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40. Ausgabe 2017 (5. Oktober 2017)

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40. Ausgabe 2017 (5. Oktober

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 40 Donnerstag, 5. Oktober 2017 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 6 Amtsblatt Aus dem Linthgebiet 19 – 20 35 Altholzmöbel? Industrie West 3 8756 Mitlödi Tel. 055 644 45 50 schreinerei-abart.ch Auflage 31845 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Am Rand des Dorfes Am Rand des Dorfes schiessen die Interessen ins Kraut: Vom Salat, der neu mit Fernwärme ganzjährig wachsen darf, über die Wildtiere, die auf Korridoren wechseln sollen, bis zum neuen Fussballplatz, zum erweiterten Industrieareal und zu möglichst sinnvoll zu bewirtschaftenden Landwirtschaftsflächen möchte hier jeder wachsen. Die Gesetze sind klar und geben der Gemeinde die Kompetenzen, sich sinnvoll zu entwickeln. So weit, so gut. Gäbe es da nicht eine Kluft zwischen Gesetz und Umsetzung: Die Revision des Raumplanungsgesetzes, welche 2013 vom Volk mit fast zwei Dritteln Ja angenommen wurde, nimmt den Kanton und die drei Gemeinden in die Pflicht, mit dem Boden haushälterisch umzugehen: Tönt gut. Die Richtplanung bringt alle Interessen – vom Salat bis zum Fussball – unter einen Hut: Tönt ebenfalls super. Die Nutzungsplanung schliesslich schafft parzellengenau Rechtsverbindlichkeit: Das tönt irgendwie bedrohlich. So kam es denn im Norden und Süden auch heraus: Während bei der Richtplanung die Mitwirkung der Bevölkerung darin bestand, mit Ideen und Interessen in Gruppen positiv zu diskutieren und sich einzubringen und den so gestalteten Richtplan durchzuwinken, kamen bei der Nutzungsplanung die Eigeninteressen und die Rechtsanwälte ins Spiel. Darf die Einfamilienhausparzelle am Dorfrand, wo einst der Sohn oder die Tochter hätten bauen sollen, wieder der Landwirtschaftszone zugeführt werden? Soll auf dem Areal bei der KVA jetzt Öko-Salat wachsen oder doch lieber Futtermais und Gras für die Kühe? An Dorf-, an Wald- und an Gewässerrändern scheiden sich die Geister – hier setzen die Raumplaner den Hebel an, hier gehen die Bürger auf die Barrikaden. Was also braucht es, damit eine Nutzungsplanung verabschiedet werden kann? Es braucht das vertrauensvolle Miteinander von Behörden und Bürgern. Bei inzwischen über 18 000 Einwohnern alles andere als einfach. Es braucht eine Bewertung, die dem Boden nicht bloss einen finanziellen Wert zuweist, sondern auch seine Bedeutung für die Entwicklung der Gemeinde festlegt. Es braucht Realistinnen, die aus den hochfliegenden Ideen der Richtplanung brauchbare Lösungen filtern, und es braucht den Willen, wo es ans Eingemachte geht, auch einmal das Gemeinwohl über die eigenen Interessen zu stellen. Eine Nutzungsplanung durchzuboxen, das ist schwierig und es tut weh – doch auch wenn sie abgelehnt wird, geht es nicht zurück auf Feld eins. Aus dem politischen Prozess kann man lernen, was man beim nächsten Mal verbessern und auf welche Ränder man achtgeben muss. ● FJ Der grüne Flecken an der Linth in Mollis bleibt in der Landwirtschaftszone. Christoph Zindel (rechts) und Martin Laupper müssen nochmals über die Bücher, derweil der auch von Peter Landolt (links) unterstützte Rückweisungsantrag angenommen wurde. (Fotomontage: FRIDOLIN) Gemeindeversammlung Glarus Nord: Nutzungsplanung klar zurückgewiesen Mit einem deutlichen Mehr hat die Gemeindeversammlung von Glarus Nord am letzten Freitag die neue Nutzungsplanung samt dem entsprechenden Baureglement abgelehnt. Was für die einen ein Debakel, ist für andere eine neue Chance. Der Grossaufmarsch in der lintharena von gegen 1000 Stimmbürgern liess den Ausgang der Abstimmung über die Nutzungsplanung und dessen Baureglement schon früh erahnen. Doch die Segel streichen liegt für Politiker auch in solchen Augenblicken nicht drin. Und so legte Gemeindepräsident Martin Laupper gleich zu Beginn noch einmal alles in die Waagschale. Dies sei keine gewöhnliche, sondern eine für Glarus Nord ausserordentlich wichtige und wegweisende Gemeindeversammlung, versuchte er den Souverän