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37. Ausgabe 2018 (13. September 2018)

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Donnerstag, 13. September 2018 | Seite 8 Interview mit Kaspar Elmer «Es braucht Zivilcourage» Er ist Ennendaner mit Leib und Seele und hat sich seit seiner Jugend den turnenden Vereinen verschrieben. Er war in Ennenda Leiter des Bauamtes und vom 1. Januar 2011 bis zu seiner Pensionierung Abteilungsleiter Tiefbau der Gemeinde Glarus. Nach wie vor engagiert Kaspar Elmer sich für die Verkehrserschliessung von Ennenda übers Holenstein. Der FRIDOLIN hat ihn in seinem Garten am Kirchweg besucht. Aktive Vereine, gute Einkaufsmöglichkeiten, die Natur und ein Schulangebot, das stimmt – das sind für Kaspar Elmer Gründe, im Glarnerland zu leben. (Foto: FJ) Sie sind engagiert, vielseitig interessiert und omnipräsent. Was treibt Sie an? Ich bin grundsätzlich ein offener Mensch und ein Vereinsmensch. Vereinsmässig bin ich auf das Turnen konzentriert, das war ich schon immer. Von der Jugendriege bis zum kantonalen Obmann der Turnveteranen. Politisch bin ich nicht gebunden, aber doch interessiert. Deshalb be - suche ich auch regelmässig die Landratsverhandlungen. Was ich dagegen nicht wollte: überall dabei sein, aber nirgends so richtig. Wenn man an einem Ort dabei ist, dann muss man dabei sein. Und grundsätzlich treibt mich das Leben selber an, ich habe gerne Kontakt – auch mit der Musik und über meine beiden Junioren. Mathias spielte bei «generell5» mit, also bei Philharmonic Brass Zurich, die machen jährlich ein Konzert hier im Kanton. Das organisiere ich und mache die Werbung. Ihre Meinungen und Anliegen finden Gehör. Wie schaffen Sie das? Wenn ich überzeugt bin von einer Sache, so vertrete ich sie auch dezidiert. Ich habe auch nicht gleich das Herz in der Hose, wenn ich vor Leuten reden muss und habe auch schon Landsgemeindeauftritte gehabt. Und wenn ich etwas anpacke, ziehe ich das auch gerne durch. Zudem bin ich ein guter Zuhörer, wenn andere Leute ein Problem haben. Das nehme ich dann auf und kann am Schluss oft schlichtend oder beratend eingreifen. Welches Ihrer vielschichtigen Projekte liegt Ihnen besonders am Herzen? Primär die Gesundheit. Ich bin – aber das ist mit fast 70 Jahren auch kein Wunder – derzeit etwas angeschlagen, habe zwei neue Hüftgelenke und einen versteiften Rücken. Das hat mich bei meinen geliebten sportlichen Aktivitäten etwas zurückgeworfen. Dabei nahm ich mir früher jeweils vor, jedes Jahr mit dem Rad wenigstens einmal den Klausen- und einmal den Pragelpass zu erklimmen. Gesundheit ist ein hohes Gut. Was ich schätze und wofür ich dankbar bin: dass es der Familie gut geht. Meine Frau und ich haben Glück, dass wir gesunde und geratene Kinder haben, die ihren Hobbys nachgehen. Unsere Tochter war turnerisch aktiv und die beiden Knaben haben es weniger mit dem Sport, sind jedoch in der Musik umso aktiver. Deshalb unterstütze ich sie auch dabei. Wer, wie Sie, öffentlich die eigene Meinung sagt, braucht Mut. Was noch? Es braucht etwas Zivilcourage – jetzt allgemein im Leben. Wenn man an etwas tritt, wo man sieht, dass es nicht korrekt ist oder sogar gemein, dann muss man hinstehen und sagen: So nicht! Sie haben in der Gemeinde vieles bewegt und gestaltet. Gibt es noch Pendenzen? Die Gemeinde ist heute komplett neu aufgegleist – auch mit der neuen Nutzungsplanung. Da sind so viele neue Dinge im Köcher. Was mir in Ennenda immer noch am Herzen liegt, ist die Erschliessung von Süden her. Das habe ich auch an der letzten Gemeindeversammlung zum Bodenkauf von Läderach wieder eingebracht. Ich hatte schon 1988 im Gemeinderat den Antrag gestellt, man solle mit der Erschliessung übers Holenstein anfangen. Das wurde sogar vom Kanton ins Strassenbauprogramm aufgenommen, aber man hat es immer hinausgeschoben. Jetzt wird Läderach die