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38. Ausgabe 2017 (21. September 2017)

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| Donnerstag, 21. September 2017 | Seite 38 Konzessionserneuerung Sernf und Niederenbach Erneuerung Anlagen der Wasserfassung Sernf in Engi Umsetzung Schutz- und Nutzungsplanung Das Ausgleichsbecken in Engi. (Foto: zvg) Bericht des Bauherrn Die SN Energie betreibt nebst verschiedenen Kleinkraftwerken seit 1931 am Standort Schwanden zwei Wasserkraftwerke. Die Anlage Sernf mit der Wasserfassung und dem Ausgleichsbecken in Engi und das Niederenbachwerk mit der Fassung im Stausee Garichte. Das Wasser für die Stromerzeugung wird über je einen 4 km langen Druckstollen und die Druckleitung zur Zentrale Schwanden geleitet. Mit dem Gefälle von rund 1070 m (Niederenbach), resp. 220 m (Sernf) werden jährlich rund 120 GWh Strom erzeugt, was dem Bedarf von rund 25 000 Haushalten entspricht. Die auf 80 Jahre befristete Konzession beider Kraftwerke ist 2011 abgelaufen und war zu erneuern. Der Bundesrat verabschiedete im Jahr 2004 die Schutz- und Nutzungsplanung (SNP) und legte so den Grundstein für die Konzessions erneuerung mit einer neuen Dauer von 40 Jahren. Diese Schaffung ökologischer Ausgleiche, als Bestandteil der SNP, dient der Optimierung von Restwasserabgaben beim Sernf und Niederenbach. Die SNP setzte sich aus verschiedenen Modulen zusammen: • Anlegen eines Laichtümpels für Amphibien, Einschränken Beweidung des Moores im Niederental. • Anpassung Beweidung Auengebiet Fuchsgand ob Alpstegweiher, Anlegen Amphibien - tümpel. • Mettmen: Moorgebiet aufwerten, Beweidung Moorgebiet aufheben, Bett Wyssbach renaturieren, zwei kleine Moortümpel anlegen. • Revitalisierung Moorgebiet Wyssriet, Ent - wässerungsgräben schliessen. • Aufhebung Überleitung Widersteibach beim Klettergarten. • Amphibienlaichgewässer oberhalb. • Pistolenstand Engi, Anlegen kleiner Weiher. • Umgehungsgewässer Hauptwehr Engi, Aufwerten des Fischpasses durch die Erstellung eines Umgehungsgewässers Umgehungsgewässer Der Bau eines Umgehungsgewässers um die Wasserfassung Sernf in Engi ist ein zentrales Bauwerk in der SNP. War doch die freie Fisch - wanderung im Bereich der Wasserfassung Sernf und des Ausgleichsbeckens in Engi bisher nicht möglich. Statt lediglich einen technischen Fischpass einzurichten, wurde die ökologisch wertvollere Variante eines Umgehungsgerinnes vereinbart. Dieses wurde am Rand des Ausgleichsbeckens entlang des Hangs erstellt und durch einen durchgehenden Fussweg zugänglich und er - lebbar gemacht. Erneuerung Fassungsbauwerk und Ausgleichsbecken Nach der Erhöhung des Schluckvermögens im Rahmen der Produktionserneuerung 2004 zeigte sich, dass die Wasserfassung nicht für die neue Nutzwassermenge ausgelegt und die Entsandung des Wassers ungenügend ist. Weiter machten wir zunehmend schlechte Erfahrungen mit grossem Geschiebetrieb, welcher insbesondere bei hoher Wasserführung zu Betriebs - einschränkungen führte. Auf der Basis des Vorprojekts erstellte das IBU, Institut für Bau und Umwelt, Fachstelle Wasserbau der Hochschule Rapperswil ein Modell des Fassungsbereichs. Dabei wurden verschiedene Zuflusssituationen nachgebildet, insbesondere grössere Hoch - wasser. Aus den Erkenntnissen dieser Versuche konnte das Bauwerk optimal gestaltet werden. Erste Betriebserfahrungen bestätigen dies eindrücklich. Durch die Entwicklung des Strommarktes und den zunehmenden Regelenergiebedarf wurden auch Möglichkeiten zur Vergrösserung des Speichervolumens geprüft. Die Vergrösserung des Ausgleichsbeckens um das nahezu doppelte Nutzvolumen auf 35 000 m 3 erhöht die Flexi - bilität und dadurch die Wirtschaftlichkeit der Produktion. Mit dieser Neukonzeption kann auch mit der Anlage Sernf ein Beitrag an die europäische Netzstabilität geleistet werden. Die Volumenvergrösserung konnte durch Absenkung des Beckenbodens nahezu unsichtbar gelöst werden. Ein Novum stellen die beiden Schneckenpumpen dar, welche das Wasser aus dem unteren Bereich des Beckens auf die Stollenhöhe fördern. Bauablauf Am 20. Mai 2009 wurde das Baugesuch ein - gereicht und am 27.September 2012 lagen sämtliche Bewilligungen für die Umsetzung vor. Die Bewilligungsphase war geprägt von gericht - lichen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Konzessionsverlängerung und Vergabeentscheiden. Am 25. April 2013 konnte mit dem Bau des Umgehungsgewässers begonnen werden. Parallel dazu wurde auch die Umsetzung der verschiedenen Aufwertungsmodule im Sommer 2013 und 2014 ausgeführt. Arbeiten an Gewässern stellen immer wieder eine grosse Herausforderung an Planer und Unternehmer dar. Eine wesentliche Vorgabe seitens des Bauherrn lag darin, dass die Wasserfassung und somit die Energieproduktion mit möglichst wenig Unterbrüchen weiterhin aufrechterhalten bleiben konnte. Bedingt durch die lange Bauzeit, mussten auch umfangreiche Vorkehrungen zum Schutz von Hochwassern getroffen werden. Diese Ziel - setzung konnte dank grosser Anstrengungen aller am Bau Beteiligten erreicht werden. Die Bauarbeiten wurden unter kritischer Aufsicht von Umweltexperten ausgeführt, Fach - experten unterstützten uns insbesondere bei den Aufwertungsmodulen in der Lösungsfindung. Mit der Deinstallation der Baustelle im Herbst 2016 konnte eine über zehnjährige Planungsund Bauphase erfolgreich und unfallfrei ab - geschlossen werden. Kosten Die im Voranschlag für alle Massnahmen im Zusammenhang mit der SNP ermittelten Kosten und der durch den Verwaltungsrat der SN Energie gesprochene Kredit von 12,5 Mio. Franken wurden nicht überschritten. Bis auf wenige Ausnahmen erfolgten die Vergaben innerhalb des Kantons und insbesondere in der Gemeinde Glarus Süd. Integration Kraftwerk am Unteren Mühlebach Bereits im Jahr 2009 reichte die KWM Kraftwerke Mühlebach AG das Konzessionsgesuch zur Nutzung des Unteren Mühlebachs ein. Das Projekt hat zum Ziel, die Kraftwerkszentrale am Rande des Ausgleichsbeckens zu integrieren und das am Mühlebach gefasste Wasser direkt dem Ausgleichsbecken zuzuführen. Mit der Integration in die Bautätigkeiten beim Ausgleichsbecken hätten wertvolle Synergien und auch die Belastung der Umwelt auf ein Minimum reduziert werden können. Dieses Projekt erlitt im Bewilligungsverfahren der Konzession grosse Verzögerungen, sodass die Realisierung erst nach der Vollendung der Bauarbeiten beim Ausgleichsbecken gestartet werden konnte. Diese Arbeiten laufen nun planmässig voran, die Inbetriebnahme ist für Januar 2018 vorgesehen. Dank SN Energie kann erfreut auf eine erfolgreiche Projektphase zurückblicken und bedankt sich bei allen Beteiligten für Ihr grosses Engagement.

