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36. Ausgabe 2017 (7. September 2017)

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| Donnerstag, 7. September 2017 | Seite 6 Abstimmungsforum 24. September 2017 FDP des Kantons Glarus: Deutliches Nein zur AHV-Reform Die Delegierten der Glarner FDP fassten in Glarus mit grossem Mehr die Nein-Parole zur AHV-Reform, über die am 24. September abgestimmt wird. Auch der Bundesbeschluss über die Ernährungssicherheit wird deutlich abgelehnt. FDP-Ständerat Thomas Hefti und CVP-Kantonalpräsident Peter Landolt debattierten an der Delegiertenversammlung engagiert über die umstrittene AHV-Reform. Für Pro-Referent Peter Landolt ist die aktuelle Vorlage ein Kompromiss und ein erster Schritt, aber keine Reform für die Ewigkeit. Wenn dieser erste Schritt abgelehnt würde, gäbe es im Parlament ein Hickhack. Schnelle Lösungen seien nicht realistisch. Ständerat Thomas Hefti kritisiert den in der Vorlage enthaltenen Ausbau der AHV. Was durch die Erhöhung des Rentenalters der Frauen eingespart würde, werde durch die Rentenerhöhung von 70 Franken weggefressen. Es sei jetzt nicht die Zeit, um die AHV auszubauen, warnte Hefti weiter. Die Delegierten folgten grossmehrheitlich den Ausführungen von Thomas Hefti und fassten bei nur 3 Ja-Stimmen überaus deutlich die Nein-Parole. Nein zur Ernährungssicherheit Ständerat Thomas Hefti stellte die Vorlage zur Ernährungssicherheit vor. Dieser Bundesbeschluss sei ein Gegenvorschlag zu einer Volksinitiative des Bauernverbandes und verankere im Wesentlichen den bestehenden Kurs der Agrarpolitik in der Verfassung. Der Gegenvorschlag könne deshalb ohne Bedenken angenommen werden. In der Diskussion zeigte sich, dass aus Sicht einer Mehrheit der FDP-Delegierten diese Vorlage überflüssig und deshalb abzulehnen sei. Wenn ein Gesetz nicht notwendig ist, müsse man auch keines machen. Die FDP-Delegierten fassten nach einer kurzen Diskussion mit grosser Mehrheit auch hier die Nein-Parole. ● pd. Altersreform 2020: Klares Ja der CVP Nach der Podiumsdiskussion vom Montag, 28. August, im Gesellschaftshaus in Ennenda hatten die anwesenden CVP-Mitglieder die Gelegenheit, in geheimer Abstimmung die Parteiparole zu fassen. Dabei resultierte ein fast einstimmiges Ja. Nur wenige waren da - gegen oder enthielten sich der Stimme. Die Vorlage sichert die Altersrenten (AHV und BVG) für mindestens die nächsten 10 bis 15 Jahre. Sie ist das Resultat eines siebenjährigen Ringens in den eidgenössischen Räten. Die Kompensation eines Teils der Ausfälle bei den BVG-Renten durch einen Zustupf von 70Franken für die Neu rentner ist zielführender und kostengünstiger als eine Kompensation innerhalb des BVGs. Das BVG ist ein «Sparmodell» und fusst auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen sowie Erträgen auf dem angesparten Kapital. Die Renditen sind heute jedoch nicht mehr gegeben. Die Verwaltung dieser Vermögen und der Stiftungen ist kompliziert und sehr kostspielig. Zudem sind die heute angesparten BVG-Gelder in der Höhe von über 800 Milliarden Franken sehr risikoanfällig. Ein Sinken der Anlagenwerte nur um 10 Prozent führt zu Verlusten von 80 Milliarden Franken. Eine Ablehnung der Altersreform 2020 führt zu einem Scherbenhaufen. Gelingt es den eidgenössischen Räten nicht, innerhalb kurzer Zeit eine neue Vorlage aufzugleisen, so wird die jährliche Umverteilung im BVG in der Höhe von 1,3 Milliarden