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49. Ausgabe 2020 (3. Dezember 2020)

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Donnerstag, 3. Dezember 2020 | Seite 38 Beratung bei der Alimentenhilfestelle Näfels Fälle verhindern, Fälle abschliessen Es ist ein Glarner Pilotprojekt: Die Alimentenhilfestelle in Näfels bietet neu Beratungen an. Während der Büroöffnungszeiten und zusätzlich jeweils am Dienstagabend von18.00 bis 20.00Uhr können Männer und Frauen bei Annina Scherzinger und Ursula Lienhard Hilfe holen. Der FRIDOLIN wollte wissen, worum es dabei geht. Ursula Lienhard (links) und Annina Scherzinger: die Glarner Fachfrauen bei Alimentenfragen. (Foto: zvg) Jahr für Jahr veröffentlicht der Bund seine Sozialhilfe - statistik. Und Jahr für Jahr sieht sie im Glarnerland besser aus als in der restlichen Schweiz. 2019 bezogen 791 Personen Sozialhilfe, das waren nur 32 mehr als im Vorjahr, was den Prozentsatz aber von 1,9 auf 2 Prozent steigen liess. Das ist immer noch 1,2 Prozent tiefer als in der restlichen Schweiz. Bravo Glarnerland! Harmoniemusik Glarus Hauptkonzert abgesagt Geschieden, alleinerziehend, Kinder Jahr für Jahr aber folgt auf diese Feststellung ein ähnlicher Satz. So hiess es im Oktober 2020: «Die Bevölkerungsgruppen, welche gemessen an ihrem Anteil an der Glarner Bevölkerung besonders häufig Sozialhilfe beziehen, bleiben auch im Jahr 2019 Geschiedene sowie Ausländerinnen und Ausländer. Gefährdet sind auch Alleinerziehende, besonders solche in Haushalten, die aus einer erwachsenen Person und mehreren Kindern bestehen.» Geschieden, alleinerziehend, mit Kindern. 16 Prozent aller Einelternfamilien im Kanton benötigen Sozialhilfe, bei drei und mehr Kindern sind es 42 Prozent. 91,8 Prozent der unterstützten Einelternfamilien sind Frauen mit Kindern. Denn oft nach einer Trennung stellt man fest: Zusammen hat es gerade so gereicht; getrennt ist es einfach zu wenig zum Leben, selbst wenn der Mann vorbildlich Alimente bezahlt. Erst recht eng wird es, wenn die Alimente ausbleibt. Deshalb gibt es die Alimentenbevorschussung. Hier konnte sich der Kanton Glarus verbessern: Lagen die Quoten der Bevorschussung 2014 und 2015 noch über dem Landesdurchschnitt, liegen sie jetzt darunter. Der Grund: Annina Scherzinger und Ursula Lienhard helfen jenen, die einen Anspruch auf Alimente haben, diese auch zu bekommen – sie leisten Inkassohilfe. Klar, mögen sich die meisten denken, es darf doch nicht sein, dass einer sich ins Ausland absetzt oder sich sonst wie der Verpflichtung entzieht, während die Kinder und ihr alleinerziehender Elternteil darben. Doch meistens liegen die Fälle nicht so einfach; manchmal möchten jene, die sich trennen, ja die Verantwortung weitertragen, haben aber nicht die Mittel dazu oder es halten sie andere Probleme im Zusammenhang mit der Trennung vom Zahlen ab. Fragen beantworten Trennungen bringen haufenweise offene Fragen mit sich und gerade die Väter der Kinder wünschen sich eine Anlaufstelle, wenn sie Sorgen haben. Sei es, weil sie feststellen, dass das Geld jetzt plötzlich nicht mehr reicht, sei es, weil sie sich um ihr Besuchsrecht sorgen, sei es, weil sie sich eine gemeinsame elterliche Sorge wünschen und nicht wissen, wie sie dieses Ziel erreichen sollen. Werden getrennt Lebende in diesen Situationen nicht beraten, bleibt ihnen oft nur der Gang zum Rechtsanwalt. Das Resultat: Die Fronten verhärten sich. «Zuerst einmal», so Annina Scherzinger, «wollen wir den Leuten die Angst nehmen. Wir sind zwei positiv ein gestellte Frauen, die der Alimentenhilfe ein Gesicht geben. Wir wollen für die Bevölkerung da sein, auch für die Alimentenschuldner. Bei vielen getrennten und geschiedenen Paaren läuft es super, sie haben sich freundschaftlich getrennt und es kommen beide Elternteile ihren Verpflichtungen nach. Aber jene, die zu uns kommen, eben