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52. Ausgabe 2020 (24. Dezember 2020)

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52. Ausgabe 2020 (24. Dezember

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 52 Donnerstag, 24. Dezember 2020 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 6+8 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 17– 20 Aus dem Linthgebiet 33 Auflage 32 098 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Telefon 055 6474747 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Mindestanforderungen Wenn man den biblischen Geschichten und den Erwägungen der Theologen Glauben schenkt, so war der Geburtsraum von Jesus eher spärlich möbliert und genügte wohl noch nicht einmal den tiefen Mindestanforderungen, die wir für die Zeit der Römer im Nahen Osten bei einem Geburtszimmer voraussetzen können. Aus der Tatsache, dass das Neugeborene gewickelt und in eine Krippe gelegt wurde, schliessen die meisten auf einen Stall. Andere denken da eher an das Obergeschoss eines Hauses, in dem Verwandte von Josef lebten. Ob Maria in einem Herbergszimmer glücklicher niedergekommen wäre – wer weiss? Wichtiger dürfte schon damals die Unterstützung durch eine Hebamme gewesen sein. Das ist in der Bibel der älteste Frauenberuf – er wird schon im 2. Buch Mose erwähnt, lange vor Christi Geburt, und schon damals war das eine gesellschaft - liche Institution von Fachfrauen. Die Mutter eines meiner Lieblingsphilosophen war Hebamme, ja Sokrates nannte deshalb Philo - sophie die Hebammenkunst. Es ist nämlich schwierig, so einen Ge - danken auf die Welt zu bringen; da hilft es, wenn einem eine oder einer dabei hilft, indem sie oder er sich unwissend stellt oder nachfragt. Trotzdem gibt es bei der Geburt von Gedanken keine Mindestanforderungen – meist macht es zack, der Geistesblitz schlägt ein, und wenn die Denkerin oder der Denker nicht gerade bis zur Halskrause zu - gedröhnt ist, purzelt so ein Gedanke aus dem Hirn wie die sprichwört - liche Sturzgeburt. Zweifacher Salto, schon steht er wohlformuliert auf dem Notizblock oder dem iPad. Zu der Geburt von Kindern gehören Menschen, die helfen und der frisch gewordenen Mutter gratulieren – das waren bei Jesus die Hirten sowie die Magier, die ihn anbeteten. Weitere Mindestanforderungen sind Waschlappen und Handtücher, eine mit Wasser gefüllte Schüssel, eine Lampe für die Hebamme, Tücher für das Baby sowie Massageöl, Snacks und Getränke. Der Raum sollte beheizbar sein. Ein Stall war da suboptimal. Was zu Zeiten von Jesus sicher fehlte, waren Medien zur Aufnahme der Geburt sowie erster Bilder des Neugeborenen. Das zeigt sich in der doch eher vagen Beschreibung dieser Geburt – da hätten gute Babyfotos den Evangelisten geholfen. Doch bevor Sie sich jetzt kopfschüttelnd wieder der Babyparty für Jesus zuwenden, hier noch eine sokratische Frage: Welche Mindestanforderung stellen Sie an eine BAG-konforme Geburtstagsfeier? Frohe Weihnachten Ihnen allen. ● FJ Sarah Willi (links) und Daniela Bäbler – Hebammen im Spital Linth in Uznach. Für das Statement von Sarah Willi Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto/Video: FJ) Hebamme zum Weihnachtsfest Geburten (bitte klingeln!) Sie hat am Weihnachtsabend Dienst im Spital Linth in Uznach: Hebamme Sarah Willi. Sie liebt diesen Dienst wegen der besinnlichen Stimmung. Der FRIDOLIN hat sie besucht und mit ihr über das Wunder der Geburt gesprochen. Nehmen wir an, Mary und Joe seien mit dem VW-Bus auf Europatour und auf der A3, kurz nach Pfäffikon SZ, setzen die Wehen ein. Oder Meryem und Yusuf fahren an Heiligabend 2020 ins Spital Linth, weil sie sich dort eine sichere Geburt versprechen. Beide Paare folgen den Schildern nach Uznach und lassen dort – wie alle anderen – zuerst einmal die Coronavirus-Massnahmen über sich ergehen: Hände desinfizieren, Maske montieren, Fieber messen. Das Ei Anschliessend geht es in den 2. Stock zur Wochenbettabteilung mit den drei Geburtssälen. Hinter der Sicherheits - tür mit dem Schild «Geburten (bitte klingeln!)» übernimmt Sarah Willi. Wie ihr Vorbild, die inzwischen über 70-jährige Hausgeburtshebamme Luzia Brand aus dem Toggenburg, will sie Frauen unabhängig von Religion und Herkunft zu einer guten Geburt