Franken zu - lasten der Jungen weitergehen und der bereits heute defizitären AHV wird bis zirka 2030 das Geld ausgehen, da bis dann der AHV-Fonds vollständig aufgebraucht sein wird. Eine neue Vorlage wird es noch schwerer haben als dieser jetzige erste Schritt: jedes nun weiter verlorene Jahr führt zu Verlusten in Milliardenhöhe bei der AHV und dem BVG, welche dannzumal auszugleichen sind. Das heisst eine spätere Reform wird noch teurer oder bedeutet schon bald ein höheres Rentenalter, wenn das Versprechen auch der FDP und SVP eingehalten werden soll, die Rentenhöhe insgesamt zu halten. Der Hinweis, dass bei der Unternehmenssteuerreform voraussichtlich eine schnelle Lösung gefunden werde, ist irreführend. Die USR III wurde dieses Frühjahr abgelehnt, da diese völlig überladen war und nun eine vernünftige Vorlage präsentiert werden soll. Bei der Altersreform wird es genau umgekehrt sein. ● pd. «Rentenreform 2020»: Nein zur Scheinreform auf dem Buckel von Frauen und Kindern Knapp ein Jahr nach dem Nein zur AHV-plus-Initiative stimmen wir bald schon wieder über einen AHV-Ausbau ab. Betrachten wir die Realität: In den nächsten zehn Jahren gehen eine Million Menschen in Rente. Die AHV schreibt rote Zahlen. Doch anstatt eine sinnvolle und sozialverträgliche Sanierung durchzuführen, soll jetzt ziellos die AHV ausgebaut werden. Wir Frauen opfern ein Lebensjahr und gehen erst mit 65 in Rente. Und doch schafft es diese Scheinreform nicht, die Renten unserer Nachkommen auch nur ansatzweise zu sichern. Denn das Geld fliesst ziellos an die Übergangsgeneration und verpufft einfach. Das Rentenalter 65 für Frauen entlastet die AHV um 1,2 Milliarden Franken pro Jahr. Der AHV- Ausbau kostet aber 1,4 Milliarden Franken. Als Folge reicht schon 2035 das Rentenalter 67 nicht mehr aus, um das explodierende AHV-Defizit zu decken. Es kann doch nicht sein, dass die nächste Reform die Fehler der jetzigen korrigieren muss. Das ist unverantwortlich gegenüber allen; Frauen, Männern und auch unseren Kindern. Stimmen Sie daher am 24. September Nein zur AHV-Scheinreform. Damit wird der Weg frei für eine Reform, die die AHV sicher sichert. ● Susanne Elmer Feuz, Landrätin FDP und Mutter «Rentenreform 2020»: Altersrenten bis ins Jahr 2030 sichern Nach zwei gescheiterten Reformen können wir nach 20 Jahren über eine umfassende Altersreform abstimmen. Eine stabile Altersvorsorge ist eine wichtige Grundlage für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz. Die Vorlage ist ein gut schweizerischer Kompromiss, wo alle etwas beitragen müssen, um die Altersrenten bis ins Jahr 2030 zu sichern. Danach wird es weitere Reformen brauchen, denn eine Reform für die Ewigkeit wird es nie geben. Das Nein-Komitee präsentiert uns Vorschläge für eine neue Vorlage: Länger arbeiten, höhere Beiträge oder tiefere Renten. Mit solchen Vorschlägen wird es noch Jahre dauern, bis das Schweizervolk einer neuen Reform zustimmt. Nur, die Defizite der AHV würden Jahr für Jahr anwachsen, bis 2031 auf 8,7 Milliarden Franken. Und, wer würde das alles bezahlen? Höchst bedenklich finde ich, dass im Abstimmungskampf alt und jung gegeneinander ausgespielt werden. Die heutigen Rentner verlieren nichts. Sie bekommen keine höhere AHV, aber sie haben auch keine Einbussen in ihrer Pensionskasse. Sie zahlen wie alle anderen auch einzig durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,3 Prozent mit. Das ist ein