nicht. Ihnen wollen wir eine Türe offen halten. Ihnen helfen, mit unserer Erfahrung.» Daneben braucht es manchmal auch die Vermittlung zu anderen Stellen. Etwa, wenn bei einem Schuldner in der Lohnpfändung die Alimente nicht eingerechnet ist, mit dem Betreibungsamt sprechen. Manchmal geht es darum, Frust auf - zufangen. Beim Besuchsrecht gibt es grosses Konflikt - potenzial, etwa wenn die Kinder dem Vater vorenthalten werden. «Natürlich müssen die Alimente deshalb trotzdem gezahlt werden, aber es hilft, wenn wir hier ein offenes Ohr für die Schuldner haben. Schon nur, wenn wir mit ihnen sprechen, kommen manchmal die Alimentenzahlungen wieder, auch wenn wir natürlich Besuchsrechtsstreitigkeiten nicht lösen können.» Die Alimentenhilfestelle unterstützt auch jene, die vor oder in der Trennung stehen. «Ihnen dabei helfen, wie sie es miteinander lösen können, wenn sie sich trennen wollen. Wir hoffen natürlich, dass wir so in einigen Fällen schwerere Konflikte verhindern können, indem wir Paaren zu Beginn zeigen, wie sie das zusammen aufgleisen können und wie sie mit einem ein - vernehmlichen Unterhaltstitel zusammen durch diese schwierige Zeit kommen. Aber vielleicht bin ich da auch ein wenig blauäugig.» Die erste Pilotphase des Projekts dauert bis am Donnerstag, 30. September 2021; nicht nur Mütter und Väter, auch die Bevölkerung des Kantons Glarus kann sich Rat holen. ● FJ Auch die Harmoniemusik Glarus wurde durch das Coronavirus gezwungen, den Probebetrieb im Oktober einzustellen. Deshalb muss das traditionelle Jahreskonzert im Januar 2021 abgesagt werden. Gartencenter Grünenfelder: «Die Grünen Profis» für Ihren Garten «Welzhofer»-Gourmetfutter – für jede Jahreszeit geeignet Durch die vielfältigen Zutaten sind die Futtermischungen von «Welzhofer» für jede Jahreszeit bestens geeignet. Alle Produkte können prima miteinander vermischt und so auf jeden Bedarf abgestimmt werden. Jetzt ist Fütterungszeit ... Angemessene Zufütterung, ein wesentlicher Beitrag zum Vogelschutz Langjährige wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Vögel trotz Zufütterung aus Menschenhand ihr natürliches Jagdverhalten dennoch nicht ablegen. Der Star ist ein Parade - beispiel dafür, wie Vögel Futterstellen geradezu «sinnvoll» nur dann nutzen, wenn erforderlich: zum einen, wenn sie durch Nahrungsengpässe in Notlagen geraten; zum anderen bei besonders hohem Energiebedarf, wie während der Brutzeit. Sonst lassen Stare Futterplätze meist vollständig unbeachtet. Es besteht also keine Gefahr, den Vögeln durch Ganzjahresfütterung zu schaden. Es verhindert vielmehr, dass Vögel menschliche Nahrungsreste verzehren, die für sie völlig unpassend sind. Angemessene Zufütterung ist deshalb ein wesentlicher Beitrag zum Vogelschutz, insbesondere zum Erhalt und zum Teil sogar zum Wiederaufbau der Artenvielfalt unserer Vogelwelt. FC Schwanden D-Junioren Neuer Trikotsponsor (Foto: www.welzhofer.eu) Artgerechtes Futter – das A und O einer gesunden Ernährung der Wildvögel Wer viele Vogelarten möglichst optimal füttern möchte, muss auf ein entsprechend vielfältiges Futterangebot achten. Denn Weich(futter)-, Körneroder Beerenfresser ernähren sich unterschiedlich. Für ein ausgewogenes Futterangebot eignen sich die vier Grundmischungen Fettfutter, Mischfutter, Spezialfutter und Aufbaufutter hervorragend. Diese Mischungen sind bereits bestens auf die Bedürfnisse und Vorlieben der verschiedenen Vogelarten abgestimmt. Wer seine Gartenvögel während der Zeit des höchsten Energiebedarfs, sprich während der Brut- und Aufzuchtzeit, mit einem höchst energiereichen Futter helfend unterstützen will, bietet am besten unser Aufbaufutter am Futterplatz mit an. Eine sinnvolle Ergänzung, auch zur Verwendung anstelle eines Vogelhauses, sind die verschiedenen praktischen Futterspender, wie Vogelschmaus, und Knödelspender sowie Gourmetknödel und Gourmetstangen. Einzelfutter eignet sich prima zum Er - weitern des Futterangebots bzw. zum gezielten Anlocken bestimmter Vogelarten. ● pd. Gartencenter Grünenfelder, Ziegelbrücke. