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22. Ausgabe 2020 (28. Mai 2020)

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22. Ausgabe 2020 (28. Mai

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 22 Donnerstag, 28. Mai 2020 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 6+8 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 18 – 20 Aus dem Linthgebiet 31 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Sicher oder frei? In den vergangenen Wochen richteten sich die Blicke aller nach Bern, von wo uns in den unsicheren Zeiten des Coronavirus Hilfe kommen sollte. «Lockdown» hiess: weniger individuelle Freiheit, aber sicheres Überleben für fast alle. Inzwischen sucht der eine oder die andere das Heil wieder auf der Strasse. Während die «brave» Ostschweiz noch fragt, wie man – bitte schön – mit zwei Metern Minimalabstand Unterschriften sammelt, bolzen «böse» Lausanner und Genfer bereits wieder auf dem Rasen, als hätte es nie eine Infektionsgefahr ge - geben. Sind das jetzt kulturelle Unterschiede? Ist das Sportföde - ralismus? Das Glarnerland – weithin Musterknabe in Sachen direkte Demokratie – hofft, dass im September die Landsgemeinde statt - finden kann, und schliesst seine touristischen Perlen für den Individualverkehr, sobald die Parkplätze belegt sind (wegen der sicheren Zufahrt für die Rettungsdienste). Doch «frei und sicher gleichzeitig» geht nicht. Man kann nicht einen sicheren Parkplatz und sichere Zufahrten bis zum Obersee und zum Klöntal haben und gleichzeitig allen ihre mobilen Freiheiten lassen. So ergibt sich – wohl oder übel – ein Flickenteppich von Verboten einerseits und von Besucherströmen, die ihnen ausweichen. Bis vor kurzem waren wir in den Voralpen das Biotop des Mittellandes, wo Bartgeier und Milan, Wolf und Luchs sich noch gute Nacht sagen durften. Doch gerade jetzt, wo er noch nicht wieder ins Ausland flüchten kann, erobert sich der Flachlandtiroler unser alpines Refugium. Er tut dies mit tiefergelegten PS-Boliden, mit der Familienkutsche oder dem Camper, der wild abgestellt wird – die offiziellen Plätze sind ja noch geschlossen. Während rechts der Strasse kein Campingplatz sein darf (geschütztes Hochmoor bedroht), fahren links derselben Strasse die wilden Tou - ristenhorden auf. Gut organisierte Lobbys auf beiden Seiten der Strasse sorgen für Konflikte an der Mittellinie. Das geht überall: Bike gegen Wanderschuh auf dem Weg, Schaf gegen Kuh auf der Alp, einheimisch gegen Zürcher im Klöntal. Die Haltung dahinter beruht – auf beiden Seiten der Strasse – auf dem Irrtum: «Wasch mich, aber mach mich nicht nass!» Das geht ebenso wenig wie frei und sicher. Damit man mitten auf der Strasse fahren kann, braucht es rechts und links davon flexible Wegränder. Aber wie heisst es schön im Buch der Prediger: Lieber einen Tag lang Milan als lebenslänglich im Hamsterkäfig. ● FJ Dach aufmachen, ausfliegen: Fahrerin Linda Rhyner und Géraldine Rettich geniessen den Cabrio-Trip auf den Urnerboden. Für das Video ihrer Fahrt Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. Glarnerland Dach aufmachen (Foto und Video: FJ) Was haben das Obbort in Linthal, das Aviatico am Flugplatz Mollis, das Bergli und die Schwammhöhe in Glarus, der Urnerboden und das Fürstentum Liechtenstein gemeinsam? Sie sind ideale Ausflugsziele für eine Cabrio-Tour, einen Bike-Ausflug oder um mit dem Töff vorbeizufahren. Der FRIDOLIN kennt die Geheimtipps. Die Fahrt an diesem Mittwoch geht von Schwanden mit offenem Verdeck über Linthal auf den Urnerboden. Er gehört – wie schon die Grenzlauf- Sage erzählt – nicht zum Kanton Glarus, ist aber ein Cabrio-Ziel, wie es im Buche steht. Seit etwas mehr als einem Jahrhundert ganzjährig besiedelt, musste er immer ein bisschen für sich selber sorgen. Im Winter gibt es die Langlaufloipe und das Schlitteln, im Sommer die Wanderwege, einen Klettersteig, die Alpkäserei – denn hier werden 1200 Kühe ge - sömmert. Touristen – auch aus dem Glarnerland – sind gerne gesehen. Vom Tourismus leben Markus Walker vom Gasthaus Urnerboden ist Transportunternehmer, Touristiker und arbeitet gerade in der Küche. «Der Urnerboden lebt vom