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21. Ausgabe 2020 (20. Mai 2020)

Mittwoch,

Mittwoch, 20. Mai 2020 | Seite 16 Amtlich verordnete Namensänderungen verursachen Ärger Aus Martin wird Urs Ein Berner will bei der Glarner Kantonalbank ein Konto eröffnen und erhält plötzlich einen anderen Namen. Das ist ärgerlich. Allerdings kann die Bank nichts dafür. Schuld ist eine Gesetzesänderung auf Bundesebene. Alles «Martin» – oder was? Zumindest bei den älteren Glarnerinnen und Glarnern gibt es wohl niemanden, der die kürzlich verstorbene Radiolegende Elisabeth Schnell nicht gekannt hätte. Doch sogar sie musste im hohen Alter erleben, dass ihr von Amtes wegen ein anderer Name verpasst wurde: Nachdem ihre ID gestohlen worden war, hiess sie auf der neuen Karte plötzlich «Marie». «Ich heisse Elisabeth Schnell, seit fast 90 Jahren!», empörte sie sich. Zuerst habe sie an einen Fehler geglaubt, doch dem sei nicht so gewesen: Ihren angestammten Vornamen hätte sie nur zurückerhalten, wenn sie vor Gericht eine Namensänderung beantragt hätte. «Solche Situationen kommen immer wieder vor», wurde ihr im Zürcher Passbüro erklärt, aber: «Wir können nichts machen. Wir halten uns nur an die Vorschriften.» Buchen unter falschem Namen Die gleiche Erfahrung machte eine betagte Bündnerin: Man kann zwar nicht behaupten, diese Sache habe Julia Blumenthal mit 102 Jahren «ins Grab gebracht», aber «fast zu Tode geärgert» hatte sie sich in ihren letzten Lebensjahren dennoch: Ihr langes Leben lang war sie mit ihrem richtigen Vornamen «Julia» angesprochen und angeschrieben worden, bis gemäss einer neuen Verordnung ihr zweiter Vorname als Hauptname an die erste Stelle gerückt wurde. Meistens fängt es jeweils damit an, dass ein neuer Pass oder eine neue Identitätskarte (ID) gemacht werden muss. Danach wird es schon schwierig, denn bei jeder Flugreise muss sowohl im Pass wie auf dem Flugbillett exakt der gleiche Name stehen. Ist ein Visum nötig, darf es auch dort keine Abweichung geben. Der oder die Reisende ist also gezwungen, mehrmals einen Namen anzugeben, der in Wirklichkeit nicht der richtige ist und vom eigenen abweicht. Ist der «falsche» Name einmal im schweizerischen Namensverzeichnis (Foto: Martin Leutenegger) registriert, nimmt das böse Spiel seinen Lauf: Als Erstes werden die eidgenössischen Abstimmungsunterlagen an «Marie Schnell» und «Maria Blumenthal» zugestellt, deren Briefkästen weiterhin mit «Elisabeth» und «Julia» angeschrieben sind. Mit der Zeit wird auch die kantonale Steuerrechnung falsch adressiert, bis der Fehler zuletzt auf Gemeindeebene angekommen ist. Oder eben im privaten Bereich, wie bei der Eröffnung eines Bankkontos. «Verschiedene Namen sind nicht üblich» «Ich möchte bei Ihnen gerne ein Konto eröffnen», sagt der zugezogene Berner am Schalter der Glarner Kantonalbank (GLKB) in Schwanden. Und er betont: «Obwohl in meinem Pass ‹Urs› steht, so beachten Sie bitte, dass ich ‹Martin› heisse und auch das Konto auf diesen Namen lauten soll.» Wenige Tage später erhält der potenzielle Kunde die Bankunterlagen – ausgestellt auf: Urs Martin! Der Kunde schreibt der Bank noch in der Nacht: «Ich hatte bei der Kontoeröffnung darauf hingewiesen, dass ich auf meinen Dokumenten – und erst recht auf der Bankkarte – kein ‹Urs› lesen möchte. Das scheint bei Ihnen untergegangen zu sein. (Ich weiss, dass der Verwaltungsratspräsident Ihrer Bank Martin Leutenegger heisst. Aber ich denke, man wird uns nicht verwechseln.)» Die GLKB-Kundenberaterin Romina Walder meldet sich am nächsten Tag: Für den Umstand, dass das Mietzinsdepot bei der gleichen Bank auf den richtigen Namen «Martin» lauten darf, hat sie eine Erklärung. Aber: «Eine Kontobeziehung muss gemäss Identitätsausweis eröffnet werden. Wir stützen uns dabei auf unseren Rechtsdienst und die Compliance- Abteilung. Wenn Sie auf einem Ausweis Urs Martin und auf dem anderen Ausweis Martin heissen, kann die Bank nichts dafür. Eigentlich ist es auch nicht üblich, dass man auf den Ausweisen verschieden heisst.» Jetzt macht es «klick» Genau, so etwas sollte nicht üblich sein. Kommt aber seit der eidgenössischen Gesetzesänderung laufend vor. «Herr Martin» lässt der GLKB Fotos mit mehr als einem Dutzend Karten zukommen, die alle auf «Martin» lauten: andere Banken, Kreditkarte, Postfinance, Krankenkassen- und AHV-Ausweis, SwissPass der SBB und auch die Kundenkarten von Migros, Manor und Coop: Überall nur «Martin». Sogar auf dem Führer - ausweis gibt es nur einen einzigen Vornamen: «Martin». Jetzt macht es bei der Kantonalbank «klick» und sie schreibt: «Kommen Sie einfach an den Schalter und weisen Ihren Führerausweis vor. Wir werden die bereits eröffneten Unterlagen auf den Namen gemäss Führerausweis abändern und bestellen eine neue Karte. Das Konto bleibt das gleiche.» GRB Glarner Regionalbank: «Roman antwortet nicht.» Das freut den Antragsteller, doch er möchte wissen, wie es andere Finanz - institute mit den jeweiligen Kundennamen handhaben. Die Frage geht zuerst an die GRB Glarner Regionalbank, aber dort läuft etwas schief: Anstatt die Frage an «Roman» weiter - zuleiten, kommt das E-Mail an den Absender zurück, mit dem Text: «Hallo Roman, wollen wir hier antworten?» Der Fragesteller schreibt zurück: «Ihre Frage an Roman ging an die falsche Adresse.» Später eine zweite Erinnerung: «Ich glaube, Roman will mir nicht antworten. Vielleicht überlegt er es sich noch anders.» Aber von Roman und seinem Kollegen war nie mehr etwas zu hören. Bei der Raiffeisenbank wäre das Vorgehen nicht anders als bei der GLKB: Für alle Finanzinstitute gälten das Geldwäschereigesetz und die Vereinbarung der Sorgfaltspflicht bei den Banken (VSB). Darin werde verlangt, Kunden zu identifizieren und eine Kopie des amtlichen Ausweises aufzubewahren. Auf den Karten müsse der offizielle Name verwendet werden; die Erfassung von Ruf- oder Spitznamen sei nicht mehr möglich. Stellungnahme der GRB Glarner Regionalbank Tatsächlich hat sich die GRB Glarner Regionalbank bei der Beantwortung dieser Anfrage, welche sie über die Info-Mailbox erhielt, nicht von ihrer besten Seite gezeigt. Die Anfrage wurde intern falsch weitergeleitet und blieb letztlich gänzlich unbeantwortet. Dies entspricht in keiner Art und Weise den Ansprüchen der GRB Glarner Regionalbank, da wir jede Anfrage zeitnah und zur vollsten Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden bearbeiten wollen. Doch auch wir sind nicht fehlerlos und so bleibt «Roman» am Ende nur, sich im Namen der GRB Glarner Regionalbank für diese Verkettung unglücklicher Umstände zu entschuldigen. ● Roman Elmer, Vorsitzender der Geschäftsleitung Postfinance nimmt es lockerer Etwas lockerer scheint es bei Post - finance zuzugehen: Auch hier werden zwar «Kundinnen und Kunden grund - sätzlich entsprechend der Codierzeile im Ausweisdokument erfasst. Daher werden auch immer alle Vornamen erfasst.» Aber: «Wünscht der Kunde, dass sein Name anders erfasst wird, kann dies unter bestimmten Voraussetzungen umgesetzt werden. [...] Ist in den amtlichen Ergänzungen im Schweizer Pass ein Rufname ein - getragen und der Kunde wünscht dessen Erfassung, kann der Rufname anstelle des Vornamens erfasst werden.» Die Frage drängt sich auf: Wer ist dafür verantwortlich, dass nicht mehr der richtige Vorname, sondern einfach der erste in der – manchmal langen – Reihe als «amtlicher Name» bestimmt wird? Das Passbüro des Kantons Glarus leitet die Frage an das Bundesamt für Polizei (Fedpol) weiter. Dieses antwortet, dass das Ausweisgesetz von 2003 «in vielen Gemeinden und Kantonen nicht konsequent gehandhabt wurde. Oft wurde der Name eingetragen, mit dem die Person im Dorf bekannt war. Mit dem Inkrafttreten des Ausweisgesetzes wurde auch das zentrale Informationssystem für Ausweisschriften eingeführt. Seither wurden die rechtlichen Vorgaben konsequent umgesetzt.» Es freut sich das Rote Kreuz Jetzt müsste man nur noch wissen, wer überhaupt auf die hirnverbrannte Idee mit den vertauschten Vornamen gekommen war. Und ob es rechtlich in Ordnung ist, dass ein Name, der bei Schutzmassnahmen in Schulen der Gemeinde Glarus Hauptfaktor Hygiene Geburt und Taufe als Rufname an - gegeben wurde, nach Jahren unter den Tisch fällt, wogegen irgendeine un - geliebte Ergänzung zum «amtlichen Namen» erklärt wird. Florian Näf, Mediensprecher der Fedpol, wollte diese Frage nicht mehr beantworten. Eine Solothurnerin liess sich die erzwungene Namensänderung nicht bieten und zog ihren Fall durch alle Instanzen. Vor vier Jahren blitzte sie jedoch auch