grosse blaue Halle der ehemaligen Forbo umbauen, es wird wieder 100 neue Arbeitsplätze geben im Indus - triegebiet und damit 100 Privatfahrzeuge mehr, die mitten durch Ennenda über die zwei Barrieren und durch die vier 90-Grad-Kurven ins Areal Bleiche fahren. Deshalb braucht es diese Erschliessung. Wenn Sie Gemeindepräsident von Glarus wären, würden Sie ...? Oh nein! Das ist auch so eine Frage ... was würde man da machen ... Was der jetzige macht, finde ich nicht schlecht, er führt die Gemeindeversammlung auch sehr gut. Aber viele Leute haben sich in Glarus noch nicht daran gewöhnt, dass die Gemeinde durch die Geschäftsleitung geführt wird. Schon wegen der Sparten - zuteilung können gar nicht mehr alle Gemeinderäte über alles im Bild sein. Ich höre oft: Ich habe den oder den Gemeinderat gefragt, und der sagt, man solle den Hauptabteilungsleiter fragen. Damit haben viele Mühe. Doch das wird wohl ein Problem unserer Generation sein. Die nächste Generation wird mit der Fusion leben – so wird das mit der Zeit austariert und verinnerlicht. Allgemein sage ich: Wer jetzt kritisiert, hätte ja die Möglichkeit gehabt, mitzuwirken. Ich war bei diesen Anlässen dort. Da habe ich vor allem Grüne und Mitglieder der SP gesehen. Wenn sich die anderen halt nicht einbringen, meine ich, sind sie selber schuld. Sind Sie ein typischer Glarner? Ich denke schon. Dafür stehe ich auch ein. Entsprechend muss ich meine «Änichind» manchmal korrigieren, wenn sie nicht Glarner Dialekt sprechen. Auch Land und Leute und das Brauchtum des Glarnerlandes schätze ich. Ich bin jetzt zwar nicht im Jodel - chor, aber ich höre es zuweilen ganz gerne. Dann auch die Berge, die Seen, die Heimat – wenn man aus dem Ausland kommt und in Ziegelbrücke in den Schlitz fährt, weiss man wieder, wo man ist und was man an unserem Land hat. Ich habe auch fast immer hier gelebt, zweieinhalb Jahre war ich in Aarau in der Schule, dann arbeitete ich als Bauführer in Graubünden. Aber darauf wurde ich als Werkführer von Ennenda gewählt, habe geheiratet und hier meine Familie gegründet. Wenn nicht in Ennenda, wo würden Sie gerne wohnen und warum? Spontan würde ich Mollis sagen, da kenne ich viele Leute. Da lebte mein Bruder, meine Schwägerin lebt noch dort. Mollis ist – wie Ennenda – auf der Sonnenseite und mehrheitlich reformiert. Da würde ich mich heimisch fühlen. Wie begeistern Sie auswärtige Freunde und Bekannte für das Glarnerland? Primär mit der Natur. Dass wir im Winter nebelfrei sind, jedenfalls mehr heitlich. In den 20 Jahren, wo ich den Bau der Ennendaner Trockenmauern leitete, hatten wir viele Zivildienstleistende hier. Denen habe ich jeweils Ennenda und den Kanton vorgestellt – politisch, also die Landsgemeinde; wirtschaftlich, dass wir nach wie vor – ich glaube neben Solothurn – der am stärksten industrialisierte Kanton der Schweiz sind und dass Ennenda im 19. Jahrhundert die reichste Schweizer Gemeinde war. Wer Interesse hatte, dem zeigte ich auch das stattliche Ennendaner Gemeindehaus. Und dass wir in Glarus kulturell gut dastehen, obwohl manche sagen, dass nichts laufe. Was man im Holenstein gemacht hat oder der Nachtbus, das kostet den Staat etwas, soll aber auch etwas gelten, und es ist sicher eine Dienstleistung für die Jungen. Wir haben im Glarnerland auch immer wieder Sportgrössen hervorgebracht, Künzli, Freuler, Fasser, Vreni Schneider, Küng und viele mehr. bio volley näfels wurde Schweizer Meister, der TV Hätzingen wurde Schweizer Meister, der TV Glarus a. S. wurde Schweizer Meister. Letzterer konnte letzthin mit seiner Hauptprobe, die er an den Schaukelringen auf dem Zaunplatz brachte, viel Volk mobilisieren. Welchen Rat erteilen Sie den nachfolgenden Generationen bezüglich Wohnen, Leben und Arbeiten in Glarus? Ich denke da an meine Enkel und empfehle: eine gute Schulbildung mit Sprachen – das öffnet verschiedene