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45. Ausgabe 2018 (8. November 2018)

45. Ausgabe 2018 (8. November

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 45 Donnerstag, 8. November 2018 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 6 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 21–24 Aus dem Linthgebiet 37 Auflage 32 040 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Eine besondere Kunst Es ist keine besondere Kunst, etwas zu verlieren – schreibt die Dichterin Elisabeth Bishop. Wir verlieren täglich tausend Dinge wie unsere Schlüssel, vergessen Namen und Orte, vergessen, wo wir hinwollten. Häuser, an die wir uns erinnern, verschwinden, ganze Regionen ver - ändern sich, und auch die kleinen Charaktereigenschaften von geliebten Menschen geraten, wenn diese Menschen nicht mehr bei uns sind, in Vergessenheit. Ihre besondere Art von Humor, die Art, wie sie sich das Haar hinter die Ohren streiften oder den Kopf schüttelten. Doch auch wenn all dies – und noch vieles mehr – in Vergessenheit gerät, war es einmal da und präsent in der Welt. Es hinterlässt eine Lücke, die schmerzhaft aufklafft – so wie ein abgerissenes Haus in einer Häuserzeile eine sichtbare Lücke hinterlässt. Während allerdings ein Haus wieder neu aufgebaut werden kann, sodass das Gesamtbild der Häuserreihe wieder heil und intakt wirkt, braucht es bei vielem anderem die Kraft der Erinnerung. Die Er - innerung kann gleichzeitig sehr schmerzhaft sein und doch heilsam wirken. Schmerzhaft, weil sie Trauer und Wut auslöst über den Verlust, aber heilsam, weil sie die Realität des Fehlens ins Bewusstsein ruft und damit zum Ansporn wird, ohne das Geliebte weiter - zuleben und Neues ins Herz zu schliessen. Verlust und Erinnerung sind – sozusagen – eine der grossen Herausforderungen, die früher oder später an alle Menschen herantreten. Doch manchmal trügt die Erinnerung und manchmal geht man etwas gar vorschnell wieder zum Alltag über. Weil das Verlorengegangene verblasst, füllt die Erinnerung die Lücken aus oder übertüncht sie, und es kann verlockend sein, sich das Vergangene in der Erinnerung so schön zu färben, bis es zum Paradies wird. Das ist, als würde man die feuchten Flecken an einer Wand einfach übermalen. Doch so wie man die Wand zuerst austrocknet, bevor man sie wieder anstreicht, so ist es auch nötig, die Tränen der Trauer zu weinen, bevor man nach einem Verlust wieder zum Alltag übergeht. Dafür braucht es den Mut, sich dem Schmerz und der Trauer auszusetzen. Sie bewusst wahrzunehmen, anzunehmen und sie so zu verarbeiten. Denn genau wie nach einem Beinbruch, wo die Schmerzen auch ein Zeichen der beginnenden Heilung sind, wird mit Schmerz, Wut und Trauer der Heilungsprozess in Gang gesetzt. Der Lohn dafür ist ein bewussteres Leben, das dankbar jeden Moment annimmt und aus - kostet. ● FJ Die Trauer am Grab ist heilsam – denn sie hilft, den Abschied bewusst zu erleben. Trauermonat November Abschied bewusst leben (Foto: FJ) Anfang November wird rund um das Allerheiligen-Fest auch im Glarnerland traditionell der Verstorbenen gedacht. Doch wo sterben die Menschen, wie ist es mit der Betreuung der Sterbenden vor dem Tod und wie geht es nachher weiter? Der FRIDOLIN hat nachgefragt. Der Gang über den Friedhof, der Besuch der Gräber und die liebevolle Erinnerung an die verstorbenen Menschen gehören zum November. Die vielen Gräber, die mit Kerzen, zierenden Geschenken und Blumen - arrangements geschmückt sind, sind ein beredtes Zeugnis von der Liebe der Angehörigen. Im Nachgang zu Allerheiligen stellt der FRIDOLIN die Frage: Warum bleiben die verstorbenen Menschen so stark präsent in der Erinnerung? Besonders jene, von denen man sich nicht verabschieden konnte? Doch der Umgang mit Sterben und Tod ist sehr