zu beschwören. Es stehe für die junge Gemeinde nicht weniger als eine für eine Generation umfassende Entwicklungsplanung zur Debatte. «Geht es um ein solch zentrales, bestimmendes Thema, das gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Schwerpunkte und Ziele für die Gemeinde setzt, spürt man unmittelbar die grosse Verantwortung, die heute Abend auf Ihnen lastet.» Mucksmäuschenstill war es da im Saal, beinahe so, als diese Last tatsächlich zu spüren sei. Laupper sprach von Einzelinteressen, die dem Gesamtinteresse gegenüberstehen. Von gesellschaftlichen politischen Fragestellungen im Zusammenhang mit Wachstum, Landschafts- und Gewässerschutz, Landwirtschaft und verantwortbaren Massnahmen betreffend Eigentum. Und Laupper sagte auch: «Es liegt in der Natur der Sache, dass wir all diesen Ansprüchen und Vorstellungen nicht gerecht werden können.» Doch Lauppers Appell an die Verantwortung der Stimmbürger verhallte, mehrheitlich ungehört. Landolts grosser Auftritt Der weitere Ablauf der Gemeindeversammlung sah als Erstes die Behandlung der Anträge zur Gesamtrückweisung vor. Den Reigen der Reden eröffnete, nach einem kurzem Votum von Fredo Landolt, Präsident der Geschäftsprüfungskommission, BDP-Nationalrat Martin Landolt. Er kritisierte nicht nur die «Vernichtung» von privatem Eigentum im Wert von bis zu 300 Mio. Franken, sondern auch das Baugesetz, gegen welches viele Fachleute seien. Landolt forderte die Rückweisung unter den Eckwerten, es sei ein neues Baureglement zu erlassen, die Baulandreserven neu zu berechnen und die Nutzungsplanung entsprechend zu überarbeiten. «Die Rückweisung führt zu keinem Scherbenhaufen, denn dieser besteht schon.» Der grosse Applaus, den Landolt für sein Votum erhielt, unterstrich, wohin die Reise an diesem Abend gehen sollte. Eintreten wäre fairer, der Nutzungsplan schaffe Sicherheit für die nächsten 15 Jahre, so sprach sich SVP-Landrat Emil Küng für Eintreten aus. Der Beifall war verhalten. Rückweisung beantragte sodann auch CVP-Landrat Beat Noser: Er werde «den Eindruck nicht los, dass der Planer seine Doktorarbeit schreiben wollte, und mit Glarus Nord eine Gemeinde gefunden hat, die ihm dabei grösste Freiheit liess.» Mit brachialer Gewalt würden bestehende Strukturen zerstört, der Volkswille nicht beachtet. Fridolin Beglinger vermisste die Regeln im Baureglement; Landwirt Hanspeter Hauser fand, dass den Bauern zu wenig Ge - hör verschaffen worden sei, und Peter Landolt meinte, dass es mit der Umsetzung des RPG zeitlich gar nicht so eile, wie die Behörden behauptet hätten. Zu den Befürwortern zählten unter anderem auch Albert Curiger, der den Egoismus gewisser Leute anprangerte; Daniel Bär, der sagte, es komme nichts Besseres, und SP-Landrat Thomas Kistler, der an Martin Landolt gerichtet sagte, dass das Raumplanungsgesetz, welches der Gemeinderat umsetzen müsse, in Bern gemacht worden sei. Klares Verdikt Knapp zwei Stunden dauerten die 14 Voten zur Rückweisung oder eben zur Behandlung des Geschäfts. Dann hiess es abstimmen. Nach 15 Minuten waren die Stimmen ausgezählt und das Verdikt klar. 639 Stimmbürger sagten Ja zur Rückweisung, 237 Stimmbürger waren für Eintreten. Sicher ist, die Spielräume für eine neue Nutzungsplanung sind eng. Aber sie sind vorhanden. Man werde nun analysieren, wie es weiter gehen soll, meinte Laupper. Und fand trotz der Niederlage positive Worte: «Die Diskussion hat die Bürger näher zusammengebracht; die dadurch entstandene Betroffenheit hat alle in ihren Bann gezogen. Solche Ereignisse sind auch eine Chance, um die Gemeinde gemeinsam weiter zu entwickeln.» ● mho Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 7. Oktober 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 8. Oktober 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 7./8. Oktober Dr.med. Ales Tilen Mittlere Bahnhofstrasse 8, Lachen Telefon 055 442 20 03 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 7./8. Oktober Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz: Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. 055 640 29 40 nart.ch

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