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37. Ausgabe 2017 (14. September 2017)

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| Donnerstag, 14. September 2017 | Seite 34 CHILBILAND GLARNERLAND Immer mal was Neues: Der Linthaler Stefan Keller sorgte in Linthal für ein leckeres und saftiges Spanferkel. Fridolin und Jan üben an der Chilbi in Linthal auf dem Schwingplatz vom Schwingclub Glarus schon mal den Kniestich. Auf Aebi’s Seepferdlischaukel wurde trotz strömendem Regen quietschvergnügt hin und her geschaukelt. Im gut besuchten Festzelt machten die Chirezer Buebe am Samstagnachmittag mit ihrer lüpfigen Musik Stimmung. In Näfels wagten sich am frühen Samstagabend wegen des Regens nur wenige Gäste an die Chilbi. Doch diese genossen die Fahrt auf dem Karussell ... ... und auf der Südseewelle dafür gleich doppelt.

| Donnerstag, 14. September 2017 | Seite 35 Musikwoche Braunwald vom 2. bis 8. September 2017: Aus den Fugen – aber noch nicht aus dem Sinn! Hans Brupbacher und Martin Zimmermann. Der Singwochenchor am Freitagabend in der Tödihalle in Braunwald. Opernstar Simone Kermes mit Cappella Gabetta in der evangelischen Kirche in Linthal. Mit Solisten der Extraklasse, begabtem Nachwuchs, vielseitigen Programmen, zwei ausgezeichneten Referaten und dem gross besetzten Singwochenchor samt Solisten und Ensemble La Fontaine unter Leitung von Kurt Müller Klusman bot die diesjährige Musikwoche Braunwald Erstaunliches. Gerät die Zeit aus den Fugen, gehen die Uhren für einmal anders? Besteht die Welt plötzlich nur noch aus Fugen? Ist die Musik der Fugenkitt zwischen Menschen? Zumindest für eine aussergewöhnliche Woche im September in Glarus Süd darf hier mit ja geantwortet werden: Der kulturelle Leuchtturm Musikwoche Braunwald hat weithin geleuchtet und nicht nur Glarner, sondern Besucher aus der ganzen Schweiz und sogar dem Ausland an - gezogen. So reiste etwa ein Berliner Paar nach Linthal, um die Cappella Gabetta mit ihrer Gesangssolistin, dem Opernstar Simone Kermes, zu hören. Konzerte, wie sie sonst in der Tonhalle Zürich stattfinden, wurden in Schwanden und Braunwald gegeben: Da gastierten das Tonhalle- Klaviertrio mit Andreas Jahnke, Thomas Grossenbacher und Yulia Miroslavskaya und die drei Top-Schlagzeuger Martin Grubinger, Klaus Schwärzler, Benjamin Forster mit einem Arrangement von Dimitri Schostakowitschs 15.Sinfonie und weiteren Werken im Gemeindezentrum Schwanden. Und zwei der Schlagzeuger legten mit dem Pianisten Tobias Forster im Bellevue-Saal eine begeisternde Jazz- Bach-Performance hin. Apropos stilis - tische Vielfalt, hier konnte die Musik - woche ein grosses Spektrum vorweisen: vom Barock bis zum zeitgenössischen Werk (z. B. die witzige Komposition «Canons and Sparrows» von J. Fischer für Streichquartett), von der geistlichen Musik über Oper, klassische Kammer - musik, bis hin zu Salsa, Jazz, Flamenco. Auch die Literatur war vertreten. So er - öffnete eine Lesung des gefeierten Schweizer Autors Alain Claude Sulzer am Samstag. 