Solidaritätsbeitrag der Rentner. Mit der Reform können die Jungen von der heutigen Quersubventionierung an die Rentner in der Pensionskasse entlastet werden. Bei einem Nein wären später durch die angefallenen Defizite massiv höhere Beiträge für AHV und BVG nicht mehr zu verhindern, Sanierungsmassnahmen oder Rentenkürzungen wären unumgänglich. Bei dieser Vorlage geht es nicht um rechts oder links. Es geht um gesicherte Altersrenten bis ins Jahr 2030. Deshalb die logische Antwort ob jung oder alt: 2 x Ja. ● Jakob Kamm, alt Landammann, Mollis Altersvorsorge 2020: Alle Selbstständigerwerbenden werden getroffen Obwohl es das Ziel des Bundesrates war, mit der AV2020 die Altersvorsorge zu sanieren, bringt sie der AHV nun gerade mal fünf Jahre Gnadenfrist. Arbeitnehmer und -geber sollen diese Scheinreform durch 0,3 Prozent höhere Lohnbeiträge mitfinanzieren. Was wir dafür bekommen, ist eine bürokratische Mammutvorlage. Bei älteren Arbeitnehmern setzt man zudem falsche Anreize: Viele Unternehmer und Selbstständige profitieren vom Rentnerfreibetrag von 16 800 Franken, auf dem sie keine AHV-Beiträge bezahlen müssen. Mit der AHV-Scheinreform würde das gestrichen. Der Anreiz, länger zu arbeiten, ginge verloren. Selbstständige, KMUs und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden von dieser Vorlage also direkt negativ getroffen. Trotzdem wird das System der Altersvorsorge damit nicht stabilisiert, im Gegenteil. Schon fünf Jahre später steht die nächste Reform an. Wir stimmen über eine Vorlage ab, die die Probleme nur hinauszögert und massive Kosten und Fehlanreize für Wirtschaft und Gesellschaft bringt. Das ist keine Reform, sondern eine Mogelpackung. Lehnen Sie diese Scheinreform am 24. September daher ab, um eine echte und nachhaltige Sanierung unserer Altersvorsorge zu ermöglichen. ● Josef Kubli, Präsident Gewerbeverband Glarus «Rentenreform 2020»: Nein zur AHV-Reform An die Pensionierten: Sie erhalten keine um 70 Franken höhere AHV-Rente. An die über 45-Jährigen: Hier bestraft man speziell die Frauen, die neu 50 statt 49 Jahre arbeiten müssten, trotz Lohn - ungleichheit zwischen Mann und Frau. An die unter 45-Jährigen: Sie bezahlen ein Leben lang mehr, ohne Garantie, dass Sie auch einmal eine AHV-Rente erhalten werden. Das 70-Franken-Paket für die Neurentner frisst Ihre höheren AHV-Zahlungen wieder auf. Und vielleicht müssen Sie dann sogar arbeiten, bis Sie 70 sind. Legen Sie daher alle ein klares Nein zu dieser Schein-Reform in die Urne. ● Margrit Lagler, Luchsingen Altersvorsorge 2020: AHV-Scheinreform ist weder enkel- noch seniorentauglich Man kann die AHV nicht sanieren, indem man sie mit der Giesskanne ausbaut. Es ist daher kein Wunder, dass die jetzige AHV-Reform völlig unterfinanziert ist. Denn den monatlichen Zuschlag von 70 Franken erhalten bei dieser Scheinreform nur Neurentner. Die heutigen Senioren gehen dagegen leer aus, obwohl sie finanziell weniger gut abgesichert sind als die Neurentner. Mit dieser Scheinreform wird also eine ungerechte Zweiklassen-AHV eingeführt. Die Scheinreform ist aber auch nicht enkeltauglich: Denn trotz der hohen Reformkosten sichern wir die Altersvorsorge mit dieser Vorlage nicht für unsere Kinder und Enkel. Im Gegen - teil: Mit der ungerechten AHV-Reform schlittert die AHV noch tiefer in die Krise. Unsere Nachkommen sollen dafür dann mal geradestehen, was wir nicht zulassen und verantworten können! Diese