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 08.30 bis 18.30 Uhr durchgehend; Samstag von 08.30 bis 16.00 Uhr. Weitere Informationen unter www.garten-gruenenfelder.ch. Kein Hauptkonzert der Harmoniemusik Glarus im Januar 2021. (Foto: Archiv) Wie bei anderen Vereinen ist 2020 auch für die Harmoniemusik Glarus ein Jahr zum «Vergessen». Nachdem die Fasnacht kurzfristig abgesagt wurde und der Arbeitseinsatz nicht durchführt werden konnte, starteten am 6. März voller Vorfreude die Probe arbeiten. Einen Tag darauf hatte die Blasmusik bei der Delegiertenversammlung in Ennenda den ersten (und für lange Zeit letzten) Auftritt. Bereits nach zwei Proben kam der «Lockdown», die Probenarbeit wurde bis nach den Sommerferien eingestellt. Die Auftritte an der Näfelser Fahrt, an der Landgemeinde und am Kanto - nalen Musikfest in Elm fielen ins Wasser. Am 1. August konnte man sich endlich wieder treffen und durfte nach der Vorprobe direkt die Bundesfeier in Glarus umrahmen. Die Freude, nach langer Zeit wieder einmal gemeinsam zu musizieren, merkte man allen Musikantinnen und Musikanten an. Die Hoffnung auf ein geordnetes zweites Halbjahr, mit Schutzmassnahmen wie Abstandhalten, war nur von kurzer Dauer. Nach einem Auftritt am Bettag mussten die Proben eingestellt werden, 2020 war gelaufen. Die Harmoniemusik Glarus hofft, dass sich die Situation beruhigt, sodass alle 2021 ihrem Hobby wieder nachgehen und der Bevölkerung mit Darbietungen eine kleine musika - lische Freude bereiten können. Die Harmoniemusik Glarus wünscht ihren Gönnern, Sponsoren und Freunden eine besinnliche Weihnachtszeit und gute Gesundheit. ● Daniel Gorfer Weitere Informationen finden Sie unter www. hmgl.ch. Die D-Junioren des FC Schwanden haben den Stolz, dass sie zum Schluss der Saison der Herbstrunde 2020 dank der LF Solutions AG und insbesondere den Geschäftsführern Daniel und Manfred Landolt ein neues Trikot erhalten haben. Der FC Schwanden und die D-Junioren von Fredi Kundert danken dem Sponsor ganz herzlich und sind überzeugt, dass sie mit dem neuen Trikot in der hoffentlich stattfindenden Frühjahrssaison 2021 wieder angreifen können. (Bildbericht: Jacques Marti)

Donnerstag, 3. Dezember 2020 | Seite 39 Ekaterina Chernetskaya in Ennenda Freunde der Königin Für einmal stehen die Türen der Villa Fontana in Ennenda offen: Künstlerin Ekaterina Chernetskaya zeigt Illustrationen zum Kinderbuch «Die Bienen - königin»; das Märchen der Brüder Grimm hat Romana Ganzoni modern auf die Tiere fokussiert. «Private Viewing» mit Tee und Blick auf die Sequoia. Ekaterina Chernetskaya vor ihren Illustrationen. Für den Gang durch die Ausstellung Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto/Video: FJ) Am Freitag, 27. November, und Samstag, 28. November, führte Ekaterina Chernetskaya durch ihre Ausstellung in der Villa Fontana in Ennenda – so etwas nennt sich «Private Viewing», Alternative zur Pre-Buchpräsen - tation, die Coronavirus-bedingt ins Wasser fällt. Da geht es vorbei am dicken grauen Kater ins Wohn - zimmer, wo zwölf Bilder hängen, auf denen Ameise, Biene und Ente – naturalistisch – mit Dummling, seinen beiden Brüdern und den Prinzessinnen abgebildet sind. 2021 erscheint das Bilderbuch im Baeschlin Verlag, Glarus – finanziert auch durch Friendfunding. Verlagerter Fokus Im Grimm’schen Märchen sind es die drei Helden, die im Mittelpunkt stehen. Während die beiden Älteren den Tieren den Garaus machen wollen, setzt sich der Jüngste – genannt Dummling – für die Tiere ein. Autorin Romana Ganzoni verlagert in ihrer Neuinterpretation den Fokus auf die Tiere. Sie verfolgen die Action unter den drei jungen Männern, betrachten sie