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47. Ausgabe 2019 (21. November 2019)

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47. Ausgabe 2019 (21. November

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 47 Donnerstag, 21. November 2019 Regierungsrat 4 Landrat 6 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 16–19 Aus dem Linthgebiet 33 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Vom Ich zum Wir «Wo Es war, soll Ich werden», forderte Sigmund Freud vor knapp einem Jahrhundert, und wer heute die Gesellschaft mit einem 360-Grad- Blick anschaut, kann sagen: Projekt gelungen! Der Ansatz der Ich-Werdung ist sogar so gut gelungen, dass ein ernsthafter Glarner Politiker und junger Familienvater inzwischen ernüchtert feststellen muss: «Wir sind zu einer Gesellschaft verkommen, bei der das Ich und das Mein allein auf weiter Flur existieren und die Gemeinschaft nur noch zum Begleichen der Rechnung benötigt wird. Und dies ist möglich, weil sich in den neuen Grossgemeinden die Allgemeinheit in die eigenen vier Wände verabschiedet, der Gemeindeversammlung fernbleibt und dadurch akzeptiert, dass über viele Köpfe hinweg entschieden wird.» Tatsächlich hat er wohl Recht, denn ohne das Miteinander, ohne das Wir- Gefühl läuft die Gesellschaft in eine Sackgasse. Doch wie kann die Gesellschaft zu einem gesunden Wir- Gefühl kommen? Seit Jahren wird diese Diskussion vor allem über die Werte geführt. Wer dieselben Werte hat, so denkt man, muss auch zusammengehören. In vieler Hinsicht stimmt das ja auch. Glarnerinnen und Glarner lieben ihre direkte Demokratie und verteidigen die Freiheit, über sich selbst zu entscheiden. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. In einer tieferen Dimension geht es darum, zu erkennen, was für alle zusammen besser ist. Das kann nicht das Wohlergehen des Einzelnen sein, nicht die Gewinnoptimierung für wenige und auch nicht die Selbstoptimierung. Wer immer das grösste Kuchenstück für sich selbst beansprucht, vergisst jene, die den Kuchen backen, jene, die das Mehl produzieren, jene, welche die Eier liefern. Er macht sie zu Lieferanten. Wer anderen das grösste Kuchenstück verspricht, um selbst vorwärts zu kommen, kann zwar ein erfolgreicher Politiker werden, aber er wird nie etwas zur Verbesserung der Situation für alle beitragen. Dazu braucht es staatsmännisches Denken von Frauen und Männern. Es reicht nicht, oben am Staat einen solchen Mann oder eine solche Frau zu haben. Staatsbewusstsein müssen alle in sich entwickeln, damit sie demokratische Entscheide zum Wohl der gesamten Bevölkerung fällen können. Dieses Bewusstsein gibt es nicht beim E-Voting und nicht im Grüppchen der Gleichgesinnten. Gemeinwohl will in Gemeinschaft an einer Gemeindeversammlung gemeinsam gefunden werden. Dabei hinterlässt es dafür ein Wir-Gefühl, das bleibt. ● FJ Hier soll der Pavillon Schnegg stehen. Von links: Gemeinderäte Kaspar Krieg (Liegenschaften), Sibylle Huber-Regli (Bildung) und Gemeindepräsident Thomas Kistler. Schulstandorte Glarnerland Von Räumen und Menschen (Foto: FJ) Wollte man es auf einen kurzen Nenner bringen, so müsste man sagen: «Im Glarner Süden gibt es zu viele Schulhäuser und zu wenig Schüler, im Norden ist es genau umgekehrt.» Doch die Lage ist komplexer. Der FRIDOLIN sprach mit den Verantwortlichen vor Ort. «Die Gemeinde Glarus Nord wächst jährlich im Schnitt zirka 1 Prozent, was rund eine zusätzliche Schulklasse pro Jahr bedeutet», so Gemeindepräsident Thomas Kistler. «Gemäss einer in Auftrag gegebenen Studie benötigen wir im Raum Näfels-Mollis innert fünfzehn Jahren zusätzlichen Schulraum für rund 20 Schulklassen. Die Vorgaben des heutigen Lehrplanes machen für Spezialfächer – wie Physik, textiles und technisches Gestalten – weitere Zusatzzimmer notwendig. Dazu haben auch die Tagesstrukturen in