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37. Ausgabe 2017 (14. September 2017)

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| Donnerstag, 14. September 2017 | Seite 10 Kantonaler Bildungstag: «Achten Sie nicht nur auf Regularität, sondern auch auf Originalität» «Kompetenzorientiertes Beurteilen» stand im Mittelpunkt des diesjährigen Glarner Bildungstages vom Mittwoch, 6. September, an welchem einige Hundert Lehrerinnen und Lehrer teilnahmen. 73. Glarner Kantonalschützenfest: Grosseinsatz auf dem Platz Schwanden Über170 Helferinnen und Helfer engagierten sich in der Regionalschiessanlage Matt in Schwanden für das 73. Glarner Kantonalschützenfest. Nicht nur an den neun Schiesstagen, sondern auch vor und nach dem Fest wurden unzählige Stunden geleistet. Das Platz-OK Schwanden mit seinem Präsidenten Hanspeter Zweifel vorne in der Mitte. (Foto: Ruedi Kuchen) Kompaktes Wissen in einem Saal: Die Glarner Lehrerinnen und Lehrer erhielten auch am zweiten Glarner Bildungstag viele Informationen von hochkarätigen Referenten. Das vergangene Verbandsjahr des Lehrerinnen- und Lehrerverbandes Glarus (LGL) stand ganz im Zeichen des in diesem Schuljahr eingeführten Glarner Lehrplans. Ein Teil des neuen Lehrplans ist die Beurteilung der Schüler. Gemeint ist damit nicht mehr nur die reine Notengebung, – ein Thema, das den meisten Lehrern laut Umfragen am meisten Mühe bereitet – sondern die förderorientierte und kompetenzorientierte Beurteilung der Schüler. Heute liegt die Federführung der Beurteilung beim Kanton, etwa durch standar - disierte Tests oder Qualitätenraster, künftig soll die «Hoheit des Beurteilens wieder etwas zurück in die Schulräume geholt werden», wie Stephan Nänny, Dozent an der Pädagogischen Hochschule Thurgau, in seinem Workshop am Bildungstag den Lehrern erklärte. Dazu später mehr. «Beurteilung ist ein Thema, das wir nie gleich handhaben werden und das nie fertig diskutiert sein wird», fasste Samuel Zingg, der zusammen mit Doris Bosshard-Luchsinger den LGL im Co-Präsidium führt, in seiner Er öffnungsrede am Bildungstag das schwierige Thema zusammen. Reine Objektivität könne dabei nicht erreicht werden, ausser man gehe in eine Richtung, die ihm nicht gefallen würde. «Würden wir den Gedanken der Objektivität weiter verfolgen, würde dies zu standardisierten Tests zu allen Kompetenzen für alle Schüler führen.» Es frage sich dann grundsätzlich, was objektiv messbar sei und welche Kompetenzen gemessen werden sollten. «Sind das dann die relevanten für die Zukunft der Jugendlichen, oder sind es eben genau nicht die relevanten?» Relevant seien Kreativität in der Lösungsfindung und die Vernetzung verschiedener Kompetenzen, welche die zentralen Fähigkeiten für die Zukunft darstellten, gerade in einer Gesellschaft, die sich zunehmend schneller digitalisieren würde. «Dafür muss ganzheitlich be - urteilt werden und nicht nur objektiv.» Beurteilung ausgelagert Jürg Brühlmann vom Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz konnte in seinem Referat Zinggs Hoffnungen auf eine künftig ganzheitliche Beurteilung nicht teilen. Er befürchte, dass etwas ganz anderes passieren werde, bedauert Brühlmann. Der Trend gehe dahin, die Beurteilung aus den Schulzimmern auszulagern, womit die Schule die Definitionsmacht der Be - urteilung und Bewertung verliere. Was er damit meinte ist, dass die Beur teilung der eigenen Kompetenzen den Schülern nichts nützt, wenn bei Eignungsprüfungen von Multicheck oder Stellwerk eben nur Wissen durch standardisierte Tests abgefragt wird. Laut Brühlmann sind die Ergebnisse solcher Tests oft auch abhängig von der Tagesform. «Bei einem Test in der Westschweiz hat man herausgefunden, dass 20 bis 30 Prozent der Schüler, die einen standardisierten Test ein paar Tage später