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39. Ausgabe 2017 (28. September 2017)

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39. Ausgabe 2017 (28. September

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 39 Donnerstag, 28. September 2017 Regierungsrat 4 Landrat 6 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 22–24 Aus dem Linthgebiet 37 Auflage 31845 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Mehr als Ziger und Beggeli Wer mag es schon, auf das Minimum reduziert zu werden? So wie etwa der Kanton Glarus, der noch heute in den umliegenden Kantonen mehr oder weniger liebevoll «Zigerschlitz» genannt wird. Ich mag diesen Namen überhaupt nicht, und bitte um Ver - zeihung, diesen dennoch an so prominenter Stelle genannt zu haben. Fairerweise muss erwähnt werden, dass der Ziger und das Beggeli bei auswärtigen Veranstaltungen, nebst der Kalberwurst, klar dominieren. Dies erklärt auch die Wahrnehmung der auswärtigen Bevölkerung, dass im Kantuu vor allem diese drei Köstlichkeiten produziert werden. Vielleicht kommt es auch daher, dass die Hersteller der «berühmten Drei» ihre Produkte aktiv und weiträumig be werben. So wurden Vatikan, OLMA, Sechseläuten, Schwingfeste und weitere überregionale Veranstaltungen reichlich mit den Spezialitäten bedient. «Beste Werbung», so der Tenor. Auch bei einheimischen Festivitäten werden Zigerbrüt zum Apéro, Kalberwürste zum Hauptgang und Beggeli zum Dessert serviert. Ist ja auch fein und bezüglich Qualität ein sicherer Wert. Wäre ja noch schöner, wenn die Einheimischen ihre prominenten Produkte nicht selber gerne essen würden. Dennoch, die Vielfalt der Glarner Produkte ist riesig und deren Produzenten sind innovativ und äusserst kreativ. Kreativität braucht es gerade dann, wenn man bezüglich Produktevielfalt wegen fehlenden Möglichkeiten eingeschränkt ist. Ein Bergkanton ohne Agro- und Obstkultur hat es viel schwerer, als etwa der Thurgau oder das Berner Seeland, wo Obst und Gemüse in Massen wächst und verarbeitet wird. Über das Thema Kulturland will ich an dieser Stelle nicht schreiben, diesen Part übernehmen die Bürger am kommenden Freitagabend in der lintharena sgu! Was es auf einer Einkaufstour quer durch das Tal zu kaufen gibt, löst Begeisterung aus. Die Metzgereien präsentieren gerade Wild aus hiesiger Jagd: Gams, Hase, Reh, Hirsch, Wildschwein. Im Hof - laden von Margrit Hefti in Netstal beispielsweise ist man überwältigt! Selbsteingemachtes aus dem Garten, Kräutersalz, Sirup, Honig, Likör, Schnaps in vielen Varianten. Die hauseigene Milch von Kuh, Geiss und Schaf wird zu Butter, Joghurt und Käse verarbeitet. Die Lebensmittelvielfalt könnte attrak tiver nicht sein, vorausgesetzt man nimmt sie auch wahr. ● zim Heute Genuss-Tipp Seite 4 Die Vielfalt an einheimischen Produkten ist faszinierend. Käse und Molkereiprodukte von Margrit Hefti-Weber (unten links) und Hannes Hefti, Alp Guetbächi (oben rechts). Wild aus einheimischer Jagd (Beispiel Berwerts Gourmetmetzg). (Fotos: zim) «Ernährungssicherheit»: Viel Käse und Fleisch, aber kaum Ackerbau Die Glarner Bauern produzieren gleich tonnenweise Milch, Käse und Fleisch. Trotzdem ist der Selbstversorgungsgrad im Kanton leicht auf 50 Prozent gefallen. Was aber bei einem Versorgungsnotstand hierzulande wirklich fehlen würde, sind Produkte aus dem Ackerbau. Die Schweiz, und mit ihr auch Glarus, hat am vergangenen Abstimmungssonntag deutlich Ja gesagt zur «Ernäh - rungssicherheit». Doch die Bezeichnung «Ernährungssicherheit» kann in Zeiten, wo die Bevölkerung wächst, die fruchtbaren Böden weniger werden und gut 50 Prozent der Nahrungsmittel importiert werden müssen, leicht falsch verstanden werden. Sie ist nicht mit Selbstversorgung gleichzusetzen, auch wenn die Initiative «Ernährungssicherheit» den Selbstversorgungsgrad erhöhen soll. Sicher ist, müssten die Grenzen im Ernstfall geschlossen werden, sähe das, was auf unserem Teller landet, ganz anders aus. Blicken wir kurz zurück: Die Wirtschaftsgeschichte zeigt, dass die Glarner schon früh keine