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51. Ausgabe 2019 (19. Dezember 2019)

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51. Ausgabe 2019 (19. Dezember

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 51 Donnerstag, 19. Dezember 2019 Landrat 8 Regierungsrat 12 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 15 – 19 Aus dem Linthgebiet 35 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Erleuchtet «Mit einem Male war das ganze Städtchen prächtig erleuchtet» – mit diesem Titel versah Susanne Peter-Kubli ihre Schrift zum 150-Jahr-Jubiläum der Gasversorgung in Glarus. Und vor 1865? Da gab es wohl im Städtchen am Fusse des Glärnisch auch brandgefährliche Öllampen, aufmerksame Nachtwächter und Bibelkundige, die mit Luther vom Licht sprachen, das man nicht unter den Scheffel stellt, sondern auf den Leuchter, damit es allen leuchte, die im Hause sind. Damals, vor 1865, hatten die Menschen das Gefühl, ihre Wohnung sei hell erleuchtet, wenn sie einen Kerzenleuchter auf den Tisch stellten. Und heute – wo man dank LED-Technik jeden Raum optimal ausleuchten kann – ist das Gefühl im Prinzip dasselbe: Ist doch genügend Licht da. Ja mehr noch, es beschleicht einen die Ahnung, dass es mit noch mehr Licht wohl nicht mehr besser würde, und schnell wird das Licht etwas gedimmt. Lieber nimmt man noch ein paar Lichterketten mit roten Lämpchen hervor, schmückt damit die Wohnung und löscht das Deckenlicht. Denn, was wirklich unangenehm an der Lichtausbeute der Leuchtdioden ist: In ihrem meist kühlen Licht sieht man alle Macken und Fehler, jedes Stäubchen und selbstverständlich auch die Abdrücke von schmutzigen Fingern auf der weiss lackierten Oberfläche und auf der eben geputzten Scheibe. Gnadenlos dringt das Licht in all die halb aufgeräumten Winkel der eigenen vier Wände, ja es macht nicht einmal Halt vor dem eigenen Oberstübchen. Anstatt dass die Helligkeit zur Erleuchtung führen würde, löst sie mit ihrer schonungslosen Ehrlichkeit einen Putzwahn aus. Viel Licht führt also nicht zur Erleuchtung und damit zum Eindruck, das Alltagsbewusstsein zu überschreiten und plötzlich eine gesamtheitliche Einsicht in die Wirklichkeit zu haben. Im Gegenteil: Im ganzen Licht einer heutigen LED- Birne wird das Ich immer wieder in die Erkenntnis gestossen, wie viel da noch aufzuräumen ist. Das dürfte auch der Grund sein, warum man – obwohl man schöne Deckenleuchten hätte – in vielen Ashrams und Kirchen lieber ein paar Kerzen oder müde Funzeln aufstellt. Während diese den Augen etwas Wärme vorflackern und im Raum die Schatten zum Leben erwecken, kann sich der Geist auf eine Reise begeben, und über die Unzulänglichkeiten der direkten Alltagsumgebung wird der gnädige Mantel des Vergessens gebreitet. Denn vor Schatten kann man sich fürchten, aber Licht muss man aushalten. ● FJ Im Restaurant müli im glarnersteg, Schwanden, schaffen Schätti-Leuchten die wohnliche Beleuchtung. Das Glarnerland wird erleuchtet Spotlights in der Ruhehöhle (Foto: FJ) «Es ist besser, einen Tropfen Licht zu geben oder zu empfangen, als einen Ozean von Dunkelheit.» Mit diesen Worten des französischen Moralisten Joubert ist eigentlich schon alles gesagt: Licht ist gut und das Gegenteil davon ist schlecht. Jeder möchte auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Finstere Gesichter liebt niemand. Alle möchten – kein Armleuchter, aber – eine Leuchte sein. «Kein grosses Kirchenlicht» will niemand genannt werden. Sonnenklar, dass es auch nicht genügt, ein Licht zu sein, das man unter den Scheffel stellt. Jeder Mensch möchte als «heller Kopf» gelten. Am liebsten gefeiert als «Star», der im Strahl der Scheinwerfer glitzert und funkelt. Wer keinen Wert auf äusseren Glanz gibt, möchte anderen zumindest ein Leuchtturm sein und ihnen den Weg aus der Finsternis weisen. «Die