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48. Ausgabe 2019 (28. November 2019)

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48. Ausgabe 2019 (28. November

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 48 Donnerstag, 28. November 2019 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 6 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 23–27 Aus dem Linthgebiet 47 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Phantasievoll älter werden Als sie pensioniert waren, zogen meine Tante und mein Onkel zusammen und bildeten eine Alters- WG. Beide waren unverheiratet geblieben und ihnen war klar, dass sie – langsam, aber sicher – auf die Jahre der Gebrechlichkeit hinsteuern und dass sie deshalb die Gesellschaft des jeweils Anderen nötig haben würden. Das war vor mehr als zehn Jahren, doch noch heute wohnen sie, hochbetagt, im Haus ihres Vaters, das zwar nicht optimal an die Bedürfnisse des Alters angepasst ist, wo sie aber gut und günstig leben und ihre Geschwister mit Nichten und Neffen empfangen. Ob bei der Patientenverfügung oder beim Weg in die Kirche oder zum Einkaufen – beide leben weiter ihre Individualität und unterstützen sich trotzdem gegenseitig. Sie gehören einer Generation an, die in der Jugend den Zweiten Weltkrieg miterlebte und die deshalb noch heute aufs Geld achtet und spart. Aber in Sachen Zusammenleben im Alter beweisen sie jene Phantasie, auf die es in Zukunft ankommen wird. Es ist heute eine Tatsache, dass Familien auseinanderdriften wie arktische Eisschollen. Diesen Prozess hält auch ein gut geknüpftes soziales Netz nicht auf. Doch es soll nicht darum gehen, den Individualismus zu geisseln oder mehr Solidarität mit den Kranken und Alten zu fordern. Die bestehenden Strukturen – von Spitex über KISS und freiwillige Helfer bis zu den Alters- und Pflegeheimen – können sich den Bedürfnissen der Menschen anpassen. Das haben diese Strukturen und ihre professionellen Mitarbeitenden im grossen Wandel der vergangenen zwei Jahrzehnte bereits bewiesen. Was sich – mit Blick auf die Zukunft – wandeln könnte, das ist die Einstellung zum Älterwerden. Denn diese Einstellung hat nicht nur mit den oft beschworenen eigenen vier Wänden zu tun, in denen man alt werden möchte. Auch nicht ausschliesslich mit der eingeforderten Würde. Sie hat mit jenen zu tun, die wir seit unseren Jugendtagen kennen, mit jenen, die mit uns heute zusammenleben, und vor allem mit jenen, die dereinst für uns da sein werden. Gutes Altwerden hat mit den sich folgenden Generationen zu tun, die miteinander einen Vertrag aushandeln, es hat mit der Hilfe zu tun, um die wir bitten und die wir bereit sind, anderen zu geben. Altwerden ist dann gut, wenn es dabei gelingt, die Grenze zwischen Ich und Du mit liebendem Herz zu überwinden. Dazu braucht es weniger Scham, mehr Kreativität und vor allem viel Phantasie. ● FJ Tag für Tag unterwegs für die «Operation Gesundheit»: Die Mitarbeitenden der Spitex Glarus Nord. Glarnerland macht sich fit Operation Gesundheit (Foto: FJ) Möglichst lange gesund in den eigenen vier Wänden leben – das ist das Ziel, aber auch die Herausforderung. Der FRIDOLIN sprach mit der Spitex Glarus Nord und dem Gesundheitsdepartement. Man müsste ihnen eigentlich einen Orden verleihen – all den Angehörigen und Freiwilligen, die Tag für Tag dafür sorgen, dass leicht pflegebedürftige Menschen zu Hause leben können. Teures System Denn, so Regierungsrat Rolf Widmer, Vorsteher Departement Finanzen und Gesundheit: «Ein intaktes, soziales Umfeld ist essenziell wichtig, sowohl für die Gesundheit der Patientinnen und Patienten selber als auch für tiefe Gesundheits- und Pflegekosten. Wenn dieses Umfeld nicht vorhanden ist, das heisst, wenn die Angehörigen zu wenig Zeit haben, mit Pflege und Betreuung überfordert sind oder einer Erwerbstätigkeit nachgehen müssen, kümmern sich die