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43. Ausgabe 2020 (22. Oktober 2020)

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43. Ausgabe 2020 (22. Oktober

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 43 Donnerstag, 22. Oktober 2020 Regierungsrat 6 Landrat 12 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 25–27 Aus dem Linthgebiet 28 Auflage 32 098 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Traumfänger und Wunderheiler Sie nehmen Jahr für Jahr zu – die Fahrzeuge mit den gesegneten Rückspiegeln. Da baumeln ausgewachsene Traumfänger mitten im Sichtfeld neben der Autobahnvignette, aber auch Kombolois, Malas, Misbahas, einfache Freundschaftsbändchen und – wie könnte es anders sein – Rosenkränze, Marienstatuen und Christophorusse. Bevor die Menschheit Physik und Medizin konnte, konnte sie schon Zaubersprüche und Amulette. Was Wunder, dass so mancher auch die Reifen vom botswanischen Heiler segnen lässt, statt sie vom französischen Hersteller einmal ersetzen zu lassen. Doch die wunderbaren Gesetze der Physik werden durch den einfachen Pneuzauber nicht aufgehoben, dafür brauchte es schon einen doppelten Rillenzauber, und den kann der Zauberer noch nicht. Die Gesetze der Schwerkraft also sorgen dafür, dass das Fahrzeug, im Thon oben angebremst, bis über den Kreuzplatz schlittert, um dann bei Ferrari im Schaufenster zu landen. Der Pneuzauber bewirkt bei korrekter Ausführung höchstens, dass sich alle – inklusive des Fahrers – lebend aus der Gefahrensituation retten können. Was für die Physik gilt, gilt auch für die Medizin. Noch fehlen wirklich verlässliche Tests für das neu - este Virus, ganz zu schweigen von einem Impfstoff. Aber die Gesetze der Pharmaindustrie lassen sich durch Wunderheiler auch nicht aushebeln. Deshalb gibt es zwar für die Grippe in der Schweiz dieses Jahr nicht genügend Impfdosen, aber die Aktie von Lonza steigt. Denn mit etwas Glück bekommt ihr Partnerunternehmen im Dezember eine US-Notfallzulassung für den eigenen Impfstoff gegen Covid-19. Bis dahin muss es mal wieder der Zauber richten – oder der Toubib aus dem Maghreb. Der ist dann auch schuld – wenn’s doch nicht klappt. Genauso, wie es niemals das abgefahrene Profil ist, welches den Unfall verursacht, ist es auch nicht der Jodelfestbesuch, der maskenlose Einkauf oder das Fest zum 80. Geburtstag von Onkel Pavel, wo man sich angesteckt hat. Das muss schon ein Superspreader gewesen sein – oder der Fluch, mit dem uns Tante Jedwiga belegt hat, weil wir ihre Brottorte nicht aufgegessen haben. Das Unheil sitzt in den meisten Fällen irgendwo zwischen den Ohren, bei den einen im ersten Stock oben, bei den anderen mehr Parterre und – bei denen mit den abgefahrenen Schuhsohlen – halt im Sou - terrain. Ich jedenfalls lasse dieses Jahr meine Pneus gegen Grippe impfen, das kann ich Ihnen schon einmal verraten. ● FJ Armin Ackermann, Chef Fachdienst Verkehr Kantonspolizei Glarus, schaut auf die Betriebssicherheit der Fahrzeuge. Für das Videostatement mit vier Tipps Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. Glarnerland zeigt Profil (Foto/Video: FJ) Mit dem Herbst fallen die Temperaturen unter sieben Grad, und es braucht wieder Winterreifen und kräftiges Licht, damit man sieht und gesehen wird. Der FRIDOLIN sprach mit Armin Ackermann, Chef FD Verkehr Kantonspolizei, und mit Dragan Danilovic, techn. Betriebsleiter, sowie Edwin Koller, Präsident AGVS/Geschäftsinhaber, beide Freihof Garage AG, Näfels, über Betriebssicherheit und Fahrstil. Wenn Edwin Koller uneinsichtige Kunden hat, die von ihm verlangen, dass er abgefahrene Winterpneus im Herbst noch einmal montiert, so zeigt er ihnen das Restprofil-Diagramm. Mit 8 mm Profiltiefe bremst man bei Innerortsgeschwindigkeit in 25 m auf Stand ab, mit 4 mm Profiltiefe – das ist der Punkt, wo der Garagist neue Reifen empfiehlt – sind es 31,5 m; bei 1,6 mm – das ist die vom Gesetz geforderte Mindestprofiltiefe – sind es 39,5 m. Noch ernüchternder: Während jener mit neuen Reifen schon steht, hat der Gummiminimalist noch 30 km/h auf dem Tacho. Nicht auszudenken, wenn in 26 Meter Entfernung gerade ein Fussgänger auf die Strasse geht. Die Grundsätze Doch worauf achtet die Polizei? Armin