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53. Ausgabe 2020 (31. Dezember 2020)

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53. Ausgabe 2020 (31. Dezember

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 53 Donnerstag, 31. Dezember 2020 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 6 Neujahrsglückwünsche 15 – 21 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Aus dem Linthgebiet 25 Auflage 32 098 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Telefon 055 6474747 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Zeitreise gefällig? Der Silvester ist hier und damit eine ultimative Grenze, vor der wir stehen. Wie ein Schwarzes Loch, das alle Materie in seiner Reichweite ansaugt und verschwinden lässt, so saugt uns das neue Jahr aus dem bestehenden alten Jahr heraus in eine ungewisse Zukunft. Was jetzt noch da ist, der letzte Tag im Jahr 2020, ist morgen nicht mehr da. Dafür ist morgen etwas da, was heute noch nicht da ist – der erste Tag im 2021. Und schon einige Tage später wird man im Glarnerland mit der Impfkampagne beginnen. Und das, was das Jahr 2020 so schwierig machte, diese mikroskopisch kleine Kugel mit den Spikes, die rasend schnell und oftmals tödlich von einem Menschen zum anderen überwechselte – also das Virus –, wird hoffentlich bald bekämpfbar sein. Wenn wir an der Kante zum neuen Jahr stehen, sehen wir nicht, was drin ist. Glück und Erfolg, Geburt oder die Reise in die Ewigkeit? Viele stehen auf dem Balkon und schauen hinauf zu den Sternen und den Raketen und spüren so etwas wie das Unbedingte, Ewige. Diese Nachbarschaft zum Ewigen beunruhigt uns. Es ist ja auch zum Verzweifeln: Das Ewige versteckt sich, vielleicht hinter einer Grenze der Raumzeit am Ende des Universums, vielleicht direkt vor unserer Nase im Herz von jenen, die wir lieben. Wir können Schwarze Löcher fotografieren, aber wir werden prinzipiell nie sehen, ob sich darin das Ewige verbirgt oder doch nur kalte Sternmasse, die alle Energie schon abgestrahlt hat. Dasselbe gilt für den Blick ins Herz. Das ist vielleicht der Grund, warum uns zuweilen – selbst nach einem durchzogenen Jahr wie 2020 – Schwermut erfasst. Wir müssen uns verabschieden, wenn wir das Neue erleben möchten. Und dieser Moment, wo jeweils mitten in der Nacht sich alle trunken vor Erwartung und Un - gewissheit in die Arme fallen, ist gleichzeitig ein Tod des alten Jahres wie auch die Geburt des neuen. Und wir – alle miteinander – gehen diesen Weg über die Schwelle des neuen Jahres. Die Schwelle selbst kommt rasend schnell um den Erdball, in Samoa feiert man am Donnerstagmorgen um11.00Uhr, bei uns 13 Stunden später – und wenn man in den USA feiert, ist bei uns das neue Jahr – also der Freitag – schon 7 Stunden alt. Ein ziemlicher Weg. Dass wir auf diesem Weg von alt zu neu nicht beschädigt werden, das heisst, dass wir ihn möglichst unbeschadet und glücklich über - stehen mögen, das steckt im Wunsch «Guten Rutsch!». Also: Guten Rutsch! ● FJ Roman Ackermann, Korporal bei der Kantonspolizei Glarus. Für das Videostatement Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto/Video: FJ) Einsatz am Glarner Silvester Im Dienst der Allgemeinheit Roman Ackermann ist ein stattlicher Mann, und in seiner Polizeiuniform und mit der in unserer Zeit vorgeschriebenen Gesichtsmaske wirkt er ein klein wenig martialisch. Was er überhaupt nicht ist, ganz im Gegenteil. In unserem Gespräch erzählt Korporal Ackermann ungeschminkt, wie es ist, an Feiertagen zu arbeiten, ohne die Familie um sich zu haben. Roman Ackermann hat viereinhalb Jahre lang bei der Schweizer Garde gedient und ist nun seit zehn Jahren bei der Kantonspolizei Glarus. Er ist verheiratet und hat eine zweieinhalb Jahre alte Tochter. Vermiesen da nicht Piketteinsätze die Feiertage? Vermisst ihn seine Tochter? «Wer eine solche Arbeit annimmt, muss sich bewusst sein, dass Pikett dazugehört», antwortet er sachlich. Dennoch: Weihnachten ist ihm wichtig, ebenso das Feiern mit der Familie. «Aber man muss flexibel sein und das Feiern zum Beispiel auf einen anderen Tag ver - legen. Dafür freue ich mich, wenn ich mal unter der Woche mit der Familie etwas unternehmen kann.» Bereit sein Roman Ackermann hat zwischen vier bis acht Mal im Monat