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38. Ausgabe 2017 (21. September 2017)

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38. Ausgabe 2017 (21. September

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 38 Donnerstag, 21. September 2017 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 4 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 26–28 Aus dem Linthgebiet 43 Auflage 31845 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Altersreichtum – Altersarmut Die Werbung hat sich schon seit einiger Zeit vom Jugendwahn ver - abschiedet. Nun buhlt sie um die Generation Gold, die Generation 50+, die «Silver Agers» und «Golden Agers» oder wie sie alle heissen. Der Markt der ersten Generation, die nicht mehr in den Schaukelstuhl sinkt, wenn die Pensionierung naht, sondern auf Weltreise geht und sich im Internet verabredet, hat enormes Potenzial. Eine aktivere Generation im dritten Drittel des Lebens hat es noch nie gegeben. Sie ist aber nicht nur aktiver und hat mehr Geld, sondern auch höhere Erwartungen: Das Toleranzniveau für schlechten Service ist tief, es wird viel verlangt und sich rasch beschwert. Wer also keinen einwandfreien Service liefert, hat im Geschäft mit den «Silver Agers» keine Chance. Das ist die eine Seite der Demografie und des damit einhergehenden Wertewandels. Die andere Seite bilden die 20 Prozent Rentner, die nach der Pensionierung von weniger als 2550 Franken Rente pro Monat leben müssen. Schuld an der Altersarmut sind meist tiefe Löhne während des Erwerbs - lebens, Teilzeitarbeit und Erwerbs - unterbrüche. Tatsächlich sind in keiner Altersgruppe Einkommen und Vermögen ungleicher verteilt als bei den über 60-Jährigen. Jeder vierte Senior ist armutsgefährdet, eine Trendwende nicht in Sicht. Das Bild vom reichen und vermögenden Rentner, der nach der Pensionierung seine freie Zeit geniesst, die Beine hochlegt und sich all seine Wünsche leis tet, trügt also. Reiche Rentner sind in der Öffentlichkeit einfach präsenter, Armut noch immer ein Tabu - thema. Zudem leben von Altersarmut betroffene Senioren zurückgezogen und bleiben von der Gesellschaft unbemerkt. Was Politik und Gesellschaft vergessen: Auch diese Rentner haben dazu beigetragen, die Schweiz zu dem zu machen, was sie heute ist. Eines der reichsten Länder der Welt. Die Forderungen von ver - schiedens ten Seiten, Standards für ein Existenz minimum im Alter zu definieren, die sich an der Würde, dem Wohl und den Rechten älterer Menschen orientieren, sind daher mehr als nur gerechtfertigt. Wichtig wäre aber auch, bei jungen Menschen bereits dann ein Bewusstsein fürs Alter zu schaffen, wenn sie neu in den Arbeitsprozess eintreten. Zentrale Aufgabe der Armutspolitik aber muss es sein, Armut erst gar nicht ent stehen zu lassen. ● mho Ein Glücksfall: Grossmama im Rentenalter übernimmt die Betreuung des Enkelkindes. Davon profitieren beide gleichermassen. (Foto: zvg) Demografie: Das Alter hat viele Gesichter Der demografische Wandel rollt. Unaufhaltsam. Für den Handel heisst das vor allem: ältere Kunden mit anderen Be dürfnissen. Es lockt ein Milliardenmarkt. Aber auf der politischen Ebene stellt der Wandel die gewachsenen sozialen und politischen Strukturen vor grosse Herausforderungen. Die Schweiz altert im Eiltempo. Und mit ihr auch Glarus. Gemäss einem Konzept zur Alters- und Langzeitpflege vom Gesundheitswesen des Kantons Glarus, wird sich, verglichen mit 2015, bis zum Jahr 2030 die Anzahl Personen zwischen 65 und 79 Jahren um 42 Prozent erhöhen. Bei den über 80-Jährigen sogar um 54 Prozent. Der Handel hat sich mit ersten Schritten bereits auf das grosse Geschäft mit den Senioren eingestellt. Discounter wie Migros und Aldi bieten auch im Glarnerland Rollatoren und Gehstöcke an. In Apotheken und Drogerien locken zahlreiche Mittel mit Verjüngungsversprechen und für gesundes