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51. Ausgabe 2020 (17. Dezember 2020)

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51. Ausgabe 2020 (17. Dezember

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 51 Donnerstag,17. Dezember 2020 Landrat 6 Regierungsrat 8 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 18 –20 Aus dem Linthgebiet 35 Auflage 32 098 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Telefon 055 6474747 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Leuchtend Wer sich die Interviews von Vreni Schneider vor und nach dem Gewinnen des Sports Award ansieht, stellt fest: Diese Frau bleibt sich treu. In ihrer Dankbarkeit allen gegenüber, die ihr geholfen haben, in ihrer Anerkennung der Leistung aller anderen Sportlerinnen und Sportler. Ihr ist bewusst, wie schwierig es ist, an die Spitze zu kommen, von wie vielen Zufällen Sieg und Niederlage mit beeinflusst werden und dass Erfolg vergänglich ist. Selbst hinter einer Jahrhundert - sportlerin – wie sie es unzweifelhaft ist – stehen Menschen, die ihr zum Erfolg verhelfen. Freunde, Trainerinnen und Trainer, aber vor allem die Familie. Auf diese Familie bezieht sich auch Frau Landammann Marianne Lienhard, wenn sie über Sozialpolitik spricht. Auch Marianne Lienhard kommt aus Elm. Ob das Zufall ist? Ein Bekannter hat es letzthin so formuliert: «D’ Elmer wüssed, was si wänd.» Die Elmerinnen offenbar auch. Doch selbst den erfolgreichen Elmerinnen ist bewusst: Ohne ein soziales Netz, ohne Rückzugsort, wo sie über Schwieriges sprechen können, und ohne Rückendeckung geht es nicht. Niemand ist eine Insel: Diese sprichwörtliche Wendung aus dem Werk des englischen Dichters John Donne widerspricht in einer Zeit wie der unseren vielem, woran der Mainstream glaubt – vom YouTuber, der meint, er könne die Welt im Alleingang retten, über den Ell - bogenmensch, für den alle anderen Wölfe sind, die ihn bedrohen, bis zu all jenen, die das höchste Glück darin sehen, möglichst viel Luxus anzuhäufen. Es braucht im Gegenteil Demut vor der Leistung, die andere erbracht haben, damit wir – wie auf den Schultern von Riesen – heute in Sicherheit und Wohlstand leben dürfen. Deshalb lohnt es sich, am bevorstehenden Weihnachtsfest die Familie und das freundschaft - liche Zusammensein zu feiern – diese Familie, die plötzlich vom Staat in die Coronavirus-Mass - nahmen mit einbezogen wird, als hätte man sie im Bundesamt für Gesundheit gerade erst entdeckt. Die Familie, die vor mächtigen Königen und anderen Haifischen fliehen muss, aber vor allem die Familie, in deren Schoss alle das erfahren sollten, was Geborgenheit ist. «Denn die einen sind im Dunkeln / Und die andern sind im Licht. / Und man siehet die im Lichte / Die im Dunkeln sieht man nicht.» Was Bertolt Brecht in der Moritat von Mackie Messer als Drohung meinte, könnte auch ein Aufruf an alle Leuchtenden sein: Zu jenen zu gehen, die im Dunkeln wandeln. ● FJ Marianne Lienhard (links) und Yvonne Carrara vor dem DVI. Für ihre Videostatements Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto/Video: FJ) Politgespräch zur Sozialpolitik Freiwillig und staatlich Frau Landammann Marianne Lienhard, Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI), und Landrätin Yvonne Carrara, Kommissionspräsidentin Gesundheit und Soziales, machen beide bürgerliche Sozialpolitik. Sie setzen auf Eigenverantwortung, doch die gesellschaftliche Dynamik läuft derzeit in die Gegenrichtung; immer öfter wird nach mehr Staat gerufen. Auf Yvonne Carraras Mundschutz steht «Love», Marianne Lienhard trägt, ganz Frau Landammann, Glarnertüechli. Beide sind «Töchter» der Schweizerischen Volkspartei, beide haben unternehmerische Erfahrung. «Als Führungskraft hat man immer mit Mitarbeitenden zu tun», so Marianne Lienhard. «Mit ihren unterschiedlichen Situationen in den Familien, mit Schicksalsschlägen. Das gibt der Sozialpolitik den Background.» – «Gerade dort, wo es im familiären Umfeld nicht funk - tioniert», so Yvonne Carrara. «Als Kleinbetrieb hat man eher den Überblick und kann Mitarbeitende gezielt unterstützen.» Professioneller, staatlicher Tatsächlich verändert sich das Sozialwesen im Kanton Glarus rasant. «2006 wurde die Kantonalisierung beschlossen, 2008 eingeführt», so Marianne Lienhard. «Das war ein guter Schritt, Aufgaben