Nacht ist des Bösen Macht» Was gibt es Schlimmeres als «die Finsternis»! Wer sich als «Nacht - vogel» bezeichnet, diskreditiert sich selber. «Das Licht, das ist das Gute; die Finsternis, die Nacht, das ist das Reich der Sünde und ist des Bösen Macht.» So sagte es ein anderer Moralist, der deutsche Dichter Adelbert von Chamisso. Der Satz wurde zwar vor über 150 Jahren geschrieben, doch hat er noch heute Gültigkeit. Weshalb haben Kinder und Jugendliche abends keinen Ausgang? Weil die Temperaturen nachts tiefer sind, sodass sie sich erkälten könnten? Ja woher! Die Nacht hat auch heute noch etwas Anrüchiges an sich. Spät am Abend sind anständige Menschen im Bett oder sie sitzen zu Hause am Computer. Wer sich nach Mitternacht draussen aufhält, ist – sofern nicht Nachtwächter oder Schichtarbeiter – wahrscheinlich arbeitsscheu oder kriminell. Bestenfalls Künstler oder verliebt – was beides von der Sünde auch nicht allzu weit entfernt ist. Mit den Hühnern ins Bett Es gibt Erklärungen für die Verherr - lichung des Lichts. Da ist einmal die so menschliche «Schwarz-weiss»- Sichtweise und das damit verbundene «holzschnittartige» Denken. Beides ist gerade in der heutigen Zeit sehr beliebt. Da wird durchgehend unterschieden zwischen Gut und Böse, Licht und Schatten, rechts und links, hell und dunkel, Freund und Feind, «wir» und «die andern». Die zweite Erklärung ist noch einleuchtender: Während Jahrtausenden wurde der Tagesablauf des Menschen durch den Stand der Sonne bestimmt. «Mit den Hühnern ins Bett und mit ihnen aufstehen» war für unsere frühen Vorfahren nicht bloss ein gutgemeinter Rat. Sie hatten gar keine andere Möglichkeit. Nach Sonnenuntergang konnte keine Arbeit getan und keinem Freizeitvergnügen nachgegangen werden. Weil schlicht die Beleuchtung fehlte. Wenn sich in grauer Vorzeit dennoch jemand des Nachts herumtrieb, musste er tatsächlich böse Absichten haben oder von allen guten Geistern verlassen sein. Irgendwann – über die Details sind wir nicht informiert – lernte der Mensch, selber Feuer zu machen. Wahrscheinlich hat alles damit angefangen, dass ein Höhlenbewohner mit einem rotierenden Stäbchen dürres Laub in Brand setzte. Das mag heute zwar als primitive Methode erscheinen, doch stand sie am Anfang einer höchst revolutionären technologischen und kulturellen Entwicklung. Denn vom Tag der Erschaffung des Feuers an konnte der Mensch gewissermassen die Nacht zum Tag machen. Und er konnte in seiner Höhle mehr tun, als sich bloss tappend zum Schlafen niederlegen. Vom Kienspan zur Neonröhre Zugegeben: Am Anfang waren die Möglichkeiten etwas beschränkt. Mithilfe des Kienspans konnten Höhlenbewohners ihre Behausung punktförmig beleuchten. Dadurch waren sie imstande, einfachere Tätigkeiten zu verrichten, oder sie konnten sich beim Schein der Fackeln Geschichten über Mammutangriffe und Bärenjagden erzählen. Im Allgemeinen mussten sich die Menschen aber weiterhin an den Lauf der Sonne halten. Geändert hat sich dies eigentlich erst mit der Nutzbarmachung der Elektrizität und insbesondere mit der Erfindung der Glühlampe durch Thomas Alva Edison im Jahr 1879. Dank des «künstlichen Lichts» muss - te sich der Mensch nicht mehr dem Diktat der Sonne beugen. Fortsetzung auf Seite 6. Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 21. Dezember 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 22. Dezember 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag,21./22. Dezember Dr. med. Julia Kolodjaschna Roseneggweg 10, Ziegelbrücke Telefon 055 617 40 30 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag,21./22. Dezember Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Buchholz Buchholzstrasse 48, Glarus Telefon 055 640 26 40 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr.

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