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11. Ausgabe 2020 (12. März 2020)

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11. Ausgabe 2020 (12. März

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr.11 Donnerstag, 12. März 2020 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 6 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 18–20 Aus dem Linthgebiet 34+35 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Halb voll Wer kennt sie nicht, die Klagen über den milden, schneearmen Winter? Die Prognosen, dass der Schnee jetzt im März erst noch komme? Deshalb schaut mich Ernst verwundert an, als ich die Natur im Frühling als Titelthema für die nächste Ausgabe vorschlage. Dabei hat der Februar selbst das Thema auf die Trak - tandenliste gesetzt: Während wir am Donnerstagnachmittag im Chefbüro Redaktionssitzung halten, verkündet draussen die Sonne den Frühling. Natürlich könnten wir das bewirtschaften, was viele bewirtschaften: Ernteausfälle, Bäume im Trockenheitsstress, die immer intensiveren Buschfeuer in Aus - tralien und die Weinreben in manchen Gegenden der Schweiz, die zu früh austreiben, nur um nachher dem Frost zum Opfer zu fallen. Aber wir sind uns einig: Wenn wir über den Frühling schreiben, dann über die Chancen, die der Klimawandel uns bietet. Es bringt wenig, dem Klima von gestern nachzu - trauern und den Wintern, die früher kälter und schneereicher waren. Es würde sich auch seltsam anfühlen: Die ersten Vögel balzen, Schnee - glöckchen, Schlüsselblumen und Krokusse wachsen unter den Sträuchern und der Aprikosenbaum auf der Terrasse in Schwanden beginnt zu blühen. Es ist fast wie in der Provence, nur dass wir 600 km Luftlinie nördlich sitzen. «Jetzt ein Glas kühlen Rosé, ein Stück Baguette, etwas Olivenpaste und danach eine Demi-Corona zum Dessert rauchen ...» Gut, es ist noch Ende Februar, aber man muss die Feste feiern, wie sie fallen, sagt der Volksmund – und er hat recht. Wir erinnern uns an die letztjährige Näfelser Fahrt, die etwas vom verschneiten Russlandfeldzug hatte, und an die Lands - gemeinde, wo man sich den kalten Regen vom Filzhut schüttelte. Grauenhaft! Aber das Bild vom Glas Rosé wird unwiderstehlich. «Ab sofort machen wir die Redaktions - sitzung auf der Terrasse bei mir zu Hause», sagt Ernst, und wir sehen uns bereits, wie wir im Kurzarmhemd und mit Strohhüten die Pé - tanque-Kugeln polieren und in den Kies werfen. Eine Woche vergeht, das Thema kommt erneut auf die Traktandenliste, und Ernst gesteht: «Ich hab’s getan!» Er hat seinen ersten Rosé kaltgestellt und seine Terrasse eingeweiht. Er hat den Frühlingsmoment beim Schopf gepackt. Denn wie sagt Rainer Brambach so schön: «Jedes Glas Wein, das du trinkst, ist vergossen. Freu dich, du hast es zu Lebzeit genossen.» Mit dieser optimistischen Einstellung bleibt das Glas immer halb voll, selbst wenn es immer wieder vergossen wird. ● FJ Apfelbaum in Engi: Otmar Steiner (auf der Leiter) und Hans Bäbler schneiden ihn, bevor er austreibt und zu blühen beginnt. Frühling im Glarnerland Die neue Jahreszeit (Foto: FJ) Das Glarnerland kennt seit kurzem eine neue Jahreszeit: den Frühling. Eigentlich sind es sogar drei Frühlinge, der frühe im Norden, der lange in der Mitte und der späte im Süden und in der Höhe. Der FRIDOLIN besuchte die Gärtnereien. «Früher hatten wir im Glarnerland gar keinen richtigen Frühling», sagt Hans Bäbler, Landschaftsgärtner aus Engi. «Da kam nach dem späten Winter gleich der Frühsommer.» Am 4. März ist er zusammen mit Otmar Steiner bei einer Kundin am Bäumeschneiden. «Hier geht das von November bis Ende März.» Inzwischen hat das Glarnerland für sich den Frühling entdeckt, auch wenn hier in Engi noch Schnee liegt. «Der Frühling kommt von unten, das ist so!», sagt Hans Bäbler. «Hier