können professionell erfüllt werden. Das spürt man besonders in den sozialen Diensten, etwa bei Familien mit getrennten Eltern, wo oft auf dem Buckel der Kinder gestritten wird. Solche Familien können gezielt unter - stützt werden.» So oder so Zentral sei immer das soziale Netz. «Wir brauchen alle einen Rückzugsort, wo wir sprechen können, wenn wir finanziell, persönlich oder gesundheitlich in Schwierigkeiten stecken. Weil heute das Familiennetz oft nicht mehr so stabil ist wie früher – der Zusammenhalt ist nicht mehr so ausgeprägt, die Familie ist vielleicht weit weg –, werden solche Situationen schwieriger. Also muss jemand diese Aufgabe übernehmen, das sind staatliche oder freiwillige Angebote.» Trotzdem: Zwei Frauen aus der SVP in der Sozialpolitik? «Die SVP setzt auf Eigenverantwortung und will so viel Sozialstaat anbieten wie nötig», sagt Yvonne Carrara, «aber so, dass er finanzierbar bleibt. Oft hört man, der Staat solle bezahlen. Das sind aber doch wir mit unseren Steuern. Irgend - wann kommt der Punkt, wo es un - bezahlbar wird. Man kann in der Sozialpolitik Geld effektiv einsetzen, indem man Notwendiges von Wünschbarem trennt.» – «Das kann ich nur unterstützen», sagt Marianne Lienhard. «In der Bundesverfassung steht: Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen, da ist der Solidaritätsgedanke stark verankert. Menschen, die unverschuldet in Situationen sind, wo sie zu schwach sind, um eigenverantwortlich zu handeln, soll geholfen werden, damit sie die Eigenverantwortung wieder übernehmen können.» Frauen fürs Soziale? Braucht es den weiblichen Touch bei sozialen Aufgaben? «Politik sollte menschlich geprägt sein», sagt Yvonne Carrara. «Man soll die Männer nicht unterschätzen», sagt Marianne Lienhard, «sie können das auch. Doch ich schreibe es der Tat - sache zu, dass die freiwillige Arbeit traditionell der Frau zugeordnet wurde. Männer werden zu wenig an soziale Themen herangeführt, das schafft Berührungsängste – bei Männern wie bei Frauen.» Und sie selber? Marianne Lienhard arbeitet seit 2014 beruflich in der Politik, für Yvonne Carrara ist Politik «mein Hobby, meine Freizeit. Ich bin berufstätig, habe drei Kinder, muss alles unter einen Hut bringen. Das wäre nicht gegangen ohne meine Mutter, die mir damals den Rücken freihielt. Doch viele Frauen können nicht auf solche Freiwilligenarbeit zurückgreifen.» Das Freiwillige geht ... Marianne Lienhard akzentuiert die Bedeutung von Spielgruppen oder Familienvereinen. «Sie helfen Zu - zügern Anschluss zu finden, Migrantinnen, sich zu integrieren.» Doch dort – wie überall – sucht man helfende Hände: «Immer weniger Freiwillige sind zu dieser Arbeit bereit, sie ziehen sich zurück. Anderseits wird es – wenn ich etwa an Spitex denke – immer komplexer und deshalb zu anforderungsreich für Freiwillige.» Sobald der Staat sich einschalte, «wird es professioneller, und jeder muss dann Zugang zur Leistung haben.» Dieser gesellschaftlichen Dynamik, so Yvonne Carrara, könne man sich kaum entziehen. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: Telefon 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: Telefon 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: Telefon 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 19. Dezember 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 20. Dezember 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag,19./20.Dezember Lentics.Augenärzte Praxis Dr. med. H. Wettler AG Neue Jonastrasse 85 Rapperswil-Jona Telefon 055 210 2171 Wochenend-Notfalldienst: ab Freitag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Samstag/Sonntag,19./20.Dezember Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 • Wochenende ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. • Freitagnacht und Montagnacht: Wochenend-Notfalldienst. • Dienstagnacht: Kleintierpraxis Buchholz, Buchholzstrasse 48, Glarus, Telefon 055 640 26 40. • Mittwochnacht: Kleintierpraxis Landerer, Bahnhofstrasse 31a, Näfels, Telefon 055 622 20 20. • Donnerstagnacht: Kleintierpraxis Tierklinik am Kreis AG, Zaunweg 11, Netstal, Telefon 055 646 86 86. Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Edgar Thoma GmbH Plattenbeläge Sonnenhügelstrasse 10 Postfach 850 8750 Glarus T 055 640 43 64 F 055 640 43 65 M 079 405 08 06 edgar.thoma@bluewin.ch