlung ist für eine Nutzungsplanung nicht geeignet. Es ist derzeit fraglich, ob irgendeine Nutzungsplanung eine Chance hat. Man hat zu wenig daran gedacht, dass solche Fragestellungen für die Gemeindeversammlung sehr schwierig sind. Welches sind – aus Ihrer Sicht – die grössten Chancen von Glarus Nord? Glarus Nord ist eine aufstrebende Gemeinde. Die Grösse, die wir haben – damit kann man sehr gut arbeiten. Vom Ertrag sind wir derzeit schlechter als andere aufgestellt, das wird sich aber ausgleichen. Sowohl aus dem Süden wie aus der Region Zürich haben wir Zuzüger. Das gibt uns die Chance, Projekte zu verwirklichen. Wir sind angebunden ans Linthgebiet und verfügen über ebenen Boden, aber auch über Berglandschaft bis zum Rauti und zum Schiltgebiet hinauf. Wenn meine Tochter oder andere Gäste aus dem Ausland hier sind, höre ich oft, an welch schönem Ort wir wohnen. Das ist eine Chance für uns. Wir können den Leuten alles bieten, vom fast autofreien Niederurner Täli bis zum Flachland. Was verbindet Sie mit Glarus Nord? Es ist meine Heimat. Ich bin in Niederurnen aufgewachsen und möchte nirgends sonst wohnen. Das ist einer der Gründe, warum ich für den Gemeinderat und das Gemeindepräsidium kandidiere. Ich will den Kontakt mit der Bevölkerung und kenne von Ziegelbrücke bis Mollis und von Bilten bis Mühlehorn fast jede Ecke. Man muss die Gegebenheiten genau kennen, damit man abschätzen kann, welche Auswirkungen gefällte Entscheide auf die Bürgerinnen und Bürger haben. Deshalb schaue ich mir die Gemeinde an, jeden Winkel, mache oft noch eine Runde mit dem Velo. Und ich suche den Bürgerkontakt und unterhalte mich gerne mit den Menschen. Denn jeder Entscheid hat positive und negative Konsequenzen. Anstatt ausschliesslich anhand von Plänen zu entscheiden, muss man mit den Leuten reden, zuhören und sich von ihnen beraten lassen. So kann manches vermieden werden, was später zu Fehl - entscheidungen und Kosten führt. ● FJ Solaranlagen F. Hösli, 8762 Schwanden Telefon 055 64410 06 www.f-hoesli-ag.ch Vorstoss Memorialsantrag betreffend «Wildruhezonen» Sehr geehrte Damen und Herren Regierungsräte Gemäss dem uns Bürgern in Artikel 58 der Kantonsverfassung gewährten Recht stelle ich nachstehenden Memorialsantrag in der Form einer allgemeinen Anregung: Die gesamte Fläche der Schongebiete und Schutzzonen soll im Interesse der Attraktivität des Kantons als Lebensraum und Tourismusregion auf ein sinnvolles und erträgliches Mass reduziert werden. Ich bitte Sie, meinen Erwägungen Folge zu leisten und diesen dem Landrat zur Beschlussfassung über Zu - lässigkeit und Erheblichkeit zu unterbreiten. Antrag Gemäss Artikel 58, Absatz 3, der Kantonsverfassung stelle ich folgenden Memorialsantrag in der Form einer allgemeinen Anregung: Wahlforum 2018 Gemeinderatswahlen Glarus: Damit Sie die Wahl haben! Hansjörg Schneider kandidiert für einen Gemeinderatssitz in Glarus. (Foto: zvg) FEUERWEHR TELEFON 118 Die Geschäftsleitung der SP der Gemeinde Glarus freut sich zuhanden der Parteiversammlung vom Dienstag, 16. Januar, Hansjörg Schneider als Gemeinderat für die Wahlen vom 4. März 2018 zu portieren. Die Geschäftsleitung der SP Glarus ist überzeugt, der Parteiversammlung jene Persönlichkeit als Kandidat für den Gemeinderat zu empfehlen, den die Gemeinde im Moment braucht. Der 52-jährige Hansjörg Schneider kandidiert für die SP Glarus als Gemeinderat. Er lebt seit seiner Schulzeit in Netstal. «Die Gemeinde Glarus bietet ihren Einwohnerinnen und Einwohnern einen attraktiven Lebensund Wirtschaftsraum. Dazu gilt es Sorge zu tragen. Gleichzeitig muss man offen sein für anstehende Veränderungen», ist er überzeugt. ● pd. Begründung 1. Verhältnismässigkeit Gemäss den Grundsätzen rechtsstaatlichen Handelns muss staatliches Handeln im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sein. Im Kanton Glarus sind gut 19 Prozent der Kantonsfläche als eidgenössische Jagdbanngebiete und weitere 10 Prozent als kantonale Wildruhezonen ausgeschieden und dürfen darum im Winter mit Ausnahme einiger vor - gegebener Routen nicht betreten werden. Gemäss Reinhard Schnidrig, dem obersten Wildschützer der Schweiz, sind im Berggebiet jedoch nur 6 Prozent der Fläche eidgenössische Jagdbanngebiete und 4 Prozent Wildruhezonen. Wenn nun im Kanton Glarus fast die dreifache Fläche gesperrt ist, darf, ja muss man die Verhältnismässigkeit dieser Massnahmen in Frage stellen. Es ist ja nicht so, dass bei 30 Prozent geschützter Fläche die restlichen 70 Prozent für den Wintersport nutzbar sind. Das Talgebiet ist für Schneeschuhwanderer und Skitourengänger nicht relevant. Die Gebiete mit einer Hangneigung von über 30 Grad sind für Skitourengänger kaum und für Schneeschuhwanderer gar nicht begehbar und eine Reihe von Hochflächen sind im Winter nicht zu er - reichen, weil der Zustieg zu gefährlich wäre. Zieht man von der verbleibenden Fläche noch die ausgeschiedenen Schutzgebiete ab, so bleibt für den Wintersport nicht mehr viel übrig. 