Vorlage bringt der Altersvorsorge leider gar nichts – ausser zusätzliche Kosten. Zudem ist sie un - gerecht, sowohl für die Grosseltern als auch deren Enkel. Stimmen Sie deshalb am 24. September Nein zur Alters - vorsorge 2020! ● Hans-Jörg Marti, Nidfurn, Präsident Fraktion FDP «Rentenreform 2020»: HSG-Professoren für die Rentenreform Zwischen all den Inseraten der massiven Nein-Kampagne sticht in der «NZZ am Sonntag» der nachfolgende Titel wohltuend hervor: «HSG-Professoren sagen Ja zur Rentenreform.» Interessant. Zwei Professoren der Wirtschafts-Universität St. Gallen, Walter Ackermann und Martin Eling, Experten für die Versicherungswirtschaft, empfehlen die Vorlage zur Altersvorsorge zur Annahme. Einen weiteren Reformstillstand könne sich die Schweiz schlicht nicht leisten. Die Reform stabilisiere die Alters - vorsorge für mehrere Jahre. Die be - fürwortende Haltung fusst auf einer Metastudie. An einen schnellen und besseren Kompromiss nach einem Nein glauben die Professoren nicht. Obwohl auch kritische Punkte der Reform aufgezeigt werden, überwiegen die positiven, wie die Flexibili - sierung des Rentenalters oder die Leistungsverbesserung für tiefe Einkommen Die Vorlage ist ein Kompromiss. Zu hoffen ist, dass die Empfehlung der HSG-Professoren noch viele Unentschlossene oder Fehlgeleitete zu einem Ja bewegen kann, weil wir uns nach vorwärts bewegen müssen. ● Kaspar Marti, Engi «Rentenreform 2020»: Lebhaftes CVP-Podium Der CVP danke ich für die Organisation mit den zwei Parteispitzen. Petra Gössi zeigte klar auf, eine Reform die unsere AHV sanieren will, kann nie und nimmer aufgehen, wenn dabei auch die Leistungen ausgebaut werden. Die Schweiz hat ein Finanzierungsproblem bei der AHV. Genau aus diesem Grund hat das Schweizer Volk die AHV-Plus- Initiative im Herbst 2016 mit 59,40 Prozent so richtig abgeschmettert. Nun steigen die links der Mitte poli - tisierenden Parteien der CVP, der BDP und der GLP auf den Zug der Gewerkschaften, ihrer SP und den Grünen auf. Für mich als bürgerlich Denkender ein absolutes Unding, denn wir treten unser seriös aufgebautes Sozialwerk mit den Füssen. Es gibt ganz klar bessere Ansätze, in kleinen Schritten und auf keinen Fall ein Giesskannenprinzip, das gut vermögenden Schweizerinnen und Schweizern mehr AHV ausbezahlt. Die Zeit drängt nicht so dramatisch, wie es Gerhard Pfister uns weis machen wollte. Der Bundesrat hat gezeigt, dass er fähig ist, rasch zu reagieren, so wie bei der Steuerreform 2017. Gerhard Pfister hat es auf den Punkt gebracht, wahrscheinlich ohne dass er wollte. Er sei auch nicht mit allem in der Vorlage glücklich, aber es sei ein Kompromiss. Geschätzte Glarnerinnen und Glarner, wenn nicht alles klar und richtig ist, dann lehnen wir das lieber ab. Zurück an den Absender, so sind wir im Glarnerland bis heute am besten gefahren. Stimmen Sie am 24. September 2017 2 x Nein. ● Peter Rufibach, Riedern «Reform 2020»: Die Altersvorsorge untergräbt den Generationenvertrag Seit Jahrzehnten gilt in der Schweiz der ungeschriebene Generationenvertrag. Gerade unsere Altersvorsorge steht und fällt mit der Solidarität unter den Generationen. Die Altersvorsorge 2020 untergräbt diesen Vertrag. Die Kosten der Reform werden voll auf die jungen Jahrgänge übertragen. Diese sollen eine immer grössere Last tragen. Neben der höheren Mehrwertsteuer, reduzieren auch die höheren Lohnabzüge die Kaufkraft dieser Jungen. Ob sie