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45. Ausgabe 2020 (5. November 2020)

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Donnerstag, 5. November 2020 | Seite 8 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates Kanton Glarus Departement Bau und Umwelt Fortsetzung von Seite 6 So viele Krankenkassen wie es gibt, so viele Ideen gibt es, wie die Gesundheitskosten gesenkt werden könnten. (Foto: © Keystone) Gesundheitskosten: Regierungsrat möchte Massnahmen gegen Kostenwachstum anders gewichten als der Bundesrat Die koordinierte Patientenversorgung soll gestärkt werden. Dies betont der Regierungsrat in der Vernehmlassung zum indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Für tiefere Prämien – Kostenbremse im Gesundheits - wesen». Die zentralen Massnahmen des Bundesrates lehnt er hingegen ab. Der Regierungsrat äussert sich in der Vernehmlassung zum indirekten Gegenvorschlag des Bundesrates zur Volksinitiative «Für tiefere Prämien – Kostenbremse im Gesundheitswesen». Er betont die Stärkung der koordinierten Versorgung, lehnt aber die beiden vorgeschlagenen Mass - nahmen einer Zielvorgabe und einer Erstberatungsstelle ab. Der Regierungsrat bezweifelt dabei grundsätzlich, dass der Staat die angedachte zentrale Koordinations- und Steuerungsfunktion ohne markante negative Nebenwirkungen auf Qualität, Prävention und öffentliche Gesundheit wahrnehmen kann. Aus Sicht des Kantons Glarus sollte vor allem die Massnahme einer Stärkung der koordinierten Versorgung weiterverfolgt werden. Nein zu Zielvorgaben und zur Erstberatungsstelle Der Regierungsrat lehnt die vor - geschlagene Massnahme von Ziel - vorgaben ab. Einerseits befürchtet er, dass das heutige regulierte Wett - bewerbssystem durch zusätzliche Regulierungen untergraben würde und weitere Aspekte wie die Qualität, die Prävention oder die öffentliche Gesundheit vernachlässigt werden. Andererseits sei die Massnahme weder für den Bund noch die Kantone seriös umsetzbar. Auch die vorgeschlagene Massnahme einer Erstberatungsstelle wird vom Regierungsrat kritisch be urteilt. Im Jahr 2018 wählten bereits gut 70 Prozent der Versicherten Versicherungsformen mit einer eingeschränkten Wahlfreiheit. Das zeige, dass eine grosse Mehrheit der Gesellschaft gegenüber der integrierten Versorgung positiv eingestellt sei. Der Kanton Glarus lehnt jedoch eine zwangsweise Einschränkung der Wahlfreiheit ab. tb.glarus und Schätti AG Metallwarenfabrik, Schwanden Mit Biogas CO2-neutral Die Schätti AG Metallwarenfabrik, Schwanden, kommt der CO 2 -neutralen Produktion einen grossen Schritt näher. Bald wird sie 100 Prozent Biogas beziehen. Mehr Biogas in Schwanden: Thomas Schätti (links) und Martin Zopfi-Glarner. Die Produktion der Schätti AG Metall - warenfabrik in Schwanden ist nur mit grossen Mengen an Energie möglich. Allein für das Einbrennen der Farben beim Lackieren (Pulverbeschichten) wird pro Jahr über 1 Gigawattstunde Energie benötigt, das ist Strom für rund 230 Haushalte. «Hier elektrischen Strom zu verwenden, ist aus verschiedenen Gründen nicht sinnvoll», so Geschäftsführer Thomas Schätti. «Weniger Energieverbrauch ist gleichzeitig ökologisch und auch ökonomisch sinnvoll.» Deshalb be - teiligte sich das Unternehmen an der (Foto: zvg) Erschliessung von Schwanden mit dem Gasnetz, und es geht jetzt – nach drei Jahren – einen Schritt weiter. Künftig bezieht Schätti nur noch CO 2 - neutrales Biogas und kompensiert so zwei Drittel des