Ackermann vom Fachdienst Verkehr der Kantonspolizei Glarus hat schon viel gesehen – von jenen, die in der Kurve gradeaus fahren, bis zum Lastwagenunfall. Sein Spezialdienst mit sechs Polizeibeamten und zwei Zivilangestellten kümmert sich hauptsächlich um Geschwindigkeitsmessungen, um die Verkehrserziehung, um den Schwerverkehr. Sein Tipp: «Mehr Zeit einrechnen – sowohl für den Arbeitsweg wie für Fahrten während der Arbeit. Denn mit dem ersten Schnee dauert die Fahrt einfach länger.» Weiter verlangen winterliche Verhältnisse eine vorausschauende und vorsichtige Fahrweise. «Das ist eine Grundeinstellung. Man weiss heute mit der Wetter-App im Voraus genau, wo es schneit. Und man kennt – als Einheimischer – kritische Stellen, wo die Strasse besonders schnell vereist. Dieses Wissen gilt es anzuwenden und die Fahrweise dem Wetter und den örtlichen Gegebenheiten anzupassen.» Betriebssicherheit Zwar verfügen heute viele Fahrzeuge über Traktionskontrolle und Anti - blockiersystem – trotzdem bedeutet das Anpassen der Fahrweise, so Ackermann, «für alle Verkehrsbeteiligten: keine brüsken Bewegungen, nicht zu schnell beschleunigen sowie immer genügend Abstand und die Geschwindigkeit den Strassenverhältnissen anpassen». Derzeit informiert und kontrolliert die Polizei vermehrt zum Thema «Licht gibt Sicht». Für die Reifen sieht der Gesetzgeber zwar ein Minimum der Profiltiefe von 1,6 mm vor, doch wer – z. B. auf schneebedeckter Fahrbahn oder bei einem Unfall – mit fast abgefahrenen oder mit Sommerreifen erwischt wird, wird aus dem Verkehr gezogen und gebüsst. Das Stichwort: Betriebssicherheit des Fahrzeugs. Dazu gehört neben guten Winterreifen, dass das Fahrzeug, inklusive Beleuchtung, Blinker, Motorhaube, Frontscheibe und Dach, vor dem Losfahren von Eis und Schnee befreit wird. Wer als «Iglufahrer» mit Schnee und Eis respektive bei eingeschränktem Sichtfeld der Frontscheibe unterwegs ist, gefährdet sich und andere Verkehrsteilnehmer. Zusätzlich riskiert man eine hohe Busse und den Führerausweisentzug. Wintercheck ist nötig Der sogenannte Wintercheck werde, so Präsident Edwin Koller, von den AGVS-Garagen nach identischen Standards zu günstigen Preisen angeboten. «Den sollte jeder machen. Insbesondere heute, wo viele Fahrzeuge zweijährige Serviceintervalle haben und Schäden nicht mehr sofort auffallen.» Neben der Kontrolle der Betriebssicherheit – Alter Pneus, Profiltiefe, Startfähigkeit der Batterie, Licht – werden die Flüssigkeiten, Türdichtungen und Schlösser kontrolliert, damit sie nicht einfrieren. Zudem werden wie beim Service die Testgeräte angehängt, um Fehler auszulesen. Edwin Koller: «Ich mache auch bei meinem Fahrzeug den Wintercheck, besonders vor Skiferien und längeren Reisen.» Denn bei Unfällen nehmen Versicherungen Regress. Inzwischen fragen sie schon bei Pannen nach der Wartung des Fahrzeugs. «Noch etwas gilt es zu bedenken», so Dragan Danilovic. «Durch moderne Assis - tenzsysteme hat der Fahrer weniger direkte Rückmeldung. Deshalb mache ich beim ersten Schnee auf dem Parkplatz einen Bremstest, um wieder das Gefühl zu bekommen.» ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: Telefon 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: Telefon 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: Telefon 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 24. Oktober 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 25. Oktober 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 24./25. Oktober Dr.med. Aleš Tilen Mittlere Bahnhofstrasse 8, Lachen Telefon 055 442 20 03 Wochenend-Notfalldienst: ab Freitag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Samstag/Sonntag, 24./25. Oktober Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 • Wochenende ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. • Freitagnacht und Montagnacht: Wochenend-Notfalldienst. • Dienstagnacht: Kleintierpraxis Buchholz, Buchholzstrasse 48, Glarus, Telefon 055 640 26 40. • Mittwochnacht: Kleintierpraxis Landerer, Bahnhofstrasse 31a, Näfels, Telefon 055 622 20 20. • Donnerstagnacht: Kleintierpraxis Tierklinik am Kreis AG, Zaunweg 11, Netstal, Telefon 055 646 86 86. Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66