Tore, dann höhere Schulen besuchen, was die Bildung betrifft. Dass wir die Industrie, die wir haben, behalten können, denn sie bietet hochstehende Berufe an. Es ist schade, dass die Elektrolux oder die Tridonic weg - zügeln mussten. Auch wenn jemand, etwa wegen des Föhns oder der Engnis, wegzieht aus dem Glarnerland, kann man nichts machen. Bezüglich Wohnen haben wir bis ins Glarner Mittelland ein gutes Angebot. In der augenblicklichen Situation frage ich mich, ob der Boom im Glarner Unterland gut ist. Dort hat man gedacht, dass Steuerzahler kommen, aber es sind Bürger gekommen. Probleme sehe ich im Glarner Hinterland. Es hat wohl günstigen Wohnraum, aber man muss schauen, dass man die richtigen Bevölkerungsschichten anzieht. Zum Leben hier: Schauen, dass das Schulangebot stimmt, die Einkaufsmöglichkeiten gut sind, die Vereinsaktivitäten laufen, die Lebensqualität so gut ist wie jetzt im Glarnerland. Dann ist der Schritt, um hierher zum Wohnen zu kommen, klein. ● FJ Alzheimer Glarnerland zum Welt-Alzheimertag 2018 Demenz mitten im Leben Was bedeutet Demenz für Betroffene und Angehörige? Wer hilft? Zum zweiten Mal verleiht Alzheimer Glarnerland den Fokuspreis für besonderes Engagement zugunsten von Erkrankten. Anlässlich des Welt-Alzheimertages lädt die Vereinigung Alzheimer Glarnerland am Freitag, 21. September, um 19.30 Uhr, zum Vortrag «Demenz mitten im Leben» von Pflegeexpertin Cristina de Biasio Martinello ins Restaurant müli, glarnersteg, in Schwanden ein. Die Co-Präsidentin des Vereins «Mosa!k – für Menschen mit Demenz» begleitet Pflegeteams. Sie betreut Menschen mit Demenz und hat darin langjährige Erfahrung. Anschliessend stellen Stefanie Büchel und Neva Landolt die Dienstleistungen von Pro Infirmis für jung an Demenz erkrankte Menschen vor. Für aussergewöhnliches Engagement verleiht Alzheimer Glarnerland danach den Fokuspreis 2018 an die Bäckerei-Konditorei Gabriel in Glarus, die einem ihrer Angestellten auch nach seiner Erkrankung einen der Krankheit angepassten Arbeitsplatz bietet. Zum anschliessenden Apéro sind alle eingeladen. Weitere Organisationen bieten Infos über die vielfältigen Unterstützungsangebote im Kanton Glarus. ● pd. Obstalden Offener Pfarrhausgarten Der letzte Stein ist gesetzt, der Humus verteilt, die Wiese neu angesät und die gefundenen Menschenknochen sind wieder beigesetzt. Jetzt lädt die Kirch - gemeinde Kerenzen alle Interessierten ein, das «Mauerwerk» zu bestaunen. Die wunderschöne Trockenmauer in Obstalden. Am Samstag, 22. September, öffnet sich das Gartentor zum Pfarrhaus - garten in Obstalden. Ab 13.30 Uhr bis 17.00 Uhr haben Sie die Möglichkeit, die wunderschöne Trockenmauer, die vom Spezialisten Franco Steger aufgebaut wurde, zu besichtigen. Dank den unzähligen Freiwilligenstunden, die Gemeindemitglieder geleistet (Foto: zvg) haben, ist ein bezahlbares Wunderwerk entstanden, das Mensch, Tierund Pflanzenwelt erfreut. Gerne kommen wir mit Ihnen bei Kaffee und Kuchen ins Plaudern. Es laden herzlich ein: David Kobelt, Projektleiter, Pfarrerin Annemarie Pfiffner und Kirchenrat Kerenzen. ● eing. Reformierten Landeskirche Verschärfen Religionen Konflikte? Am Dienstag, 18. September, um 19.00 Uhr sind die OeME-Beauftragten der Reformierten Landeskirche und alle weiteren Interessierten in den Chilcheträff Glärnischbligg Ennenda zur Jahrestagung eingeladen. In der Öffentlichkeit herrscht der Eindruck, dass Religionen Konflikte verschärfen. Stimmt das? Oder werden andere Interessen unter dem Deckmantel von Religion ausgefochten? Und wie können Religionen aktiv dazu beitragen, den Frieden zu stärken? Darüber referiert Detlef Lienau, Studienleiter von Mission 21, an der kantonalen Tagung für Ökumene, Mission und Entwicklung (OeME). Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. ● mb.

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