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45. Ausgabe 2020 (5. November 2020)

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45. Ausgabe 2020 (5. November

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 45 Donnerstag, 5. November 2020 Regierungsrat 6+8 Landrat 16 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 17– 20 Aus dem Linthgebiet 33 Auflage 32 098 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Telefon 055 6474747 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Weitergereicht Es ist eines der politisch unkorrektesten Sprichwörter, die ich kenne: «Die dümmsten Bauern haben die grössten Kartoffeln.» Das ist un - genau, denn es braucht eigentlich schlaue und vor allem fleissige Bauern, um grosse Kartoffeln ernten zu können. Es steckt aber auch Bewunderung im Sprichwort, nämlich dafür, dass es nicht so sehr auf den Grips ankommt, wenn man erfolgreich ist. Tatsächlich liebt die Gastrobranche grosse Kartoffeln, weil sie einfacher zu schälen sind und man nur daraus Pommes frites machen kann. In der Landrats - diskussion über die Beschneiungsanlagen von Elm hatte die Kartoffel auch einen kleinen Gastauftritt: Auf den Vorwurf, der Regierungsrat habe mit der Vorlage dem Landrat den «heissen Härdöpfel» zugespielt, antwortete die Frau Landammann ziemlich cool, sie habe öfter mal kalte Hände, da komme ihr so ein «heisser Härdöpfel» gerade recht. Nur ist inzwischen eine Stimmrechtsbeschwerde gegen den Landratsbeschluss eingegangen und ans Bundesgericht weitergereicht worden. Die Verlierer geben also nicht auf. Der «heisse Härdöpfel» wurde zu diesem Zweck in ein Thermo- Isolationspaket verschlossen und per Expressfracht nach Lausanne geschickt. Ob ihn dort Yves Rüedi auspackt? Wer weiss. Interessant ist ja, dass die Beschwerde nur gegen die angeblich nicht eingehaltene Opfersymmetrie zielt, dass damit aber das gesamte Projekt auf Eis gelegt werden kann. Wahrscheinlich ist also, dass die Kartoffel jetzt dann langsam abkühlt. Als ich an der Landsgemeinde darüber abstimmte, wusste ich nicht so genau, was Opfersymmetrie sein soll. Seither habe ich die Bibel dazu entdeckt. Sie hat in 1Kön 3, 16 – 28 eine ziemlich böse Geschichte zu erzählen, wo der Richter Salomon das Baby mit dem Schwert zu zerteilen droht, damit jede Frau ihren Teil davon bekomme. Heute ist König Salomon ja Pate einer Skimarke geworden, insofern darf man wohl annehmen, dass sein salomonisches Urteil pro Schneekanone ausfallen würde. Doch derzeit ist noch nicht klar, ob das Bundesgericht dereinst über die Pisten von Elm ein salomonisches Urteil fällen wird oder ein pragmatisches, auf Basis der Gesetzestexte. Was uns die biblische Geschichte mit den zwei Frauen auch erzählt: Die gute Verliererin, jene Frau, die das Kind lieber der anderen gibt, als dass sie es töten lässt, ist am Schluss die Gewinnerin. Doch welche der beiden bekommt jetzt den «heissen Härdöpfel»? Wir bleiben dran. ● FJ Alain Pavin, Geschäftsführer der Ernst Gygli AG, Näfels, im gekühlten Lager. Für sein Statement zu den Kartoffeln Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto und Video: FJ) Glarner Traumpaare Käse und Kartoffeln Bei «Glarus schneugget» Ende Oktober wurden sie durch Brot ersetzt: die «Härdöpfel», die sonst zum Alp-Raclettekäse serviert werden. Der FRIDOLIN ging der Geschichte der Erdknolle nach und entdeckte nicht nur solche, die fast so teuer sind wie der Käse selbst, sondern auch ein paar Informationen über den Ackerbau im Tal der Linth. Wenn sich Koch Paolo Cortesi vom Gasthaus Elmer in Matt seine Zutaten besorgt, geht er bewusst vor. Den Mangold für seine berühmten Capuns baut er selber an, der Speck kommt aus der Hösli Metzg in Glarus, der Salsiz aus dem Kanton Graubünden. Den Käse bezieht er direkt von drei Glarner Alpen sowie von «Glarner Bergkäse» in Matt, das Gemüse und die Kartoffeln bei Alain Pavin, Geschäftsführer der Ernst Gygli AG, Näfels. Keine «Hiesigen» mehr Käse aus dem Glarnerland ist eine Delikatesse und es gibt ihn heute als Schaf-, Geissen- und vor allem Kuhmilchkäse in allen Varianten von weich bis Hobelkäse und von Raclette bis Kräuter. Aber wie ist das mit den Kartoffeln? Einst gab es im Glarnerland die «Althiesigen», heute werden von den Profis moderne Varianten angebaut wie «Erika» oder «Charlotte». Alain Pavin hat sich – getreu