wiederholten, ganz anders abgeschnitten haben. Solche Tests einmal durchzuführen, beispielsweise für Stellenbewerbungen, das geht nicht.» Wichtig sei auch, dass Tests inhaltlich mit dem Unterricht übereinstimmen müssten. Ein Hauptmerkmal der kompetenz - orientierten Förderung und Beurteilung ist die konsequente Anwendungsorientierung. Schüler sind dann kompetent, wenn sie etwas wissen und mit ihrem Wissen etwas anfangen können. Der Wissenserwerb allein ist somit nicht hinreichend. Wissen ist nicht Selbstzweck, sondern soll den Schülern dazu dienen, in Handlungssituationen Aufgaben und Probleme zu bearbeiten und zu lösen. (Foto: zvg) Funktion des Beurteilens Im Workshop mit Stefan Nänny er - hielten die Lehrer der 3. bis 6. Klasse einen vertieften Einblick in die neue Funktion des Beurteilens. Die Grundsatzfragen: wozu wird beurteilt, was, wann, wer, wonach und wie, zeigen das Spannungsfeld eines ausbalancierten Beurteilungskonzepts auf. Verändert hat sich diesbezüglich mit dem neuen Lehrplan hauptsächlich die Frage, was beurteilt wird. Also was können die Lernenden. Anhand von Beispielen zeigte Nänny auf, dass dies aus ganz unterschiedlichen Winkeln betrachtet werden kann. Bei einem Beispiel muss - ten die Schüler eine Rechenaufgabe lösen, die sie ganz unterschiedlich angingen. Zwar waren die Resultate nicht immer korrekt, dafür die Herangehensweise sehr individuell und originell. Und gerade letzteres müsse auch be - urteilt werden, so Nänny: «Achten Sie nicht nur auf Regularität, sondern auch auf Originalität.» Im Förderkreislauf sei es weiter wichtig, Ziele zu setzen, zu beobachten, zu evaluieren und die Konsequenzen daraus zu ziehen. «Es geht nicht mehr nur darum was der Schüler am Schluss kann, sondern auch darum, was auf dem Lernweg passiert.» Nänny betonte, dass kompetenzorientierte Zeugnisse erweiterte Beurteilungsformen und Instrumente fordern würden. Dabei seien Prozess- und Produktaspekte der Leistung gleichermassen zu berücksichtigen. «Hier ist die Herausforderung im Zusammenhang mit dem neuen Lehrplan gegeben. Wie machen wir das? Im Kanton Glarus wurde dafür eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich dieser Frage stellen wird um diese auch umsetzen zu können.» Bis dies soweit ist, gelten im Kanton noch die bisherigen Regeln. Individuell vorsorgen An der am Nachmittag stattfindenden Jahreskonferenz des LGL betonte Zingg, dass der Glarner Lehrplan den Verband auch im neuen Geschäftsjahr beschäftigen werde. Es werde wohl noch einige Jahre dauern, bis alle Fragen zur «Beurteilung» geklärt seien, und diese in den politischen Prozess gegeben werden könnten. Rückblickend stand der Erfolg der Lohn - verhandlungen im Zentrum seines Jahresberichts. «Die Erhöhung der Minimallöhne für Primar- und Kindergartenlehrer ist uns zwar gelungen, aber wir stehen noch nicht dort, wo wir die Löhne sehen.» Um dahin zu gelangen werde sich der Verband weiter ein - setzen. Gute Kunde gab es auch von Daniel Aebli, Präsident der Glarner Pensionskasse. Sie weist ein Vermögen von 742 Millionen Franken und einen Deckungsgrad von 105,9 Prozent aus. Den aktiv 2533 Versicherten stehen 898 Rentner gegenüber. Nebst diesen guten Nachrichten hatte Aebli aber auch weniger gute parat: «Die Rente, wie sie heute auf dem Papier ausgewiesen wird, wird in Zukunft wohl nicht so hoch ausfallen.» Wer ohne finanzielle Sorge in Pension gehen wolle, müsse indivi - duelle Sparmassnahmen ergreifen. Sämtliche Traktanden wurden von der Versammlung einstimmig genehmigt. ● mho Eingesandte Texte Waren Sie an einem Anlass oder an einer Versammlung? Möchten Sie darüber einen Text für den FRIDOLIN schreiben? Achten Sie dabei auf die neuen Richtlinien: Vorschauen (Sport, Konzerte), Vereins - berichte (Hauptversammlung, Ausflüge): 1500 Zeichen