Selbstversorger mehr waren. Sie sicherten sich bereits im 15. Jahrhundert ihr Auskommen mit Viehexport und Handel mit Milch - produkten – zu denen damals schon der Glarner Ziger gehörte. Wertvolle Landschaftsräume waren im Überfluss vorhanden. Dann erfolgte die Industria - lisierung und heute bedarf die Kulturlandschaft des Schutzes. Produziert wird hierzulande aber immer noch viel. Die Glarner Bauern fokussieren sich dabei hauptsächlich auf Viehzucht, Fleisch- und Milchproduktion. In ungefähren Zahlen: 23 000 Tonnen Milch, wovon u. a. 70 Tonnen Käse produziert werden, 640 Tonnen Rind- und Kalbfleisch, 170 Tonnen Schweinefleisch, 37 Tonnen Schaffleisch. Die Zahlen stammen aus einer Strukturanalyse der Glarner Landwirtschaft und sind schon etwas älter, dürften aber heute noch ungefähr stimmen, wie Fritz Waldvogel, Präsident des Glarner Bauernverbandes sagt. Alles in allem eine enorme Menge, und, könnte man meinen, ausreichend, um den Bedarf dieser Nahrungsmittel im Kanton zu decken, so die Grenzen für den Warenverkehr geschlossen werden müssten. Kommt hinzu, dass ein grosser Teil des hier produzierten Rindund Kalbfleisches unverarbeitet ausserhalb des Kantons Glarus verkauft wird und 84 Prozent der produzierten Milch den Kanton ebenso unverarbeitet verlassen. «Doch in einem Notfall liegt die Krux im fehlenden Ackerbau», sagt Waldvogel. Rösti statt Chips «Unsere Böden und die klimatische Lage lassen es nicht zu, dass wir Ackerbau im grossen Stil betreiben können», erklärt Waldvogel. Zwar werden auf etwa 200 Hektaren etwas Getreide und Mais angebaut, doch dies decke den Bedarf bei weitem nicht. «Im Notfall würden wohl auf der einen oder anderen Fläche Kartoffeln angebaut, aber dies hätte nur einen marginalen Einfluss.» Mit Milch und Fleisch könnten wir uns also eine Zeit lang versorgen, weil dann aber das Futter knapp würde, müsste beides rationiert werden. Was wir dann auf dem Teller hätten, kann auch Waldvogel nicht sagen. Sicher sei, dass Nahrungsmittel dann nicht mehr industriell verarbeitet würden, sondern vom Produzenten direkt an den Verbraucher gelangten. Will heissen: Rösti statt Chips. «Eine Möglichkeit, in einer Krisen - situation mehr Nahrungsmittel zu produzieren, gäbe es aber noch», fügt Waldvogel an. «Die Geissenzucht.» Früher habe es in jedem Dorf einen Geissenhirt gegeben, der mit den Tieren weit hinauf in die Berge gezogen sei. «Die Tiere lieferten gesunde Milch und Fleisch und brauchten keine grossen Ställe.» Geissenmilch sei heute wieder gefragt, leider aber das Fleisch nicht, dem der fahle Geschmack des armen Mannes anhänge. Verhungern müssten wir im Notfall zwar nicht, uns aber neu orientieren. Auf den Alpen habe es früher auch nur Nidelbrot, Butter und Fenz gegeben, meint Waldvogel dazu. Eine Grenzschliessung würde zwar zu grossen Problemen führen, sei aber kaum zu erwarten. «Das Szenario zeigt aber auf, wie wichtig es ist, am heutigen Produktionsvolumen der Glarner Bauern festzuhalten und dem Kulturland Sorge zu tragen.» Das Problem dabei: Die fruchtbarsten Böden müssen sich die Landwirtschaft teilen mit Platz zum Wohnen und Arbeiten. «Hier herrscht ein Konkurrenzkampf, der es den heutigen 350 Bauernbetrieben nicht leicht macht, mehr Nahrungsmittel zu produzieren.» ● mho Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 30. September 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 1. Oktober 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag, 30. September Sonntag, 1. Oktober Vista Diagnostics Bahnhofstrasse 15, Pfäffikon SZ Telefon 055 225 29 29 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag, 30. September Sonntag, 1. Oktober Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz: Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Buchholz Buchholzstrasse 48, Glarus Telefon 055 640 26 40 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. Das Malergeschäft für sämtliche Malerarbeiten und Isolationen! Telefon 079 636 3148 E-Mail jacques_schaerer-ag@bluewin.ch

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