beim Bundesgericht ab. Froh ist einzig das Rote Kreuz, dass der Name seines Gründers Jean Henry Dunant noch vor dem Inkrafttreten der eidgenössischen Namensverordnung für immer und ewig festgelegt wurde. Deshalb heisst dieser weiterhin Henri Dunant, und nicht Jean oder Hans. ● Urs Martin Leutenegger Seit Montag, 11. Mai, gehen die Kinder und Jugendlichen im Kanton Glarus wieder in die Schulen und konkret in ihre Klassenzimmer. Dies war aber nur möglich, weil Schutzmassnahmen umgesetzt wurden, wie die Gemeinde Glarus am vergangenen Freitag, 15. Mai, aufzeigte. Regelmässige und gründliche Reinigung ist der Hauptfaktor. Für die Bilder von Schulleiter Lorenzo Conte und Hauptabteilungsleiter Martin Fridolin+ App downloaden und Bild scannen. (Fotos: jhuber) «Priorität hat der Schutz der Kinder und der Lehrpersonen», erklärte Hauptabteilungsleiter Bildung und Familie Martin Bilger, am Freitag, 15.Mai, am Beispiel der Schule Erlen den Medien. Auf der Grundlage von Verordnungen von Bund und Kanton wurde ein Massnahmenkatalog er - arbeitet, welcher an den einzelnen Schulstandorten umgesetzt wurde, damit die Kinder wieder richtig in die Schule gehen konnten. In der Zwischen zeit fand der Unterricht digital und zu Hause statt. Es sei eine gewisse Gratwanderung, meinte Bilger weiter. Damit Unterricht möglich sei, aber auch die Verbreitung des Coronavirus möglichst unterbunden werden könne. Die wichtigsten Aspekte hier seien vor allem die Hygiene und die Unterbindung der Durchmischung der einzelnen Klassen. «Dies beginnt schon vor dem eigentlichen Unterricht», führte Lorenzo Conte, Schulleiter Primarschulen Glarus, aus. So empfängt jede Lehrperson ihre Klasse vor Schul beginn auf dem Pausenplatz, an - schliessend gehen die Klassen ge - staffelt ins Gebäude und zu ihren Zimmern. «Dies auch, weil der Platz in den Gängen und den integrierten Garderoben begrenzt ist.» Zudem könne die Lehrperson so das Händewaschen zum Unterrichtsbeginn kontrollieren. Das Händewaschen findet dabei in jedem Zimmer einzeln statt, auch um eine Kontamination auf den Handläufen und anderen Ablagen im Korridor zu vermeiden. Die Trennung der Klassen wird in den Pausen mit separaten Bereichen aufrechterhalten; zusätzliche Pausenaufsichten stellen sicher, dass dies eingehalten wird. «Je nach persönlichem Sicherheitsempfinden konnten die Lehrpersonen zusätzliche Bedürfnisse wie Masken, Schutzvisiere oder Plexiglasscheiben anmelden», erklärte Bilger weiter. Da dies aber in allen Schulen in der ganzen Schweiz zum gleichen Zeitpunkt geschehen ist, kam es zu Liefer - verzögerungen, und somit konnte zum Start noch nicht allen Bedürfnissen komplett entsprochen werden. An passungen braucht es auch beim Turn- und Musikunterricht, da hier der Luftausstoss der Unterrichtsmaterie entsprechend höher ist. «Aktuell verzichten wir im Turnen auf sogenannte Kontaktsportarten wie Fussball, da hier der Abstand nicht realistisch eingehalten werden kann», schildert Conte weiter. Zudem werden hier die Garderoben und Duschen noch nicht benutzt. Wenn Turnunterricht auf dem Stundenplan steht, kommen die Kinder in ihrer Turnbekleidung in die Schule. Geduscht wird zu Hause. Beim Musikunterricht werde der Schwerpunkt mehr auf die Theorie gelegt und das eigentliche Singen – wenn möglich – im Freien durchgeführt. «Je jünger die Kinder, desto schwerer ist es, immer den Abstand zu wahren.» Da muss mal bei der Jacke oder beim Schuhebinden geholfen werden, oder man muss helfen, wenn jemand zum Beispiel stürzt und sich eine Schramme einfängt. Bilger dankte zum Abschluss der kurzen Besichtigung dem Gebäudeunterhalt. Die Mitarbeiter sind aktuell ständig unterwegs und desinfizieren die neuralgischen Stellen in allen Schulgebäuden der Gemeinde. Grundsätzlich zeigte er sich sehr glücklich, wie der Unterrichtsbeginn unter den speziellen Bedingungen angelaufen sei, dies auch dank der Unterstützung der Eltern, welche aktuell sehr auf den auch sonst nicht so gern gesehenen Taxidienst verzichten. Auch wurde nur eine Handvoll Kinder durch ihre Eltern vom Unterricht ferngehalten. Nicht nur er freue sich aber wohl sehr, wenn schon bald wieder ganz normal Schule sein kann. ● Jürg Huber FEUERWEHR TELEFON 118

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