Aufrufe
vor 1 Monat

49. Ausgabe 2020 (3. Dezember 2020)

  • Text
  • Glarus
  • Dezember
  • Telefon
  • November
  • Franken
  • Gemeinde
  • Nord
  • Regierungsrat
  • Januar
  • Mollis

49. Ausgabe 2020 (3. Dezember

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 49 Donnerstag, 3. Dezember 2020 Landrat 6 Regierungsrat 8 –10 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 20–24 Aus dem Linthgebiet 40 Auflage 32 098 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Telefon 055 6474747 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Macht hoch die Tür Offenbar haben die Rolling Stones ihn vertont, meinen Lieblingsspruch: «Du kannst nicht immer bekommen, was du dir wünschst – aber versuch’s mal, dann bekommst du das, was du brauchst.» Kleiner Unterschied, grosse Wirkung: Vieles wünscht man sich, aber brauchen tut man meistens weit weniger. Das ist jetzt – nach der «Black Friday»- Woche – vielleicht ein bisschen ketzerisch, aber man nennt es «Hans Dampf im Schnäggeloch»- Syndrom. Was man hat, will man nicht; was man will, hat man nicht. Eine kleine, aber wirksame Psychofalle, in die jetzt im Advent und kurz vor den rohen Fresstagen doch die eine oder der andere blindlings tappt wie der Insektenbulle in die Venusfliegenfalle. Wie allerdings wäre es, einmal mit dem zufrieden zu sein, was einem das Leben so als Karten zuteilt und daraus das Beste zu machen? Nehmen Sie einen Adventskalender mit Schokolade: Früher oder später kommt neben der feinen hellen Nuss doch auch einmal weisse Schokolade, oder welche mit Marzipan, oder schwarze oder solche mit Pfeffer oder mit Salz - karamell – kurz eine Sorte, die man nicht so besonders mag. Da gibt es verschiedene Verfahrensweisen: Man verschenkt das Stück an jemanden, der gerne Salzkaramell hat. Oder man wirft es weg. Oder man verschlingt es mit Todesverachtung. Am schönsten aber ist es, wenn man entdeckt, dass man es tatsächlich doch irgendwie mag – jetzt plötzlich, weil es einem vom Schicksal zugedacht wurde. Das könnte ja auch der Bedeutungskern von Advent – oder Ankunft – sein: etwas Neues, völlig Ungewohntes, von dem man noch nicht weiss, ob es gut oder schlecht schmeckt, einfach so mal anzunehmen. In einer Zeit, wo die Diskussion über glutenfrei oder vegan am Tisch oft länger dauert als der Verzehr der Mahlzeit, ist das natürlich schon eine fast frivole Forderung. In einer Zeit, wo Liebe für die meisten bedeutet, dass ihre Wünsche bis aufs letzte Fitzelchen genau erfüllt werden, geradezu ungehörig. Deshalb auch die Aufforderung, wie sie damals der Königsberger Pfarrer Georg Weissel so schön aufschrieb: «Macht hoch die Tür...» Das meint nicht nur, am Adventskalender das Fensterchen zu öffnen oder beim Adventsfenster die Haustür für Besucher, sondern eben auch mit offenem Herz dabei zu sein. «... so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich.» Weissel schrieb das zwar im Dreissigjährigen Krieg, aber auf die Pandemiezeiten passt es irgendwie auch. ● FJ Schwander Tradition, die bis ins Haus klingt: Die Kinder beim Chlausschellnen. Für das Video Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto/Video: Ruedi Kuchen) Glarner Advent Jetzt auch zu Hause Im Vorfeld von Weihnachten war oft zu hören, das würden wegen der Coronavirus-Pandemie eher trostlose Feiertage. Tatsächlich sind manche Feierlichkeiten dieses Jahr nicht möglich. Der FRIDOLIN machte sich aber auf die Suche, nach dem, was derzeit frei Haus geliefert wird. Vor 100 Jahren gab es für viele Kinder im Glarnerland keine Weihnachts - geschenke. Der einzige Geschenk - termin war der Samichlaustag. Bis heute hat sich deshalb das Chlausschellnen in den Dörfern erhalten und es wird – etwa in Schwanden – sogar heuer im Coronavirus-Jahr gepflegt. Aus Sicherheitsgründen werden die Kinder klassenweise aufgestellt, so wie sie auch in der Schule zusammen lernen, doch dann schwärmen sie aus vom «roten Platz» durch Strassen und Gassen bis vor jede Haustür und bringen Schellenlärm in die gute Stube. Lichterketten Neueren Datums sind die prächtigen Lichterketten und Installationen mit Rentierschlitten, Weihnachts - männern, Nikolausen und dekorierten Häusern, Fenstern und Bäumen im Vorgarten. Aus manchem «Hüttli» wird in der Vorweihnachtszeit ein regelrechtes Schloss, und es gibt kaum eine Wohnung im