Institutionen im Kanton wie Kantonsspital oder Alters- und Pflegeeinrichtungen hervorragend um unsere Bevölkerung. Für Patienten mit tiefem Pflegebedarf ist das aber sehr teuer. Hier steht der Kanton Glarus schlechter da als der Schweizer Durchschnitt. Fast nirgends befinden sich so viele Personen im Alters- und Pflegeheim, die keiner oder nur wenig Pflege bedürfen. Entsprechend teuer ist unser System.» Angehörige stärken Was bedeutet «tiefer Pflegebedarf» konkret? Ruth Aeschbach, Leitung Pflege Spitex Glarus Nord, schildert den Fall eines Ehepaares. Der Mann braucht täglich viermal Augentropfen, die Frau braucht ihren Mann für viele tägliche Verrichtungen, weil ihre geistigen Fähigkeiten nachlassen. So kommt die Spitex jeweils morgens und abends, um die Tropfen zu geben; mittags und vor dem Schlafengehen macht das die Frau. «Es sind Situationen, wie wir sie immer wieder erleben. Gegenseitige Unterstützung – das funktioniert.» Anders ist es bei stark Pflegebedürftigen. Da ist die Herausforderung nicht die Pflege, sondern die Betreuung zu Hause. «Wir brauchen dafür eine Stärkung des ambulanten Bereiches», so Rolf Widmer. «Die Spitex muss gestärkt und ausgebaut werden, wobei dies alleine nicht ausreicht. Er braucht weitere Massnahmen: So möchten wir intermediäre Strukturen schaffen, das heisst, man kann Mutter oder Vater respektive Lebenspartnerin oder Lebenspartner während des Tages dorthin bringen, wo sie betreut und gepflegt werden, am Abend kehren sie nach Hause zurück.» Freiwillige gesucht Die alternde Gesellschaft stellt Kanton und Gemeinden vor Herausforderungen. «Wir brauchen in Zukunft vermehrt Freiwillige und Angehörige, welche den Staat entlasten, selbst wenn man ihnen eine kleine Entschädigung zahlt. Deshalb wollen wir die Freiwilligenarbeit fördern. Zudem möchten wir die Selbstverantwortung der Bürgerinnen und Bürger stärken. Beispielsweise soll die Fachstelle Koordination Gesundheit des Kantons als Anlaufstelle Angehörige oder Patienten unterstützen. Es sollen auch ganz kleine Beiträge gesprochen werden können, wie beispielsweise für ein Pflegebett, falls damit ein Altwerden in den eigenen vier Wänden ermöglicht werden kann.» Kosten dämpfen Das geplante neue Betreuungs- und Pflegegesetz will mit solchen Anreizen für Kostendämpfung sorgen. «Hinsichtlich der Frage nach den Kosten kann man festhalten, dass Kanton und Gemeinden heute für die Langzeitpflege rund 13 Millionen Franken pro Jahr ausgeben. Diese Kosten steigen bis ins Jahr 2030 auf rund 19 Millionen Franken an, wenn wir nichts unternehmen», so Rolf Widmer. «Das neue Betreuungs- und Pflegegesetz führt zwar ebenfalls zu einem Kostenanstieg, aber auf tieferem Niveau. Hier rechnen wir mit Kosten im Jahr 2030 von maximal 18 Millionen Franken. Wir können den Kostenanstieg wegen der demographischen Alterung der Bevölkerung leider nicht verhindern, aber immerhin etwas bremsen. Wir schätzen die Minderausgaben pro Jahr auf mindestens eine Million Franken und haben somit eine Win-win-Situation, denn gleichzeitig können wir dem Bedürfnis der Bevölkerung nach einem selbstbestimmten Älterwerden zu Hause besser entsprechen, als das heute der Fall ist.» Es geht also auch darum, ein System zu schaffen, wo alle nach ihren individuellen Bedürfnissen alt werden dürfen. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 30. November 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 1. Dezember 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag, 30. Nov./Sonntag, 1. Dez. Dr. med. Sylvia Link Bahnhofstrasse 5, Wädenswil Telefon 044 780 84 44 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag, 30. Nov./Sonntag, 1. Dez. Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Buchholz Buchholzstrasse 48, Glarus Telefon 055 640 26 40 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr.

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