CO 2 -Ausstosses. «Das ist sicher der grösste Schritt zu unserem bedeutsamen Ziel, der CO 2 -Neutralität der Firma Schätti.» Martin Zopfi-Glarner, Geschäftsführer der tb.glarus, die das Gasnetz betreiben und die Energie liefern: «Was hier geschieht, ist aktuell einmalig in der Schweiz und dient hoffentlich als Vorbild.» Um den ganzen Schweizer Koordinierte Versorgung stärken Der Regierungsrat teilt die Über - zeugung, dass die Förderung von Netzwerken und Programmen der Patientenversorgung deren Bedarfsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit verbessern. Zentral für das lang - fristige Bestehen von Netzwerken zur koordinierten Versorgung sei die angemessene Abgeltung für den Aufwand zur Koordination der Leistungen. Dies solle mit der vorgesehenen Pauschale sichergestellt werden. Die vorgeschlagenen Massnahmen zur Förderung der koordinierten Versorgung setzen den Bund in die Hauptrolle: Der Bundesrat legt die Zulassungsvoraussetzungen für Netzwerke fest, bezeichnet die Leistungen, die diese erbringen dürfen, und regelt die Voraussetzungen für die Ge - nehmigung der Programme der Patientenversorgung. Auch die Kantone können aber in der integrierten Versorgung wichtige und notwendige Impulse setzen. Der Kanton Glarus erachtet es als notwendig, im Gesetz festzuhalten, dass die Kantone ihre bisherigen Aktivitäten zur Stärkung der koordinierten Versorgung weiterführen und bei Bedarf ausbauen dürfen. Dies beinhaltet die Genehmigung von kantonalen oder interkantonalen Programmen der Patientenversorgung sowie die Zulassung von Netzwerken anhand der vom Bund festgelegten Voraussetzungen. Die Zulassungskompetenz der Kantone sei im Gesetz explizit zu regeln. Beitrag aus dem Energiefonds Der Regierungsrat vergibt einen Beitrag aus dem Energiefonds. Der Regierungsrat erachtet ein Sanierungsprojekt in Haslen als grundsätzlich beitragswürdig. Für die Sanierung von Einzelbauteilen wird ein Beitrag von total 53 010 Franken gewährt. Der globalbeitragsberechtigte Teil von 50 810 Franken wird vom Bund im Folgejahr zurückgefordert. ● Weitere Informationen unter www.gl.ch. Bedarf an CO 2 -neutralem Gas abzudecken, wolle man Biogasanlagen in Ländern mit intensiver Landwirtschaft wie England oder Dänemark nach Schweizer Normen mit dem obersten Gütesiegel für Energie «naturmade star» zertifizieren. «Damit könnte die daraus erreichte CO 2 -Reduktion auch einheimischen Unternehmen angerechnet werden. Den ersten Grosskunden mit 100 Prozent Biogas zu beliefern», so Zopfi, «ist zudem ein weiteres positives Kapitel der Erschliessung von Schwanden mit Gas. Vor Jahren be - nötigten wir dazu das Bekenntnis von sicheren Abnehmern. Auch hier war erfreulicherweise die Firma Schätti sofort an Bord.» Diese Initialzündung wurde von weiteren Unternehmen und Privathaushalten honoriert. «Vielleicht nimmt sich der eine oder andere auch beim Biogas-Bezug die Firma Schätti als Vorbild.» ● Jürg Huber, Medienbeauftragter Glarner Handelskammer Ihr Bericht Bitte beachten Sie diese Spielregeln für die Veröffentlichung Ihres Berichtes im FRIDOLIN: • Vorschauen (Sport, Konzerte), Vereins - berichte (Hauptversammlung, Ausflüge): 1500 Zeichen • Konzerte, Sportanlässe, Vorträge: 2000 Zeichen • Mitteilungen von Parteien, Verbänden: 2500 Zeichen Bitte senden Sie uns Ihre Bilder in Originalgrösse und mit einer Bildlegende separat zu Ihrem Text an «redaktion@fridolin.ch». • Leserbriefe: 2000 Zeichen Leserbriefe publizieren wir ohne