Näfels akuten Platzbedarf. Die leerstehenden Schulhäuser in Filzbach und Mühlehorn haben weder die passende Infrastruktur noch den benötigten Platzbedarf. Die Kinder der Unterstufe sollen, wenn möglich, im Dorf beschult werden. Auf einen – teilweise mehrfachen – aufwendigen Transport nach Filzbach oder Mühlehorn kann dadurch verzichtet werden.» Pavillon Deshalb beantragt die Gemeinde den Bau eines Pavillons. «Das Provisorium im Schnegg Näfels erfüllt», so Thomas Kistler, «die notwendigen kurzfristigen Bedürfnisse und bleibt während zehn bis fünfzehn Jahren in Betrieb: In Näfels befindet sich ein neues Schulhaus in Planung, sodass 2024/2025 die derzeit in Mollis zur Schule gehenden Näfelser Kinder wieder in Näfels beschult werden können. Zu einem späteren Zeitpunkt muss das bestehende Schulhaus Schnegg saniert werden. Der Pavillon spielt bei diesen Planungen eine zentrale Rolle. Aus diesem Grund zieht der Gemeinderat einen Holzpavillon denn auch Metallcontainern vor, zumal ein Holzpavillon hinsichtlich Raumklima, Materialisierung, Energieverbrauch und Erscheinungsbild grosse Vorteile bietet.» Anders sieht das Thomas Tschudi aus Näfels, der das Kreditbegehren bekämpft. «Die vom Gemeinderat vorgelegte Holzmodul-Konstruktion für ein kos - tensparendes Provisorium ist eine Umsetzungsvariante, welche unserer angespannten finanziellen Situation nicht Rechnung trägt.» Einen weiteren Kostentreiber ortet Tschudi in den stark angestiegenen Forderungen seitens der Eltern: «Dass es Niederurner Kindern gemäss deren Eltern nicht zumutbar sein kann, dass sie für eine Übergangszeit die Schule in Mühlehorn besuchen, zeigt ein weiteres Problem auf.» Paradoxe Situation Im Glarner Süden liegt die Situation anders. Obwohl man genügend Infrastruktur hat, liegen die Herausforderungen, so Hansueli Rhyner, Departementsvorsteher Schule und Familie, «sowohl bei der Bereitstellung der Infrastruktur wie auch bei den Anstellungsbedingungen der Lehrpersonen. Im Auftrag der Bevölkerung von Glarus Süd betreiben wir weiterhin 18 Schulhäuser an 13 Schulstandorten. Die Schulhäuser müssen nicht nur unterhalten, sondern auch gelegentlich aufgerüstet werden. Die aktuelle Aufrüstung im Bereich Informatik zur Erfüllung der Anforderungen des Glarner Lehrplans mit Glasfaseranschlüssen, Computern und Software an 18 Standorten ist eine finanzielle Herausforderung.» Planungsunsicherheit Gleichzeitig sind «aufgrund der teils tiefen Schülerzahlen die Klassenzusammenstellungen und damit die Pensen für die Lehrpersonen von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Damit die Schulplanung überhaupt möglich ist, haben viele Lehrpersonen Verträge mit Anstellungsbandbreiten von 20 Prozent. Das heisst, sie wissen jeweils erst kurz vor dem neuen Schuljahr, wie viel sie effektiv arbeiten können. Die Stellenbesetzung wird durch diese Planungsunsicherheiten, zusätzlich zu den peripheren Schulstandorten, vor allem in der Oberstufe zunehmend zu einer grossen Herausforderung.» Es ist also nicht einfach, in der Schule Räume und Menschen zusammenzubringen. Doch vielleicht zeigt die Diskussion, wie wichtig Bildung in unserem Land ist. Jeder dritte Franken fliesse, so Thomas Tschudi, gemäss Budget von Glarus Nord ins Schulwesen. «An diesem Umstand ist grundsätzlich nichts auszusetzen, solange effizient und nachhaltig investiert wird.» Genau darum geht es – auch in Zukunft. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 23. November 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 24. November 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag,23./24.November Dr.med. Felix Beano Glarnerstrasse 32, Siebnen Telefon 055 440 1010 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag,23./24.November Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr.

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