2. September, das Programm: Essays zum Thema Klavierbau und «Der Satz ist Bewegung», anschliessend eine Passage aus seinem Roman «Aus den Fugen», der mit dem Musikwochenthema korrespondiert. Oliver Schnyder liess erstmals öffentlich die Hammerklaviersonate von Ludwig van Beethoven erklingen, das Publikum reagierte mit Standing Ovations. Mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad und den tiefsten Emotionen ist dies Werk verbunden, was das Publikum intensiv miterlebte. Es nahm zuvor auch dankbar die kleine Werkeinführung durch den Pianisten auf. Auch das leidenschaftliche und brillante Spiel des jungen Armida Streichquartetts hypnotisierte die Zuhörerinnen und Zuhörer. Die Berliner Musiker, welche inzwischen in aller Welt auftreten, konnten mit dem Pendant zur Hammerklaviersonate, der Grossen Fuge von Ludwig van Beethoven glänzen, dazu enthielt das Programm die Grossmeister Mozart, Bach, Mendelssohn-Bartholdy und das o. g. zeitgenössische Stück, welches unter anderem Spatzengezwitscher imitiert. Während der Woche arbeitete Fabio di Càsola, Artist in Residence, erfolgreich mit einer Meisterklasse von Klarinettenschülern, aber er gab auch ein tolles Nachmittagskonzert mit Petya Mihneva am Piano und leitete eine öffentliche Kammermusikakademie mit Studenten der ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste). So wurde der charismatische Musiker schnell zum Publikumsliebling, der auch das Bankett gemeinsam mit der Pianistin Mihneva vielseitig musikalisch be - reicherte. Der ökumenische Gottesdienst mit passender Predigt und Musik gehört ebenso wie ein Einführungsreferat zum Standard der Musikwoche Braunwald. Michael Eidenbenz als Festspielleiter widmete sich dem Fugenthema gelehrt wie unterhaltsam. Auch der spannende Vortrag des Musikwissenschaftlers Dominik Sackmann zum Musikalischen Opfer von J. S. Bach begeisterte und stimmte bestens auf das nachfolgende Konzert mit Martin Zimmermann (Cembalo), Mechthild Karkow (Barockvioline), Christophe Coin (Barockcello) und Maria Tecla Andreotti (Barockflöte) ein. Nicht zu unterschätzen ist auch die Jugend. Was das Duo Inaudito mit der erst 17-jährigen Muriel Oberhofer und dem 18-jährigen Lorenz Strologo Montag - morgen zeigte und was man Donnerstag vom Moser-Klaviertrio zu hören bekam, war von hohem Niveau. Mit einem aktuellen Beitrag zum Wochenthema beteiligte sich die Klasse 4F der Kantonsschule Glarus Mittwoch: Wo aus ihrer Sicht die Welt aus den Fugen ist, dazu erarbeiteten sie in Gruppen fünf sehr eindrückliche Präsentationen. Es ging um Themen wie Konsum, Diskriminierung, Technologisierung und mangelnde Achtsamkeit. Das Publikum durfte mitdiskutieren, die Pia - nistin Ana-Cristina Silvestru umrahmte den Anlass. Am Freitag folgte der glanzvolle Abschluss der Musikwoche mit dem von Kurt Müller Klusman geleiteten Schlusskonzert. Diesmal konnte man u. a. Fugen von einem über 60-köpfigen Chor, begleitet vom Ensemble La Fontaine hören, was er - greifend war. Vivaldis «Credo» und «Dixit Dominus» erklangen als Hauptwerke des Konzerts, Monika Mauch und Julia Weber (Soprane) sowie Stefan Wieland (Altus) sangen die Soli sehr schön. Zum festlichen Charakter trugen das Trompetenkonzert von G. Ph. Telemann (Solist: Krisztian Kovats) und das Oboenkonzert von G. F. Händel (Solistin: Kerstin Kramp) bei. Grosser Applaus war der schönste Lohn für die Mitwirkenden. Die Heimreise wurde ihnen mit feinen Schoggitafeln made in Glarus Süd versüsst, die als Präsente überreicht wurden. Ein ver gäng licher Genuss, doch die Er - innerung an viele wunderbare Klänge bleibt. ● hbp. Sextett mit Sinfonie Nr. 15 von D. Schostakowitsch in der Gemeindestube Schwanden. Die Kammermusikakademie mit Fabio di Càsola und Studenten.

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