selber eines Tages in den Genuss einer vernünftigen AHV-Rente kommen werden, steht in den Sternen. Somit sollen die Jungen für den Check des AHV- Ausbaus geradestehen ohne jegliche Garantie, dereinst eine Gegenleistung zu erhalten. Diesem Bruch des Generationenvertrages kann ich nicht zustimmen, ebenso kann es nicht sein, dass das Geld des Ausbaus im Giesskannenprinzip wieder verteilt und die Rentner in zwei Klassen geteilt wird. Darum werde ich am 24. September 2 x Nein stimmen. ● Barbara Vögeli, Engi, Vizepräsidentin der kantonalen SVP 24. September: Leserbriefe zu den Volksabstimmungen Gerne nehmen wir Leserbriefe zur Eidgenössischen Volksabstimmung bis am Donnerstag, 14. September, entgegen. Gerne bitten wir Sie um Kenntnisnahme und danken für Ihr Verständnis. Ihr FRIDOLIN-Team

| Donnerstag, 7. September 2017 | Seite 7 Wirtschaft: «Eine solche Chance kommt so schnell nicht wieder» Es ist die Zukunft, welche an die Türen der Gebäude der ehemaligen Cotlan AG in Rüti, und somit auch an die Türen der Gemeinde Glarus Süd, klopft. In der Tasche hat sie ein Projekt, welches mit dem sogenannten Bitcoin Mining und der Produktion von medizinischem Cannabis rund 60 neue Arbeitsstellen und der Gemeinde Glarus Süd neues Steuereinkommen generieren kann. Doch nicht nur das. Ein innovatives Projekt in den Gebäuden der ehemaligen Cotlan AG könnte Glarus Süd Arbeitsplätze, neues Steuersubstrat und eine Aufwertung der Liegenschaft bringen. (Foto: mho) «Wir schürfen kein Gold, produzieren kein Hasch und wir verschwinden auch nicht eines nachts einfach sang- und klanglos wieder», stellen Andreas Binkert und Meindert Don gleich zu Beginn des Gesprächs mit dem FRIDOLIN klar. Was sie in Rüti in den Gebäuden der ehemaligen Cotlan AG planen, sei ein innovatives Projekt das privatwirtschaftlich finanziert werde, bis zu 60 Arbeitsplätze und neues Steuereinkommen für die Gemeinde generiere, Rüti und somit die Gemeinde Glarus Süd potenziell aufwerte, die Abwanderung reduziere und in den seit Jahrzehnten leerstehenden Gebäuden neues Leben entstehen lasse. Oder ganz einfach gesagt: «Regionalentwicklung in Glarus Süd ermöglicht.» Klingt ganz gut, aber wer sind Don und Binkert? Meindert Don ist Geschäftsführer der Livingstone Ventures AG, die zusammen mit weltweit führenden Partnern auf nachhaltige Projekte spezialisiert ist, beispielsweise im Bau von Treibhausproduktion. Ein Partner der Livingstone Ventures AG ist marktführend für den Bau von Treibhäusern mit Klimakontrolle für medizinisches Cannabis. Andreas Binkert ist Verwaltungsrat der Nüesch Development AG, welche seit 20 Jahren innovative und nachhaltige Immobilienprojekte entwickelt. Für das Projekt in Rüti haben die beiden Unternehmen eine Arbeitsgemeinschaft gebildet. Binkert ist also sozusagen der Entwickler der Hülle, Don der Entwickler des Inhaltes. In - vestiert werden sollen rund 25 Mil - lionen Franken, ohne IT-Park-Technik und Einrichtung. Zwei Hauptnutzungen Um was geht es? Das Projekt geht von zwei Hauptnutzungen aus: Bitcoin Mining und der Vermehrung von Mutterpflanzen im Meristemsystem zur Gewinnung von medizinischem Cannabis. Bitcoin ist eine digitale Geldeinheit eines weltweit verwend - baren dezentralen Zahlungssystems. Aktuell findet um Bitcoin eine aufgeheizte Debatte statt. Von vielen Seiten spricht man bei der digitalen Währung von einer Blase. Tatsache aber scheint, dass Bitcoin in naher Zukunft