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42. Ausgabe 2018 (18. Oktober 2018)

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42. Ausgabe 2018 (18. Oktober

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 42 Donnerstag, 18. Oktober 2018 Schatzchäschtli 11 Treffpunkt 14+15 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 16 – 20 Aus dem Linthgebiet 33 Auflage 32 040 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Erfolgsmodell Familie Es ist Samstagnachmittag, kurz nach der letzten Prämierung. Die zehnköpfige Bauernfamilie kommt neben dem Sägemehlring zusammen. Der Vater trägt die gewonnene Züchterschelle, zwei der Söhne haben im Jungzüchterhemd Tiere aufgeführt, der älteste im Hirthemd, seine Frau und die drei Kinder haben die Tiere getränkt und zu ihnen geschaut, selbst die Tante im Rollstuhl war mit dabei. Alle sind schon lange auf den Beinen und haben an der Viehschau zu tun gehabt. Die meisten Zaungäste sind schon auf dem Heimweg, aber für diese Familie ist die Arbeit noch nicht vorbei – sie ist nie vorbei. Bei ihrem kurzen Treffen organisieren sie den Rest des Tages. Wer bringt die Tiere heim? Wer kocht zu Hause? Wann geht es weiter? Für sie alle ist diese Viehschau eine zusätzliche Herausforderung in einer Sieben-Tage- Woche, die von körperlicher Arbeit geprägt wird. Beklagt sich jemand? Sicher nicht. Sie haben Erfolg gehabt, ihre gesunden und gepflegten Tiere haben Preise bekommen. Sie sind eine stolze Bauernfamilie, welche anpackt, welche sich nicht unterkriegen lässt. Sie trotzen der alpinen Natur das Land ab und machen es urbar, damit ihre Tiere zu fressen haben. Harte Arbeit, aber es lohnt sich; am Erfolg sind alle beteiligt. Ein Bauernbetrieb im Glarnerland ist ohne Familie kaum überlebensfähig. Doch wie ist es bei anderen Familien? Die moderne Arbeitsteilung und die vielen Haushaltmaschinen, das Auto und der Computer übernehmen im Alltag die Aufgaben, wo früher Geist und Körper gefordert wurden. So kommt es, dass manche Familien auseinanderdriften. Es gibt keine Grossaufgaben, welche alle zusammen meistern müssen; dafür macht sich dann jede und jeder den eigenen Tagesplan. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn der Familiengeist erhalten bleibt. Er nämlich ist es, der alle trägt und allen eine Rolle und eine Aufgabe gibt im Miteinander. Niemand ist gefeit vor Schicksalsschlägen, vor den Unwägbar keiten des Lebens, vor Niederlagen und Naturereignissen. Aber eine eingeschworene Schicksalsgemeinschaft, wie es eine gut funktionierende Familie ist, kann mit solchen zusätzlichen Aufgaben und Herausforderungen eben besser fertig werden, als es einzelne können. Irgendwann in seinem Leben ist jede und jeder einmal hilfsbedürftig, und genau in diesem Augenblick greift das Erfolgsmodell Familie. Schon deshalb ist es lebenswichtig, die Familienbande sorgfältig zu pflegen. ● FJ Bauernpräsident Fritz Waldvogel und Regierungsrätin Marianne Lienhard haben an der Viehschau gut lachen. (Foto: FJ) Bauern im Glarnerland Wettbewerbsfähig Es ist der Wettbewerb der Glarner Viehzüchter: die Kantonale Herbstviehschau in Glarus. Die Agrarpolitik des Bundes und der freie Markt stellen die Glarner Landwirte vor neue Herausforderungen, doch sie bieten auch neue Chancen. Ein Zwischenbericht. Fritz Waldvogel ist nicht nur Landrat und Präsident des Glarner Bauernverbandes, er ist auch selber Landwirt. Deshalb hat er viele der Transformationsprozesse, welche die Landwirtschaft durchlief und durchläuft, am eigenen Leib erfahren: «Noch vor 20 bis 30 Jahren hatten alle einen Verwandten in der Landwirtschaft, heute machen die Landwirte noch etwa 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung aus. Deshalb wollen wir mit Veranstaltungen wie der Viehschau unsere tägliche Arbeit der nichtbäuerlichen Bevölkerung aufzeigen. Bei der Viehschau sieht man, wie wichtig die Familie auf einem