kritisch, setzen sich für die Menschen ein. Die Illustrationen dazu sind ungewohnt – naturalistisch einerseits, eher Biologiebuch als Kindermärchen, und doch dem kindlich schauenden Auge angepasst: Die Ameise – manchmal so gross wie die Ente und beide grösser als der Mensch – wird auf dem nächsten Bild doppelt so gross wie die Perle, welche sie sammeln soll. Die Biene, naturgetreu im Flug aufs Nest, doch mit schreckgeweiteten Augen. Das Spiel mit den Grössen erinnert an «Little Nemo», die Optik passt sich der Szene an – bis hin zu den tauchenden Enten, die aus einem Tierdokumentarfilm stammen könnten. Tee trinken In der Küche wird Tee aufgetragen, wahlweise Kaffee aus der Olympia Express, dazu abgepackte Kuchen, Schokolädchen, Schälchen mit Nüssen. Da hat die Detailverliebte sich ausgetobt, und an den Wänden hängen ihre Werke – jene aus der russischen Zeit vom Fischmarkt, von Kühen, von Hügeln, die sich bis zum Horizont erstrecken, jene neueren, anderen, die das Glarnerland mit Liebe fassen, der Volksgarten, das Wasser des Stausees Garichti, der abendliche Weg über Ennetrösligen. Man darf sie kaufen, wenn man sie sich für die eigenen vier Wände schenken möchte. Die Malerin empfiehlt derweil den Film «Brat» («Der Bruder») von Alexei Balabanow oder seine Bulgakov- Verfilmung «Morphine», «Zerograd» («Die Stadt Zero») von Karen Shakhnazarov. Da steht «Fisch» in Kyrillisch, und die Menschen stehen da in Pelzmützen. Ilja Kabakov erzählte, wie er und seine Malerfreunde in Sowjetzeiten niemals ausstellen konnten und sich einfach gegenseitig besuchten. Chernetskaya erzählt von ihrem Grossvater, dem Autor, von ihrem Vater, dem Illustrator. Mit ihm durfte sie an «Die Vögel der Sowjetunion» mitzeichnen. Kein Wunder, gelingen ihr Enten so natürlich. ● FJ Besuche mit Voranmeldung per E-Mail bei Thomas Schätti: to_schaetti@hotmail.com. Beste Werbung für Ihre Produkte – Inserate im FRIDOLIN ) 055 6474747 * fridolin@fridolin.ch Glarner Kantonalbank Weihnachtsspende übergeben Die diesjährige Weihnachtsspende der Glarner Kantonalbank (GLKB) über 5000 Franken geht an die Winterhilfe Glarus. Die Checkübergabe erfolgte im Hauptsitz der Glarner Kantonalbank in Glarus. Von links: Marianne Lienhard, Präsidentin Winterhilfe Glarus; Nadja Stalder, Geschäftsstellenleiterin Winterhilfe Glarus, und Shirin Hirth, Glarner Kantonalbank. (Foto: GLKB) Jedes Jahr spendet die GLKB den Betrag von 5000 Franken an einen Verein oder eine Institution aus den Bereichen Sport, Kultur oder Soziales. Die diesjährige Weihnachtsspende darf die Winterhilfe Glarus für ihre Zwecke einsetzen. Der Verein Winterhilfe Glarus unterstützt Armuts - betroffene mit Leistungen, damit sie bestenfalls vor einem Sozialhilfe - bezug bewahrt werden. Die Leistungen gestalten sich unterschiedlich. Sie können zum Beispiel in Form von zur Verfügung gestellten Einkaufsgutscheinen, Möbeln oder Kleidung ausfallen, oder indem die Winterhilfe dringende Rechnungen bezahlt. Dem Verein ist es zudem ein grosses Anliegen, dass Kinder aus allen sozialen Schichten die Möglichkeit erhalten, einer Freizeitbeschäftigung nach - zugehen. «Kinder und Jugendliche sollen die Chance bekommen, ein Hobby auszuüben oder an einem Skilager teilnehmen zu können», sind sich die Präsidentin Marianne Lienhard und die Geschäftsstellen - leiterin Nadja Stalder einig. Erwähnenswert ist der Einsatz der Winterhilfe Glarus in dieser aktuell besonderen Situation. Mit einem vereinfachten Prozess konnte der Verein 113 Familien und alleinstehenden Personen mit Einkaufsgutscheinen von rund 40 000 Franken helfen, die durch die Auswirkungen von COVID-19 in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Marianne Lienhard und Nadja Stalder möchten darum die Weihnachtsspende für alltägliche Gesuche einsetzen, um hilfesuchende Personen und Familien im Glarnerland zu unter - stützen. ● pd.