Glarnerland, von der aus man zu abendlicher Stunde nicht eine Reihe von festlich erleuchteten Behausungen bewundern kann. Auch hier gilt: Zwar kann man nicht so oft unter die Leute, aber da immer mehr dekoriert wird, haben alle etwas von den Advents- und Weihnachtslichtern. YouTube und Livestream Eine besondere Herausforderung ist die Coronavirus-Weihnachtszeit für die Kirchen. Bereits die erste Welle während der Osterzeit regte die geistliche Fantasie an – bei der reformierten Kirche führte man Video-Gottesdienste ein. Sie werden seit November auch während der zweiten Welle wieder auf YouTube gestellt – etwa jener, den Pfarrerin Dagmar Doll zusammen mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden von Glarus zum 1. Advent gestaltete. Weil derzeit maximal 50 Personen gleichzeitig in einer Kirche sein dürfen – selbst wenn sie so gross ist wie die Glarner Stadtkirche, die normalerweise 1000 Personen Platz bietet –, gibt es, so Sebastian Doll, Backup-Gottesdienste im Kirchgemeindehaus. Wenn also mehr als 50 Personen kommen, wird parallel ein zweiter Gottesdienst gefeiert. An Heiligabend um 18.00 Uhr treten die Turmbläser Schwanden im Livestream auf; am 3.Advent ist in Glarus ein ökumenischer Weihnachtsweg von der Stadtkirche zur St.-Fridolins- Kirche geplant. Selbst der traditionelle Kirchenbazar und das Risotto - essen für den guten Zweck finden statt, um, so Doll, möglichst viel Normalität zu bewahren. Vieles ist anders, manches sogar besser: Zwar wurden anstatt der üblichen 90 Portionen Risotto nur 40 Portionen nach Hause bestellt; dafür zeigt sich beim Bazarverkauf von Zöpfen, Brot und Konfitüren eine Zunahme gegenüber anderen Jahren – und es bestellen andere Leute. Hostie und Konfibrot In der katholischen Kirche St.Hilarius in Näfels bringt der neue Pfarrer Kurt Vogt aus Schlieren Erfahrung mit Livestream-Übertragungen mit. So werden die Gottesdienste zu den gewohnten Zeiten live im Internetstream übertragen. Das bedeutet für Sakris - tan Richard Arnold, dass er neu nicht nur für die Messgewänder und die Beleuchtung, sondern auch für die Bildregie zuständig ist. Bis zu 500 Personen schalten sich in den Stream ein – nicht nur im Glarnerland, sondern in der ganzen Schweiz. «Ich bekomme E-Mails von Menschen, die uns anschauen», sagt Vogt. «Einige haben zu Hause einen Andachtsraum, wo sie Kerzen anzünden, andere schreiben mir, dass der Livestream einfach am Sonntagvormittag mitläuft. Einer meinte sogar: «Wissen Sie, Herr Pfarrer, wenn Sie bei der Kommunion die Hostie verteilen, so esse ich einfach mein Konfibrot.» Bis zu sechs Gottes - dienste hat Vogt vorgesehen, um möglichst allen – trotz 50-Personen- Beschränkung – einen Weihnachtsgottesdienst bieten zu können. Auch in der evangelischen Kirche wird das Weihnachtsangebot, wenn nötig, verdoppelt. Es zeigt sich: Trotz Angst vor Ansteckung, die viele abhält, zur Kirche zu gehen, wächst das Bedürfnis nach Seelsorge und sie wird – dank der modernen Technik und durch uralte Bräuche wie das Chlausschellnen – zu allen in die eigenen vier Wände gebracht. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: Telefon 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: Telefon 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: Telefon 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 5. Dezember 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 6. Dezember 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 5./6. Dezember Dr.med. Josef Frei/ Dr.med. Bettina Schröder-Frei Huobstrasse 7, Pfäffikon SZ Telefon 055 420 19 19 Wochenend-Notfalldienst: ab Freitag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Samstag/Sonntag, 5./6. Dezember Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 • Wochenende ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. • Freitagnacht und Montagnacht: Wochenend-Notfalldienst. • Dienstagnacht: Kleintierpraxis Buchholz, Buchholzstrasse 48, Glarus, Telefon 055 640 26 40. • Mittwochnacht: Kleintierpraxis Landerer, Bahnhofstrasse 31a, Näfels, Telefon 055 622 20 20. • Donnerstagnacht: Kleintierpraxis Tierklinik am Kreis AG, Zaunweg 11, Netstal, Telefon 055 646 86 86. Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Ihr Küchenprofi 8867 Niederurnen 055 610 27 33 www.schlittler-kuechen.ch Küchenstudio Ziegelbrückstr. 48, 8867 Niederurnen