Bereitschaftsdienst. Einer dieser Dienste beginnt normalerweise um 13.30 Uhr und endet um 22.00 Uhr. Während dieser Zeit arbeitet Ackermann am Schreibtisch in der Biäsche oder ist auf Patrouille unterwegs. Um 22.00 Uhr fährt er nach Hause und bleibt dort bis zum nächsten Morgen um 07.30 Uhr auf Pikett. Ein so gestaltetes Pikett wirke nicht so einengend. Aber: «Anstossen mit Alkohol und mehrgängige Menüs liegen nicht drin.» Immerhin ist zu Hause die Atmosphäre an - genehmer, denn sein Arbeitsplatz in der Biäsche ist schmucklos, ja richtig kahl. Die Mitarbeitenden des Polizeistützpunktes Biäsche arbeiten aktuell und vorübergehend in Containern. Ackermann sieht es pragmatisch: «Im April soll die Renovation des Werkhofes nebenan fertig sein, dann sind die neuen Büros bezugsbereit.» Auch in der Coronavirus-Pandemie Haben sich seit Beginn der Pandemie auch die Gründe geändert, weswegen die Polizei gerufen wird? «Zu den üblichen Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger kommen Corona - virus-Aufgaben wie Quarantäne - Kontrollen, Kontrolle von Maskentragpflichten usw.» Ausrücken würden sie wie eh und je aus zahlreichen Gründen wie zum Beispiel Unfälle, Lärm, häusliche Gewalt oder wegen Meldungen von Personen, die von der Polizei in anderen Fällen Unterstützung und Hilfe erwarten. Wenn Ackermann nicht ausrücken muss, erledigt er administrative Arbeiten, bereitet Einsätze vor oder schreibt Rapporte. «Langweilig wird uns nicht», versichert Ackermann. Dienst bleibt Dienst, aber: «In diesen vorweihnachtlichen Tagen kann es vorkommen, dass die Frau des Chefs Weihnachtsguetzli bringt.» Kürzere Zündschnur Wie sieht er den Einsatz an diesem Jahreswechsel? Erwartet er schwierige, besondere Einsätze? Immerhin konnte man verschiedentlich lesen, dass die Polizei, die ihren Auftrag erfüllt, angepöbelt oder sogar tätlich angegangen wurde. «Die Zündschnur ist kürzer», sagt Roman Ackermann, «man muss auf alles gefasst sein». Der Erfindungsgeist der Leute – etwa beim Umgehen von Coronavirus- Massnahmen – nehme zu, ergänzt er und verweist auf das Beispiel aus einem anderen Kanton, wo ein Beizer seinen Gästen ein Hotelzimmer «vermietet» habe, sodass diese auch nach der Sperrstunde zusammen - sitzen konnten. Da brauche es bei einem Eingreifen ein gutes Gespür, damit die Situation nicht eskaliert. Dafür seien sie gut geschult. Dennoch: «Ich verstehe die Situation, in die wir wegen des Coronavirus ge - raten sind.» Da könne es durchaus jemanden sehr hart treffen, der dann versuche, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und dabei vielleicht auch einen Schritt zu weit gehe. Gibt es ein Erlebnis, das er bei einem solchen Pikettdienst nie mehr ver - gessen wird? «Ja», sagt er und erzählt von jenem Einsatz in der vorweihnachtlichen Zeit bei einem begleiteten Freitod. Die Polizei wird in einem solchen Fall routinemässig auf - geboten, um die Situation zu prüfen. Doch Routine schützt nicht vor Emotionen. Der Wunsch von Roman Ackermann: Dass wir alle frohe Festtage haben. Das FRIDOLIN-Team dankt ihm und allen Teams, die im Einsatz stehen, von Herzen für ihren Einsatz und wünscht allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr. ● Fredy Bühler Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: Telefon 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: Telefon 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: Telefon 0844 33 66 33 Zahnarzt Freitag, 1. Januar 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Samstag, 2. Januar 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 3. Januar 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Freitag, 1. Januar, bis Sonntag, 3. Januar Augenpoliklinik, Universitätsspital Eingang Nord 2, Frauenklinikstr. 24 8091 Zürich Telefon 044 255 49 49 Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Donnerstag, 31. Dez., ab 12.00 Uhr, bis Samstag, 2. Jan., 07.30 Uhr Kleintierpraxis Buchholz Buchholzstrasse 48, Glarus Telefon 055 640 26 40 Samstag, 2. Jan., ab 07.30 Uhr, bis und mit Sonntag, 3. Januar Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Ab Montag, 4. Januar, ab 22.00 (nachts) bis 07.30 Uhr: Kleintierklinik Marigin Firststrasse 31, Feusisberg Telefon 055 536 44 44 Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66