Konzerte, Sportanlässe, Vorträge, Kantonale Verbände: 2000 Zeichen Mitteilungen von Parteien und Verbänden: 2500 Zeichen Leserbriefe: 2000 Zeichen Leserbriefe werden immer ohne Bilder veröffentlicht. «In der Kürze liegt die Würze»: Je kürzer der Leserbrief ist, desto grösser ist die Chance, dass dieser ungekürzt und termingerecht erscheinen wird. Ohne vollständige Adresse werden keine Leserbriefe abgedruckt! Senden Sie Ihren Artikel evtl. auch mit separatem Bild (inklusive Bildlegende) in Originalgrösse an E-Mail: redaktion@fridolin.ch. Redaktionsschluss ist jeweils Dienstag, 12.00 Uhr. Das FRIDOLIN-Team freut sich auf Ihren Text. Pro Tag standen jeweils über 50 Personen im Einsatz, um den rund 1700 Schützinnen und Schützen einen reibungslosen Schiess- und Festbetrieb zu garantieren. Die Anstrengungen wurden durch überaus positive Rückmeldungen belohnt, bewerteten doch bei einer Umfrage über 96 Prozent der Teilnehmer die Organisation auf dem Schiessplatz Schwanden als ausgezeichnet oder sehr gut. Das Platz-OK von Schwanden unter der Leitung von Hanspeter Zweifel dankt deshalb an dieser Stelle nochmals allen Helferinnen und Helfer, die sich für diesen Gross anlass vor und hinter den Kulissen zur Verfügung gestellt haben: «Ohne diese Unterstützung wäre es für das Organisationskomitee nicht möglich gewesen, einen Anlass in dieser Grössenordnung durch - zuführen. Ein besonderer Dank geht auch an die Anwohner für das Verständnis, welches sie den zusätzlichen Belastungen entgegengebracht haben.» ● eing. Schoggi-Aktion der Kantonspolizei Glarus: Süsses Dankeschön an rücksichtsvolle Autofahrer In den letzten Wochen bedankten sich die Schülerinnen und Schüler im Kanton Glarus bei den Autofahrern mit einer Schokolade für ihre Rücksicht im Strassenverkehr. Die von der Kantonspolizei organisierte Aktion wurde dabei von den Glarner Sektionen von TCS und ACS unterstützt. Die Glarner Kinder bedanken sich bei den Autofahrern für ihre Rücksichtsnahme. Grosse Erleichterung bei den Auto - fahrern in den letzten Wochen an fünf Schulstandorten im Glarnerland: Statt wie bei einer normalen Verkehrskontrolle warteten nach dem Abwinken von der Hauptstrasse nicht Polizisten, sondern Schulkinder. Und statt statt einer Kontrolle oder gar einem Bussenzettel gab es eine Schokolade. «Vielen Dank, dass Sie auf uns aufpassen!» war dabei das Motto der süssen Aktion, welche die Kantonspolizei in diesem Jahr mit Unterstützung der Glarner Sektionen von TCS und ACS organisierte. Denn es reicht nicht, dass die kleinsten Verkehrsteilnehmer zum Schulanfang im Verkehrsunterricht das richtige Ver - halten im Strassenverkehr und den Umgang mit gefährlichen Situationen lernen, auch die Erwachsenen müssen sich richtig verhalten. «Ganz wichtig hier ist das Motto ‹Rad steht, Kind geht›», erklärte Christian Eggen berger, Verkehrsinstruktor der (Foto: jhuber) Kantons polizei Glarus. Am Fussgängerstreifen wird den Kindern nämlich erklärt, dass sie die Strasse erst dann überqueren sollen, wenn das Fahrzeug komplett zum Stillstand gekommen ist. «Deshalb sollen die Lenker die Kinder nicht über die Strasse winken, sondern wirklich zum Streifen heranfahren und komplett anhalten.» Grundsätzlich kann aber Eggenberger nicht nur den Kindern sondern auch den Erwachsenen eine gute Note ausstellen. «Zum Glück sind Unfälle mit Kindern im Kanton Glarus eher die Ausnahme.» Mit der sehr sympathischen Aktion haben die Kinder im Kanton Glarus bei den Autofahrern sicher einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und bei den bei den Autofahrern mit auswärtigen Nummernschildern haben sie zudem eine freundliche Werbung für das Glarnerland betrieben. ● Jürg Huber, Kommunikationsverantwortlicher der TCS-Sektion Glarus

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