2. Notwendigkeit Gemäss «Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSV)» können Wildruhezonen erlassen werden, wenn es für den ausreichenden Schutz der Wildtiere erforderlich ist. Die Verordnung verlangt also ausdrücklich, dass der Erlass von Wild - ruhezonen erforderlich sei. Es ist nicht einzusehen, dass das Schutzbedürfnis des Wildes aus gerechnet in unserem Kanton derart unverhältnismässige Einschränkungen erfordert. Immerhin sind bei uns die Schalenwildbestände so gross, dass die Jagdverwaltung jedes Jahr Mindest - abschusszahlen festlegen muss. Und beim Rothisch sind sogar Nachjagden bis weit in den Winter hinein gang und gäbe. Bei den Raufusshühnern, vor allem beim Auerhuhn, sind die Bestände kleiner geworden. Das aber nicht erst in neuester Zeit, sondern spätestens seit den Fünfzigerjahren. Also lange bevor es überhaupt Schneeschuhwanderer gab. Als Hauptursache vermutet die Forschung die veränderte Waldbewirtschaftung. Weniger Pflegeeingriffe und mehr Unterwuchs machen es Marder, Dachs und Fuchs leicht, die Gelege der bodenbewohnenden Arten zu plündern und deren Kücken zu erbeuten. Skitourengänger und Schneeschuhwanderer spielen dabei eine ver - nachlässigbare Rolle. Für sie ist das Habitat der Auer- und Birkhühner – bestockte Wald- und Waldrandgebiete – schlecht oder gar nicht begehbar und deshalb völlig uninteressant. Ein öffentliches Interesse an derart ausgedehnten Schutzzonen, wie sie jetzt festgelegt sind, ist offensichtlich nicht gegeben. Hingegen gibt es ein öffentliches Interesse, den Tourismus zu fördern, und hier insbesondere den natur nahen sanften Tourismus, für den sich unser Kanton besonders gut eignet, und der kaum Infrastrukturkosten er - fordert. Gerne verweise ich darauf, dass Bergführer Ernst Marti, Elm, dessen Winterprogramm bis vor Kurzem vor allem Touren im Kanton umfasste, wegen all den Einschränkungen neuerdings weitgehend auf lokale Angebote verzichtet. 3. Weitere Erwägungen Im Kanton Glarus sind schon seit langer Zeit grosse Flächen als Jagdbanngebiete ausgeschieden und wurden später als eidgenössische Jagdbanngebiete deklariert. Letzteres vornehmlich aus finanziellen Gründen: Der Bund vergütet den Kantonen pro 20 km 2 21000 Franken im Jahr. Lange Zeit gab es in diesen Gebieten ausser dem Jagdverbot kaum Einschränkungen. Erst im Jahr 1991 wurde in der «Verordnung über die eidgenössischen Jagdbanngebiete (VEJ)» in Artikel 5, Absatz 1 g Skifahren ausserhalb von markierten Pisten, Routen und Loipen verboten. Gemäss dieser Verordnung wäre dort Schneeschuhwandern übrigens über - all zulässig. Trotz den ohnehin schon grossen Jagdbanngebieten wurden per 2017 noch eine ganze Reihe zusätzlicher Wildruhezonen für die Freizeitnutzung im Winterhalbjahr gesperrt. Mit dem Ergebnis, dass offiziell zwar «nur» knapp 30 Prozent, faktisch aber weit über die Hälfte des für touristische Aktivitäten nutzbaren Kantonsgebietes im Winter mit Begehungsverbot belegt ist. 4. Schluss Es darf nicht sein, dass Glarus als «Verbotskanton» wahrgenommen wird. Ein «Betreten verboten» in weiten Teilen der Gebirgslandschaft widerspricht der althergebrachten Tradition der sinnvollen Nutzung des öffentlichen Raumes und beeinflusst das Image des Kantons in der Schweiz negativ. Im Interesse der Attraktivität des Kantons als Lebensraum und Tourismusregion sollte deshalb die Summe der gesperrten Flächen auf ein sinnvolles und erträgliches Mass reduziert werden. Ein möglicher Ansatz wäre, den Artikel 7, Absatz 4, des kantonalen Jagdgesetzes durch einen Passus im Sinne des nachstehenden Satzes zu ergänzen: «Die gesamte Fläche der Schongebiete und Schutzzonen orientiert sich an jener vergleichbarer Kantone oder Regionen.» ● Peter Straub, Näfels Gemeinderatswahlen Glarus Nord: Roger Schneider will auch Gemeindepräsident werden Wie die FDP Glarus Nord vermeldet, stellt sich Roger Schneider, der sich zuvor 2016 aus beruflichen Gründen aus dem Gemeinderat zurückgezogen hat, nun als Kandidat für das Gemeindepräsidium Glarus Nord zur Verfügung. Roger Schneider, Mollis. (Fotos: zvg) Schneider ist 49 Jahre alt und lebt mit seiner Partnerin Andrea Antonietti, Gemeindeschreiberin Gla rus Nord, in Mollis. Er ist Mitglied des Landrats und seit 2014 Vizepräsident der Kommission Bildung, Kultur und Volkswirtschaft. ● pd. Als Gemeinderätin kandidiert die 58-jährige Cornelia Schmid, Kauffrau, Bilten.

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