| Donnerstag, 21. September 2017 | Seite 39 Konzessionserneuerung Sernf und Niederenbach Erneuerung Anlagen der Wasserfassung Sernf in Engi Umsetzung Schutz- und Nutzungsplanung Für Ihr Projekt bieten wir die komplette Dienstleistung – professionell und vielfach bewährt. Wir danken der Bauherrschaft für den geschätzten Auftrag. Vielen Dank der Bauherrschaft für den geschätzten Auftrag. tbgs – Technische Betriebe Glarus Süd Farbstrasse 22 · 8762 Schwanden Telefon 058 611 90 00 · www.tbgs.ch Ausführung der Spenglerarbeiten Wir danken der Bauherrschaft für diesen Auftrag. 8756 Mitlödi • Tel. 055 644 2015 Email: info@luchsinger-transport.ch Wir danken der Bauherrschaft für den geschätzten Auftrag. Ökologisch wertvolle Variante einer Fischtreppe in Kombination mit Umgehungsgerinne. Die Wasserförderschnecken in Engi. (Fotos: zvg)

© Fridolin Druck und Medien, Walter Feldmann AG Hauptstr. 2 CH-8762 Schwanden GL | Tel. 055 647 47 47 -Fax 055 647 47 00 -E-Mail fridolin@fridolin.ch

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