Bauernhof ist; alle Hände werden gebraucht, damit die Tiere von der besten Seite präsentiert werden können.» Auch für die tägliche Arbeit ist ein Glarner Bauernbetrieb ohne Mithilfe der Familie fast undenkbar. Gerade deshalb muss das Label «Familienbetrieb» in unserer Landwirtschaft erhalten werden. Betriebsgrösse und Spezialisierung Eine industrialisierte Landwirtschaft lässt sich im Glarnerland nicht aufbauen – dazu sind die Flächen und die Betriebe zu klein. «Mit modernstem Gerät und im ebenen Gelände könnte man unseren Betrieb in einem Nachmittag mähen – aber ich brauche dazu gerade wegen der Geländebeschaffenheit nach wie vor eine Woche.» Da aber Arbeitskraft teuer ist, werde, so Waldvogel, die Preisschere weiter aufgehen zwischen Produktion mit hochtechnischem Gerät und Produktion in Handarbeit, wie es sie in vielen Glarner Betrieben immer brauchen wird. Allerdings ist auch in der Landwirtschaft Innovation der Schlüssel zum Erfolg. Lange waren kostendeckende Preise und der Absatz garantiert. «Die meisten von uns waren Milchproduzenten. Heute muss sich jeder Bauer fragen: Was will der Kunde? Was kann ich verkaufen?» Entsprechend spezialisieren sich viele und produzieren, was der Markt verlangt – sei es mit Spitzenviehzucht, Kälbermast, Talbetrieb mit Milchwirtschaft und Bergbetrieb, wo Jungtiere aufgezogen werden, Mutterkuhhaltung oder bei der Käseherstellung. Vermarktung, Agrarpolitik und Digitalisierung Zudem vermarkten viele – im Gegensatz zu früher – ihre Produkte vermehrt wieder selbst. «Meine Grossmutter brachte die Milch noch in die Haushaltungen», sagt Fritz Waldvogel. «Erst später wurde in die Milchzentrale geliefert. Heute wird der grösste Teil der landwirtschaftlichen Produktion über Verarbeiter und den Handel an die Konsumenten verkauft, und es gibt das Segment der Selbstvermarkter, wo der Konsument Milch, Fleisch, Gemüse und Früchte wieder direkt beim Bauern im Hofladen oder auf dem Markt kauft.» Auch die Agrarpolitik des Bundes stellt die Landwirtschaft vor neue Aufgaben und leistet – etwa für die Offenhaltung der Kulturlandschaft, zur Erhaltung der Artenvielfalt oder für umwelt- und tierfreundliche naturnahe Produktion – Direktzahlungen. In der traditionell alpinen Region braucht es die Pflege des Gebietes und der Landschaft, als Naherholungsraum und für den Tourismus. «Wer – wenn nicht die Bauern – soll die Landschaft pflegen?», fragt Fritz Waldvogel. «Doch das funktioniert nur, wenn man neben der Alpauch eine Talwirtschaft betreiben kann.» Doch im schmalen Tal sind Wohnraum, Industrie und Landwirtschaft im Kampf um die knappe Ressource Boden. «Boden ist etwas so Wertvolles, dass wir Landwirte Befürchtungen hegen, wenn er für anderes verwendet wird.» Die Landwirtschaft wird sich weiter wandeln – davon ist Waldvogel überzeugt. «Die Digitalisierung wird nicht nur im Ackerbau Einzug halten, es gibt auch Anwendungen im Berggebiet, etwa der Einsatz von GPS und Drohnen.» So muss ein Landwirt heute innovativ sein und unternehmerisch denken, aber seine vornehmste Aufgabe ist nach wie vor: mit der begrenzten Ressource Boden die sichere und wettbewerbsfähige Nahrungsmittelproduktion und -versorgung zu gewährleisten. Genau dafür sind die Glarner Bauern gerüstet. Das zeigte ihre prächtige Herbstviehschau. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 20. Oktober 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 21. Oktober 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 20./21. Oktober Dr.med. Ales Tilen Mittlere Bahnhofstrasse 8, Lachen Telefon 055 442 20 03 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 20./21. Oktober Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Buchholz Buchholzstrasse 48, Glarus Telefon 055 640 26 40 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. Grosse Küchenausstellung Ziegelbrückstrasse 48

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