verhelfen. «Die Eltern suchen sich den Ort, wo sie ihr Kind be - kommen wollen, bewusst aus: zu Hause, im Geburtshaus oder bei uns hier im Spital. Als Hebamme habe ich die Verantwortung, ihnen die Geburt zu ermöglichen, die sie für sich und ihr Baby ausgewählt haben.» Trotz der Coronavirus-Pandemie, so Sarah Willi, fühle sie sich in der Geburtsabteilung sicher. «Es ist ein bisschen wie in einem Ei hier, man ist geborgen in einer Blase.» Im Vorraum steht ein Christbaum mit blauen Kugeln, die Wände in den Gebärsälen sind mit Lavendel-, Mohn- und Weizenfeldern tapeziert. Es gibt spezielle Geburtshocker, Sitzbälle, Wannen für Wassergeburten und – natürlich – das Bett mit dem Gebärkissen. Berufung Obwohl erst zwei Jahre im Beruf tätig, hat Sarah Willi schon so manches erlebt. Mütter, die mit der GoPro-Kamera die ganze Geburt aufnehmen; winterliche Ambulanzfahrten ins abgelegene Dorf, oder jenen Vater, einen Velokurier, der mit Rennvelo und Lieferrucksack an der Hebamme vorbei direkt in den Gebärsaal fuhr. Die grösste Verantwortung ist es, Gebärende richtig zu beurteilen. «Man muss einen Sinn dafür entwickeln; in fünf Minuten einschätzen, wie geht es dem Kind und der Mutter. Und wenn sie es nicht mehr hierher ins Spital schaffen, muss ich sie am Telefon behalten, so lange bis ich mit Ambulanz und Notarzt bei ihnen bin. Dann müssen die Männer Geburtshelfer sein. Ich bin manchmal erstaunt, welche Berufe die Männer haben – und oft sind die, welche besonders kompetent scheinen, am Schluss die weichsten.» Als Hebamme müsse man sich eine dicke Haut zulegen, aber gleichzeitig offen für die Wünsche der Paare sein. «Diesen Beruf muss man wollen, es ist eine Berufung und eine Leidenschaft – ich identifiziere mich damit auch im Alltag.» Wundersam Die häufigste Frage? «Wie lange geht es noch?» Doch darauf gibt es nicht immer eine genaue Antwort. Manchmal schaut der Kopf des Babys schon heraus, bevor die Mutter sich auf das Bett legen kann, und das Baby landet im Doppelsalto direkt in den Armen der Geburtshelferin; manchmal muss die Hebamme so lange unterstützen, dass sie nachher Muskelkater hat. «Manchmal spreche ich auch mit den Babys. Sage zum Beispiel: ‹Nicht alle gleichzeitig!› Wenn mehrere Frauen hier sind. Manchmal entscheidet sich das Kind, als wolle es zu den Eltern sagen: ‹Ihr schafft das schon!›» Früher hängte man auf den Bauernhöfen ein Tuch aus dem Fenster, um der Hebamme den Weg zu weisen, heute gibt es Navi. «Doch für mich ist jede Geburt ein Wunder!», sagt Sarah Willi, die jetzt von ihrer Kollegin Daniela Bäbler den Dienst übernimmt. «Da bin ich nachher so voller Adrenalin, dass ich kaum einschlafen kann.» Ob denn Geburten oft so schmerzvoll und schwierig seien, wie man das in Filmen sieht, will ich wissen. Wenn man Mehrlinge erwarte oder es ein Risiko gebe, wisse man das heute oft schon vorher. Aber viel öfter läuft alles glatt. Es ist das Natürlichste der Welt und trotzdem zugleich das grosse Mysterium, oder wie Daniela Bäbler, die selber zwei Kinder hat, sagt: «Unsere Körper sind dafür gemacht.» In diesem Sinne wünscht Ihnen das FRIDOLIN-Team: Frohe Weihnachten! ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: Telefon 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: Telefon 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: Telefon 0844 33 66 33 Zahnarzt Freitag, 25. Dezember 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Samstag, 26. Dezember 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 27. Dezember 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Freitag, 25. Dezember, bis Sonntag, 27. Dezember Dr.med. Aleš Tilen Mittlere Bahnhofstrasse 8, Lachen Telefon 055 442 20 03 Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Donnerstag, 24. Dez., ab 12.00 Uhr, bis und mit Sonntag, 27. Dezember Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 • Montagnacht: Wochenend- Notfalldienst. • Dienstagnacht: Kleintierpraxis Buchholz, Buchholzstrasse 48, Glarus, Telefon 055 640 26 40. • Mittwochnacht: Kleintierpraxis Landerer, Bahnhofstrasse 31a, Näfels, Telefon 055 622 20 20. • Donnerstagnacht: Kleintierpraxis Tierklinik am Kreis AG, Zaunweg 11, Netstal, Telefon 055 646 86 86. Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66