individuell – so individuell wie es die Menschen sind. Aktiv auseinandersetzen Verdrängen oder Annehmen des Sterbens sind ganz persönliche Reaktionen auf das Ende des Lebens. Es gibt Menschen, die Angst haben, wenn jemand, der ihnen nahesteht, stirbt, und die das Sterben am liebsten ganz verdrängen. «Der Schrecken, den der Tod auslöst, ist furchtbar», sagt eine erfahrene Pflegefachfrau. «Noch heute erinnere ich mich an die erste Tote, die ich gesehen habe – dabei ist das bereits mehr als 40 Jahre her. Es war ganz schrecklich, ich war Schwesternschülerin im 1. Lehrjahr und sollte Thermometer verteilen. Da lag eine der Patientinnen einfach tot im Bett.» Im Alters- und Pflegeheim erlebt Harald Klein, Geschäftsführer Alters- und Pflegeheime Glarus Nord (APGN), die Auseinandersetzung mit dem Tod: «Von den Angehörigen her ist sie so unterschiedlich, wie die Familien sind. Die einen setzen sich aktiv damit auseinander, andere verdrängen und noch mal andere wollen am liebsten Intensivmedizin, weil sie das Sterben, den Tod nicht akzeptieren, sie halten das ‹Nichts machen› nicht aus.» Anders ist es bei den Pflegepersonen: «Die meisten gehen damit sehr professionell um. Ab und zu kommt es vor, dass, weil man sich von früher kennt, eine persönliche Komponente dazukommt, oder aber auch, dass es tiefere Beziehungen im Heim gegeben hat und der Abschied dann schwerer fällt.» Der richtige Ort Manche Menschen sterben zu Hause, begleitet von Angehörigen oder einer Krankenbegleitung, andere im Spital, wieder andere im Heim, wo sie den Lebensabend verbrachten. «Wenige Bewohnende sterben im Spital», sagt Harald Klein. «Viele wollen gar nicht ins Spital, weil sie Angst haben, dort an ‹Schläuchen› zu hängen und dass so das Sterben noch verlängert wird. Die Bewohnenden sterben bei uns und werden professionell begleitet, eben im Sinn von Palliativ Care.» Andere dagegen wollen das Thema Sterben ja nicht zu nahe an sich herankommen lassen, obwohl sie im Heim sind – sie verdrängen es und setzen sich nicht wirklich damit auseinander. Auch die Begleitung durch die Angehörigen erlebt Klein sehr unterschiedlich: «Einige Angehörige machen das wirk lich sehr gut. Es kommt dabei auch auf die Beziehung an, die sie zu den Bewohnenden haben. Aber leider erleben wir auch das Gegenteil. Die Angehörigen haben keine oder nur noch eine schlechte Beziehung und wollen zum Beispiel in der Nacht nicht gestört und über den Tod des Bewohnenden informiert werden.» Der Besuch am Grab Wenn dann der geliebte Mensch gestorben ist – sei es zu Hause, im Pflegeheim oder im Spital –, so beginnt für die Angehörigen der endgültige Abschied. Und auch wenn das Leben für die Angehörigen weitergeht, bleiben die Verstorbenen ein Teil von ihnen und sie bleiben mit ihnen in den Erinnerungen verbunden. Dazu gehört es, sie zu besuchen, sei es am Grab oder an einem anderen Ort, welcher den Verstorbenen lieb und teuer war. Die Arten, wie Menschen Abschied nehmen und sich erinnern, sind wohl so individuell wie es die Beziehung mit den Verstorbenen war, und gerade darin steckt der Reichtum einer Kultur, dass sie die Trauer zulässt und das Sterben und den Tod akzeptiert und sinnvoll machen kann. Lesen Sie dazu auch die beiden Interviews mit Pfarrerin Annemarie Pfiffner und Dekan Harald Eichhorn auf Seite 10. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 10. November 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 11. November 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag,10./11.November Dr.med. Felix Beano Glarnerstrasse 32, Siebnen Telefon 055 440 1010 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag,10./11.November Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. Ihr Partner für Badumbauten

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