Tourismus, und man muss den Tourismus mit dem machen, was man hat. Das versuchen wir zu tun und das funktioniert gar nicht so schlecht. Man braucht nichts Neues zu erfinden.» Dabei entwickeln er und sein Bruder Otto Walker, Seilbahnbetreiber, – zusammen mit dem Verkehrsverein Urnerboden – den Tourismus weiter. «Wenn du dir ein bisschen Mühe gibst, funktioniert es.» Auch beim Zustrom der Gäste nach der Coronavirus-Krise. Obwohl Walker einen Gastronomiebetrieb hat, klagt er nicht. Im Gegenteil: «Das Volk kommt, wir haben recht gute Umsätze. Und auch mit den Distanzregeln funktioniert es gut. Wenn zwei Personen einen freien Tisch suchen, informieren uns andere Gäste zuvorkommend, dass sie bald fertig sind. So können alle schnell einen Tisch bekommen.» Schwarz statt rot Während in anderen Destinationen Konkurse drohen, hilft sich der Urnerboden in Sachen Finanzierung selbst. «Das, was wir in die Finger genommen haben, ist bezahlt», sagt Walker. «Die Seilbahn schreibt schwarze Zahlen, sie ist eine Genossenschaft. Schritt für Schritt hat man – mit dem Verkehrsverein Urnerboden – private Geldgeber gesucht, Investoren sind bereit, Geld lockerzumachen – für die Langlaufloipe, den Klettersteig, das Pistenfahrzeug.» Und weil alles abbezahlt ist, kann man vom Tourismus leben. «Den Urnerboden auf - geben und der Natur überlassen, das wollen wir nicht. Um unsere Infrastruktur zu halten und zu verbessern, dürfen wir nicht stehen bleiben. Wir haben gelernt, dass wir uns selber helfen müssen.» Ebenfalls ein lohnendes Tourenziel für Biker und Cabrio-Fahrer ist das Tierfehd in Linthal mit dem Geheimtipp Berggasthaus Obbort, von wo man direkt auf den König des Glarner Hinterlandes schaut. Das Gasthaus ist – so Erika Lauffer – am Wochenende geöffnet, auch an Pfingsten. Oder man fährt ins «sagenhafte» Hotel Tödi. Alternativen suchen Die beiden Cabrio-Perlen Klöntal und Obersee waren an Auffahrt so beliebt, dass sie für den Verkehr geschlossen wurden. Doch auch in diesem Fall gibt es lohnenswerte Alternativen. Im Berggasthaus Schwammhöhe geniesst man den idyllischen Blick auf den Klöntalersee, im Gasthaus Bergli den ebenso schönen Blick auf die kleinste Hauptstadt – beides ganz ohne Stau. Also: Dach aufmachen und um - denken, so findet man selbst an Tagen mit viel Verkehr einen Platz an der Sonne. Auch das Restaurant Flugplatz Schänis und die Flatterbeiz Aviatico am Flugplatz Mollis sind jederzeit ohne Stau zu erreichen. Zum Schluss kann man sich fragen, ob staatliche Tourismusförderung und reglementierter Zugang tatsächlich helfen? Vielleicht wäre es besser, nicht zu laut nach dem Staat zu rufen und es so zu halten, wie man es auf dem Urner - boden tut. «Wyt vum Gschitz git alti Chriäger», sagt Markus Walker. Denn man ist hier weit weg von der Gemeinde Spiringen und dem Kanton Uri und damit relativ frei von staatlicher Kontrolle. «Meist werden wir so akzeptiert, wie wir es machen», sagt Walker, um lachend anzufügen: «Es wäre gut, wenn wir zum Fürstentum Liechtenstein gehörten, dann ginge es uns finanziell noch besser.» Das ist ebenfalls ein lohnendes Ausflugsziel, auch wenn das «Ländle» weder zu Uri noch zu Glarus gehört. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 30. Mai 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 31. Mai Pfingstmontag, 1. Juni 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag, 30. Mai, bis Pfingstmontag, 1. Juni Dr.med. Felix Beano Glarnerstrasse 32, Siebnen Telefon 055 440 1010 Wochenend-Notfalldienst: ab Freitag, 12.00 Uhr, bis Dienstag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Samstag, 30. Mai, bis Pfingstmontag, 1. Juni Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 • Wochenende ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. • Freitagnacht und Montagnacht: Wochenend-Notfalldienst. • Dienstagnacht: Kleintierpraxis Buchholz, Buchholzstrasse 48, Glarus, Telefon 055 640 26 40. • Mittwochnacht: Kleintierpraxis Landerer, Bahnhofstrasse 31a, Näfels, Telefon 055 622 20 20. • Donnerstagnacht: Kleintierpraxis Tierklinik am Kreis AG, Zaunweg 11, Netstal, Telefon 055 646 86 86. Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66