Bilder. Je kürzer Sie einen Leserbrief formulieren, umso grösser ist seine Chance, ungekürzt und umgehend veröffentlicht zu werden. Ohne vollständige Adressangaben publizieren wir keine Leserbriefe. Unser Redaktionsschluss ist jeweils am Dienstag, 11.30 Uhr. Ihre FRIDOLIN-Redaktion Wegen COVID-19: Glarner Nachtbus wird vorläufig eingestellt Das Nachtbusangebot im ganzen Glarnerland an den Wochenenden wird ab kommendem Freitag, vom 6. November, eingestellt. Grund sind die aktuellen Ausgehbestimmungen aufgrund des Coronavirus. Alle übrigen Buslinien verkehren weiterhin fahrplangemäss. Das Glarner Nachtbusangebot wird vorläufig eingestellt. Aufgrund der Entscheide des Bundes - rates vom 28. Oktober 2020 – ins - besondere der Anordnung einer Sperrstunde ab 23.00Uhr – ordnen die Systemführerinnen (SBB und Post- Auto) in Absprache mit den Bestellern des Bundes und der Kantone an, das Nachtangebot an den Wochenenden ab 6. November 2020 einzustellen. Der Glarner Nachtbus verkehrt demzufolge ab kommendem Wochenende nicht mehr. Die Einstellung des Nachtangebots erfolgt vorerst un - befristet. Der Online-Fahrplan wird angepasst. ● (Foto: Autobetrieb Niederer AG) Abteilung Umweltschutz und Energie /Gastro Glarnerland Heizpilze im Freien sind mit Auflagen erlaubt Glarner Gastrobetriebe können diesen Winter im Freien Heizpilze aufstellen, müssen aber erneuerbare Energie einsetzen oder eine CO 2 -Kompensation bezahlen. Heizpilze sind erlaubt im Glarnerland, aber nur mit Ökoauflagen. Aussenheizungen verbrauchen viel Energie. Deshalb sind sie im Kanton Glarus und in den meisten Kantonen nur mit einer Bewilligung zugelassen. Eine Bewilligung kann erteilt werden, wenn erneuerbare Energie verwendet wird oder bestimmte, wichtige Gründe vorliegen. Viele Gastro - betriebe sind im kommenden Winter auf zusätzliche Flächen im Freien angewiesen, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Kanton und Gastro erarbeiteten gemeinsam eine Lösung Der Verband Gastro Glarnerland und die Abteilung Umweltschutz und Energie des Kantons haben sich darauf verständigt, unter welchen Be - dingungen Aussenheizungen zum Beispiel in der Form von Heizpilzen bei Gastwirtschaftsbetrieben eingesetzt werden dürfen. Solche Heizpilze dürfen verwendet werden, wenn sie entweder mit erneuerbarer Energie (z. B. Holzpellets), mit zertifiziertem Strom oder CO 2 -kompensiert be - trieben werden. In diesen Fällen wird eine Bewilligung ausgestellt und eine (Foto: © iStock) Vignette abgegeben. Für die gebräuchlichsten Modelle, die mit Flüssiggas betrieben werden, ist eine Bewilligung nur möglich, wenn dafür eine CO 2 -Kompensationsabgabe von 60 Franken für den Zeitraum bis Ende 2021bezahlt wird. Diese Abgabe wird für CO 2 -Massnahmen in der Region eingesetzt. Auch in diesen Fällen wird eine Vignette abgegeben. Vignetten können online bei der Abteilung Umweltschutz und Energie oder bei den Gemeinden bezogen werden. Das Modell der CO 2 -Kompensation für Heizpilze wird u. a. im Kanton Graubünden seit einigen Jahren betrieben. Die Details zum Einsatz dieser Aussenheizungen sind in einem Merkblatt zusammengefasst, welches unter www.gl.ch publiziert ist. Die Abteilung Umweltschutz und Energie sowie der Verband Gastro Glarnerland sind überzeugt, eine gute Lösung für die besonderen Umstände des kommenden Winters gefunden zu haben. Ende des nächsten Jahres wird beurteilt, ob sich dieses Vorgehen bewährt hat und wie in Zukunft vor - zugehen ist. ●