Altern. Im Swisscom-Shop gibt es Handys und Telefone mit grossen Tasten. Reisebüros locken Best Agers mit Topangeboten zu Reisen rund um die Welt, und Banken preisen Spezialberatungen an für eine finan - ziell sorgenlose Zeit im Ruhestand. Waren früher «die Alten» oft nur Konsumenten für zwielichtige Kaffeefahrten, wo ihnen eine überteuerte Rheumadecke angedreht wurde, stehen heute die Senioren im Fokus des Handels. Umschmeichelt werden sie mit den Begriffen «Best Ager», «Silver Surfer», «Generation Gold» oder «Senior Citizens». Dem Handel ein Stück voraus ist die Autobranche, wo diverse elektrische Helfer schon länger im Einsatz sind. Zwar werden diese meistens als Beitrag zur Sicherheit gepriesen. Aber im Blick haben die Ingenieure dabei die «Best Agers», da diese Zielgruppe am meis - ten von den Fahrassistenzprogrammen profitiert. Auch die Kultmarke Harley Davidson hat die jungen Rentner ins Visier genommen und bietet ihre Maschinen mit altersgerechten Extras wie geheiztem Sattel und Griffen an. Auch im Bildungsmarkt werden die Senioren immer wichtiger, wie Migros- Sprecher Francesco Laratta sagt: «Für die Klubschule sind sie eine wichtige Zielgruppe, da sie sehr interessiert sind an bereichernden Freizeitangeboten.» So biete die Klubschule in den Bereichen Fitness, Entspannung, Informatik und Sprachen spezielle Kursformate für Senioren an. Kaum Geld für einen Kaffee Doch wenn vom demografischen Wandel gesprochen wird, muss unterschieden werden. «Es gibt die frisch Pensionierten, die Menschen im Alter zwischen 75 bis 85 Jahren und die über 85-Jährigen», erklärt Peter Zimmermann, Geschäftsleiter von Pro Senectute Glarus, wo viele Fäden mit Bezug auf das Älterwerden zusammenlaufen. Am Konsumverhalten dieser drei erwähnten Gruppen richtet sich der Handel aus. «Bei den über 85-Jährigen steht nicht mehr der Konsum im Vorder - grund, sondern die eigene Gesundheit, Betreuung und Pflege. All dies verschlingt in der Regel so viel Geld, dass es meist nur noch für das Allernötigste reicht», weiss Zimmermann. Ganz anders sieht es bei den anderen zwei Gruppen aus. Vor allem die über 60- Jährigen gelten als Zukunftsmarkt. Viele von ihnen, längst nicht alle, sind gesund, haben Geld – auch dank Erbschaften – und wollen dies auch aus - geben. Fakt sei, dass eben diese Gruppe immer grösser werde, sagt Zimmermann. «Darum konzentriert sich der Markt auf 60+, der zu einem immer wichtigeren Standbein der Wirtschaft wird.» Dabei dürfe aber die Armut im Alter nicht vergessen werden. Diese sei auch in unserer Gesellschaft weit verbreitet und oft nur unsichtbar. Zimmermann: «Kein Lebensabschnitt ist mehr von Individualität geprägt wie die Generation 60+, und das trifft nicht nur in gesundheitlichen Belangen zu, sondern auch bei den finanziellen Möglichkeiten» Bei Pro Senectute, wo primär die Hilfe zur Selbsthilfe im Mittelpunkt steht, zählen denn auch eher die weniger gut Betuchten zur Stammkundschaft. Zwar sind auch sie bereit, für den einen oder anderen Kurs Geld auszugeben. Dabei stehen jedoch nicht der Spass im Vordergrund, sondern das Knüpfen neuer Kontakte und damit einhergehend die Erhaltung der Eigenständigkeit. Fortsetzung auf Seite 4 Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 23. September 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 24. September 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 23./24. September Dr. med. Sylvia Link Bahnhofstrasse 5, Wädenswil Telefon 044 780 84 44 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 23./24. September Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz: Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Buchholz Buchholzstrasse 48, Glarus Telefon 055 640 26 40 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. KIA Sportage Swiss City Line 4×4 Fr. 29'950.–

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