immer wichtiger wird. So hat beispielsweise die Stadt Zug den Bitcoin bereits als Zahlungsmittel akzeptiert. Die digitale Geldeinheit braucht enorme Daten - banken (Blockchain), vereinfacht gesagt Rechnerleistungen, die in Serverfarmen zur Verfügung gestellt werden kann. Genau eine solche Serverfarm ist in Rüti geplant. Viele Rechner produzieren viel Abwärme. Diese soll wiederum für die Aufzucht und die Betreuung von medizinischem Cannabis genutzt werden. Auch dieser Markt boomt. Die Verwendung von Hanf als Nutz- und Heilpflanze hat zwar eine lange Tradition. Seit mehr als 12 000 Jahren liefert die Cannabis-Pflanze den Menschen Nahrung, Textilfasern und Arzneien. Doch erst seit Kurzem verleiht der Hanf - wirkstoff Cannabidiol (CBD) dem Kampf für die medizinische Nutzung von Cannabis Auftrieb. Immer öfters werden bei schweren Erkrankungen wie Krebs, Morbus Crohn, Multipler Sklerose oder bei Schmerzpatienten medizinisches Cannabis zur Therapie eingesetzt. «Kein Wunder», meint dazu Binkert, «Tabletten, die chemisch hergestellt werden, haben oftmals Nebenwirkungen, Cannabidiol viel weniger.» Das System, das bei der Aufzucht der Pflanzen zur Anwendung kommt, baut auf Meristemkulturen. «Dabei werden die Zellen der Pflanzen geklont,» erklärt Don. Aus einer Mutterpflanze würden so 1200 neue Pflanzen gezogen. «Wir sind dabei aber nicht ausschliesslich auf die Vermehrung von Cannabis angewiesen, sondern können auch andere Pflanzen, Salate oder gar Bäume auf dieselbe Art vermehren.» Medizinisches Cannabis, deren Blüten zu Kristallen weiterverarbeitet würden, sei einfach «das Gemüse», für welches man derzeit den besten Preis erhalte. Mit Human-Tests würde zudem be - wiesen werden, in welchen Bereichen die Pflanzen zum medizinischen Gebrauch am effektivsten sind. Die Serverfarmen machen das Projekt mit ihrer wiederverwendbaren Abwärme zwar nachhaltig, aber dank dem Meristemsystem, könnte auch ohne die Serverfarmen produziert werden, weil auch die Meristemkultur beträchtliche Abwärme generiert. Angebot für die Bauern Das Projekt sieht vor, die vorhandenen Gebäude der ehemaligen Cotlan AG weiter zu nutzen und die notwendigen baulichen Veränderungen vorzunehmen. Zudem ist auf der gegenüber - liegenden Grünfläche ein Gewächshaus von etwa drei Hektaren geplant. Auf Landwirtschaftsfläche, die der Gemeinde gehört, aber an Bauern verpachtet ist. Genau hier liegt das Kernproblem. Für das Gewächshaus müssen rund vier Hektaren der Fläche von der Landwirtschaftszone in die Gewerbeoder Industriezone umgewandelt werden. Binkert betont dabei: «Wird die Umzonung vom Stimmvolk genehmigt, werden wir den Bauern selbstverständlich sämtliche Ertragsausfälle entschädigen, auch die entgangenen Subventionsbeiträge. Darüber hinaus bieten wir den betroffenen Bauern aber auch Arbeitsplätze an. Sei dies als Arbeitskraft, im Betriebsunterhalt, als Botschafter oder als Aktionär des Unternehmens.» Sollte das Projekt Erfolg haben, sei es weiter auch möglich, dass die Bauernbetriebe künftig Setzlinge pflanzen, aufziehen und ver - kaufen könnten. Auch mit den betroffenen Nachbarn ist die ARGE daran, das Gespräch zu suchen und Lösungen zu finden. «Eine neue Industrie bringt auch mehr Verkehr, das ist nun mal so, aber mit mehr als drei bis fünf Lastwagen pro Tag, welche die Produkte abholen, ist nicht zu rechnen.» Einmalige Chance «Die Brachen wieder zu beleben ist etwas, das sich der Gemeinderat