kommt er merklich später als in Schwanden, und in Elm oben ist er noch später dran.» Temperatur und Austrieb Es ist ein Tag, wie er typisch ist im März oder April. Am Morgen fielen dicke Schneeflocken, jetzt ist es 10 Grad – an der Hauswand noch wärmer. Ob man den blühenden Aprikosenbaum vor dem erneuten Wintereinbruch schützen könne. «Hier wachsen die früh blühenden Fruchtbäume aus dem Süden – also Pfirsiche und Aprikosen – meist als Spalier. Bei Frost eine Decke zum Schutz darüberlegen ...». Sonst gibt es kaum etwas, was man tun kann. Und Kübelpflanzen? Fast noch schwieriger. Wenn die Pflanzen im Kübel warm bekommen und an einem Frühlingstag draussen an der Sonne stehen, treiben sie erst recht aus. Deshalb besser noch drinnen behalten oder im Halbschatten geschützt, etwa in einem Schopf.» Wieder anders ist das bei der Kornelkirsche in Nachbars Garten. Die blüht schon – ein Wildstrauch, der wild vorkommt. Auch die Forsythie ist bereit auszutreiben, im Gegensatz zum Rhododendron unter dem Apfelbaum. Alte und neue Pflanzen Szenenwechsel: In Glarus, in seiner Gärtnerei hinter der Fridolinskirche ist Holger Lang von BlühLang dabei, Pflänzchen einzutopfen. «Früher war der Frühling bei uns in Glarus kurz und heftig. Heute ist er immer noch heftig, aber länger ...» Da gibt es auch bei den Pflanzen Gewinner und Verlierer. «Unter dem Schnee überleben Dänggeli – also Veilchen oder Stiefmütterchen – sehr gut. Sie blühen im Herbst und im Frühling wieder. Dieser Winter war schwierig, weil keine Schneedecke lag.» Aber dass weniger Streusalz verwendet wurde, war gut für die Stadtbäume. Und es gibt Kübelpflanzen wie die Photinie oder Glanzmispel, die heute – etwa in Netstal beim Café Wiggis – als Hecke wachsen. «Oben im Feld habe ich auf einem geschützten Balkon sogar eine unserer Geranien gesehen, die den Winter draussen verbracht hat.» Zwei Drittel der Geranien, die Lang eintopft, bezieht er regional – z. B. bei Blumen Hirt in Linthal. Jetzt beginnt die Zeit der Grab-, aber auch der Rabattenpflege bei der Gemeinde oder bei Restaurants. Blumen sind, so Lang, zäh. Aber: «Es bliibt öppis Läbigs, dä cha’s au stärbe.» Dem Frühling entgegen Je tiefer man ins Tal kommt, desto weiter ist der Frühling. Im Gartencenter Grünenfelder in Niederurnen gibt Ronald Streibon zu bedenken: «Man fängt im Herbst mit dem Frühling an.» Wer im Frühling blühende Pflanzen will, muss die Blumenzwiebeln im Herbst setzen. «Es gibt aber auch vorgetriebene Blumenzwiebeln zu kaufen.» Auch einige blühende Blumenflore kann man jetzt schon pflanzen. Etwa Gänsekresse, Frühlingsanemonen, Alpenveilchen, Blau - kissen. «Zudem ist es die Zeit der Planung und Vorbereitung.» Düngung des Bodens, Gefässe checken, das Holz der Veranda reparieren. Dass der Balkon oder der geschützte Gartensitzplatz inzwischen ganzjährig als Aussenwohnzimmer mit Grill genutzt wird, zeigt die Aufschrift der Gartenmöbel. Da steht «4seasons», also vier Jahreszeiten. «Falls man frühe Farbpunkte setzen will», so Streibon, «sind Primeln ideal.» Was ebenfalls im Trend liegt: Gemüse selber ziehen, z. B. Tomaten, Radieschen oder Salat. Die kann man jetzt im Gewächshaus aussäen, um sie – wenn die Eisheiligen vorbei sind – im Garten oder auf Balkonien grosszuziehen. «Früh dran sein lohnt sich», so Streibon. Denn es ist der frühe Vogel, der den Wurm fängt. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 14. März 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 15. März 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 14./15. März Vista Klinik Bahnhofstrasse 15, Pfäffikon SZ Telefon 055 55216 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 14./15. März Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. FRÜHLINGSAUSSTELLUNG 28./29. März 2020 von 10.00 bis 17.00 Uhr