der Philosophie von Culinarium – auf Anbieter aus der Schweiz konzentriert. Das sind einerseits die Kar - toffeln von Hermann aus Bad Ragaz – sie machen mehr als 90 Prozent seines Angebotes aus –, anderseits aber die Bergkartoffeln aus dem Albulatal – ein exklusiver Gaumenschmaus für die Wintermonate. Auch Pommes frites gibt es als «regiofrites» mit dem Geschmack der Heimat. Kartoffeln aus dem Glarnerland aber leider nicht. Viehwirtschaft statt Ackerbau Mit gutem Grund: Die Landwirte im Kanton betreiben in erster Linie Milch- und Viehwirtschaft. In der Linthebene – etwa bei Jud in Benken oder bei Kistler in Reichenburg – wird zwar Gemüse angebaut. Doch Kartoffelfelder auf feuchten Böden und in eher kalten Gebieten haben grossen Krankheitsdruck, das macht ihren Anbau aufwendig. Laut Fritz Waldvogel, Präsident Glarner Bauernverband, werden auch Dinkel und Gerste angebaut, vom Schnyderhof in Bilten gibt es zudem ein Glarner Rapsöl. Die «Röseler» Dabei schwören Schweizer Spitzen - köche seit neuestem auf die Berg - kartoffeln und insbesondere beim Kartoffelteig etwa für Gnocchi auf die «Röseler». Diese Sorte stammt aus der Gegend von Schwanden im Glarner Hinterland. Das ist bei weitem nicht die einzige Glarner Sorte. Oswald Heer beschreibt 1845 neben der «Althiesigen» – welche vielleicht noch von der ersten peruanischen Kartoffel stammte, die um 1697 von Schweizergardisten in den Kanton gebracht wurde – auch die «Hasler», die «Betschwander», die rote «Nieren-Kartoffel» aus Glarus und die «Haltler», welche in Mollis und Niederurnen angebaut wurde. In - sofern wäre das Glarnerland eigentlich ein Kartoffelkanton. Wer selber «Röseler» anbauen möchte, kann sie « Edgar Thoma GmbH Plattenbeläge Sonnenhügelstrasse 10 | 8750 Glarus Postfach 850 | 055 640 43 64 edgar.thoma@bluewin.ch – oder 66 weitere Sorten – bei Pro Specie Rara bestellen. Kartoffeln, so Pavin, sind einfach anzubauen, da sie von selber keimen und nicht auf eine Bestäubung angewiesen sind. Doch ist der Anbau von Hand anstrengend – wohl auch deshalb verzichten viele darauf. Die Anbauschlacht Das war nicht immer so. Gerade während des Zweiten Weltkrieges, in der Anbauschlacht, wurden überall Wiesen umgepflügt und Felder an - gelegt – auch im Glarnerland. Damals führten die Gemüsehändler die Knollen sackweise zu den Häusern, wo sie für den Winter im Naturkeller eingelagert wurden. Die heutigen Keller dagegen sind oft zu warm – deshalb, so Alain Pavin, werden auch Schweizer Kartoffeln heute gewaschen im praktischen, mahlzeitengerechten 1-kgoder 2,5-kg-Beutel angeboten. Nach wie vor verlangt der Bund vom Kanton eine Mindestfläche von 200 ha ackerfähigen Böden für die Sicherung der Ernährung in Zeiten gestörter Zufuhren, und die Rezepte der Schweizer Küche sprechen eine deutliche Sprache – von der Rösti über die Gschwellten bis zu den Schabziger-Kartoffeln. Kartoffeln aus dem Glarnerland bleiben eine Rarität, fürs Glarner Gemüse sieht es besser aus. Vielleicht wachsen mit der Restwärme der kva linth im Gewächshaus schon bald Glarner Peperoni, Tomaten oder Salat, was ja auch zu Käse und Ziger passt. ● FJ SIE WERDEN DARAUF STEHEN! » Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: Telefon 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: Telefon 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: Telefon 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 7. November 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 8. November 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 7./8. November Dr.med. Josef Frei/ Dr.med. Bettina Schröder-Frei Huobstrasse 7, Pfäffikon SZ Telefon 055 420 19 19 Wochenend-Notfalldienst: ab Freitag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Samstag/Sonntag, 7./8. November Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 • Wochenende ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. • Freitagnacht und Montagnacht: Wochenend-Notfalldienst. • Dienstagnacht: Kleintierpraxis Buchholz, Buchholzstrasse 48, Glarus, Telefon 055 640 26 40. • Mittwochnacht: Kleintierpraxis Landerer, Bahnhofstrasse 31a, Näfels, Telefon 055 622 20 20. • Donnerstagnacht: Kleintierpraxis Tierklinik am Kreis AG, Zaunweg 11, Netstal, Telefon 055 646 86 86. Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Immobilien: Verkauf und Verwaltung Telefon 079 626 75 73