bei den Legislaturzielen auf die Fahne geschrieben hat,» betont derweil Gemeindepräsident Mathias Vögeli. Um dies bei der ehemaligen Cotlan AG nun zu ermöglichen, muss eine Umzonung mittels einer Teilrevision der Nutzungs - planung dem Volk vorgelegt werden. Damit aber weitere vertiefte Abklärungen und weitere Einzelheiten getroffen werden können, wird die Umzonung nicht wie ursprünglich geplant an der Herbstgemeindeversammlung vorgelegt. «Man spürt, dass es vielen Stimmbürgern zu schnell wäre und viele Fragen im Raum stehen. Ich bin aber klar der Meinung, dass eine solche Chance nicht so schnell wiederkommen wird», sagt Vögeli. Das weitere Vor - gehen werde rasch angegangen und ein verbindlicher Zeitplan festgelegt. Wichtig sei auch, dass alle Bedingungen wie beispielsweise Rückbau - verpflichtungen und Entschädigungen geklärt seien. «Was wir nicht wollen, ist eine Wiederholung dessen, was die Textilindustrie hinterlassen hat», so der Gemeindepräsident. «Die Investoren haben uns einen engen Zeitplan auferlegt», erklärt derweil Binkert. Das Areal in Rüti sei nicht das einzige, welches die Investoren im Auge hätten. Angebote gäbe es auch aus den Kantonen Bern und Luzern. «Rüti verfügt mit dem bestehenden Fabrik - gebäude, dem Land, der günstigen und sauberen Energie und dem starken Glasfasernetz aber über viele Vorteile.» Die unberührte Umgebung wirke sich zudem positiv auf die Qualität des Endprodukts aus und die Sicherheit durch das Tal mit längeren Wegen zur Ein- und Ausfahrt sei ebenfalls gegeben. Das Auflageverfahren Es eilt also. Krux ist, dass das bäuer - liche Bodenrecht keine intensive Nutzung von Gewächshäusern auf dem bisherigen landwirtschaftlichen Land erlaubt. «Als Vertreter des Gemeinderates kann ich trotzdem nicht von vornherein Nein zum Projekt sagen», so Vögeli weiter. «Dies wäre der falsche Ansatz». Schliesslich gehe es um die Zukunft der Gemeinde, diese zu entwickeln und dazu brauche man ge - nügend Arbeitsplätze. Komme das Projekt nicht zustande, bleibe alles wie gehabt. «Aber sich einer besseren Zukunft von vornherein zu verschliessen, das wäre fatal», unterstreicht Vögeli. Wie schon betont, werden das weitere Vorgehen und der Zeitplan noch nächste Woche festgelegt. ● mho Badezimmer-Umbau F. Hösli, 8762 Schwanden Telefon 055 64410 06 www.f-hoesli-ag.ch marenco swisshelicopter: Neuer COO bei marenco Jan Nowacki hat am 1. September die Aufgabe als Chief Operating Officer (COO) bei MSH marenco swisshelicopter in Mollis übernommen. Nowacki sammelte bei Airbus Heli - copters als Leiter Rotorblatt und Leiter Airframe mit der Herstellung von Compositebauteilen, Strukturmontage und Ausrüstung sowie Reparaturtätigkeiten viel Erfahrung in diesem Bereich. MSH marenco swisshelicopter wird in der zweiten Produktionshalle in Näfels mit einem der grössten Autoklaven in der Schweiz Rotorblätter und Compositeteile selbst herstellen und in der Montagehalle in Mollis zusammenbauen. Jan Nowacki: «Ich werde in meiner neuen Aufgabe mit einem kleinen, sehr dynamischen Team die Serienproduktion des SKYe SH09 planen und umsetzen. Wir produzieren einen sehr wettbewerbsfähigen Helikopter mit hoher Qualität und Sicherheit.» Die Zertifizierung des SKYe SH09 wird nächstes Jahr erwartet und die ersten Auslieferungen Anfang 2019. Bis dahin wird es im Hinblick auf die Serienproduktion unter anderem die Aufgabe von Jan Nowacki sein, den Personalbestand kontinuierlich mit hochqualifizierten Mitarbeitern aufzubauen. ● pd. Polizeimeldungen SCHWANDEN: ENTREISSDIEB- STAHL VEREITELT. Am Freitag, 1. September, um 10.05 Uhr konnte in einem Zug in Schwanden der Diebstahl einer Tasche verhindert und die Täterschaft verhaftet werden. In der S-Bahn in Richtung Ziegelbrücke – Zürich HB versuchte ein Mann einem Fahrgast die Tasche zu entreissen. Zwei weitere Zugpassagiere griffen nach der Tasche und konnten so verhindern, dass sich der Täter mit der Beute davonmachte. Die SBB-Transportpolizei hielt den Beschuldigten daraufhin beim Bahnhof Schwanden zurück und übergab den 32- Jährigen zur Verhaftung der Kantonspolizei. ENGI: EINSCHLEICHEDIEB- STAHL. Im Zeitraum zwischen Montagabend, 28. August, und Freitag - nachmittag, 1. September, wurde im Quartier Grund in Engi ein Einschleichediebstahl verübt. Eine unbekannte INSERATEN-ANNAHME Kantonsspital Glarus (KSGL): Personelle Veränderung Dr. med. Volker Janssen, Mitglied der Geschäftsleitung und Chefarzt Anästhesie, verlässt das Kantonsspital Glarus. Dr. med. Volker Janssen, Mitglied der Geschäftsleitung und Chefarzt Anästhesie am Kantonsspital Glarus, verlässt das Spital per Ende Dezember 2017, um in Deutschland eine neue Herausforderung anzunehmen. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung bedauern den Weggang von Dr. Janssen und danken ihm für seine wertvolle Arbeit während seiner fünfjährigen Tätigkeit am Kantonsspital Glarus. Dr. med. Volker Janssen arbeitet seit dem 1. April 2013 als Chefarzt Anästhesie und Geschäftsleitungsmitglied am Kantonsspital Glarus. Nach fast fünf Jahren am KSGL hat er sich entschieden, wieder in sein Heimatland zurückzukehren, um ab 1. Januar 2018 eine neue Herausforderung in leitender Position in Süddeutschland annehmen. Täterschaft entwendete aus einer unverschlossenen Garage zwei Motor - sägen. Es entstand kein Sachschaden. Der Deliktsbetrag beläuft sich auf über 2000 Franken. Hinweise im Zusammenhang mit dem Einschleichediebstahl sind an die Kantonspolizei Glarus, Telefon 055 645 66 66, zu richten. NÄFELS: VERKEHRSUNFALL. Am Dienstag, 5. September, um 06.25 Uhr ereignete sich auf der Hauptstrasse in Näfels eine Auffahrkollision. Der Lenker eines Personenwagens war in Fahrtrichtung Näfels unterwegs. Der 25-Jährige bemerkte zu spät, dass vor ihm Autofahrer angehalten hatten, um bei der Einmündung Schneisingen einem abbiegenden Lastwagen den Vortritt zu gewähren. Bei der Auffahrkollision erlitt die 62-jährige Lenkerin des vorderen Wagens leichte Prellungen. An den beiden Fahrzeugen entstand beim Unfall Sachschaden. ● ) 055 6474747 * fridolin@fridolin.ch Er hat seit seinem Stellenantritt das heutige Departement Medizinische Dienste geleitet und weiterentwickelt. Zu seinen Führungsbereichen zählen die Anästhesie, die zertifizierte Intensivstation, das Labor, die Radiologie, der Rettungsdienst sowie die Therapien. Als Chefarzt Anästhesie ist er für einen besonders sensiblen Bereich eines Spitals zuständig. Die vielen positiven Patientenrückmeldungen sind Zeichen seiner hohen Professionalität. Ebenso wurde seine loyale und umgängliche Art bei den Mitarbeitenden sehr geschätzt. Der Rekrutierungs - prozess für seine Nachfolge ist bereits in die Wege geleitet. Dr. med. Volker Janssen wird dem Spital bis zu seinem Kündigungstermin weiterhin voll und ganz zur Verfügung stehen. ● pd.

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