Aufrufe
vor 2 Wochen

9. Ausgabe 2019 (28. Februar 2019)

  • Text
  • Glarus
  • Telefon
  • Februar
  • Schwanden
  • Glarner
  • Nord
  • Mollis
  • Gemeinde
  • Linthal
  • Glarnerland

9. Ausgabe 2019 (28. Februar

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 9 Donnerstag, 28. Februar 2019 Regierungsrat 6 Landrat 8 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 17– 20 Aus dem Linthgebiet 33 Auflage 32 040 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Medizinische Ursachen Sie häufen sich, die Verkehrsunfälle, deren Ursache auf ein medizinisches Problem zurückzuführen sind. Die Unfälle enden meist tödlich, was nachdenklich macht. Es stellt sich die Frage, weshalb die Lenker sich unter diesen Umständen ans Steuer gesetzt haben. Ein Leben wurde letztes Jahr auf der Autobahn A3 ausgelöscht: Der Fahrer fuhr in die Leitplanke, er hatte sich kurz davor einer Herzoperation unter - ziehen müssen. Ein anderer rast ungebremst in eine Betonmauer und stirbt: Ursache – ein medizinisches Problem. Bei beiden Tragödien wurden keine weiteren Personen in Mitleidenschaft gezogen. Es hätte auch anders kommen können. Ob sich die Verunfallten ihrer Fahruntauglichkeit bewusst waren, wurde nicht öffentlich. Die Gerichtsmedizin und die Versicherungen werden dies abklären. Der Verlust für die Angehörigen bleibt dennoch gross. Ein gesundes Dasein ist das höchste Gut. Sowohl das eigene Leben als auch dasjenige von anderen Verkehrsteilnehmern, Fussgängern, Velo fahrern, Automobilisten, Kindern, Erwachsenen, besonders auch von betagten Menschen, haben oberste Priorität. Ob sich Menschen, die regelmässig starke Medikamente einnehmen, bewusst sind, dass sie sich und andere gefährden? Jung - lenker, Senioren, Brillen- und Hörgeräteträger werden in die Pflicht genommen und laufend auf ihre Fahrtüchtigkeit kontrolliert. Fahrer von Personenbussen und Lastwagen müssen jährlich oder häufiger zur Fahrtauglichkeitskontrolle. Und Medikamentenbezüger? Lesen Sie die Packungsbeilagen der Drogen und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ob Sie Auto fahren dürfen oder doch besser die ÖV nutzen? Es wäre zu einfach, die Verantwortung für die Fahrtüchtigkeit ihrer Pati - enten den behandelnden Ärzten aufzubürden. Sind sie doch auf die wahrheitsgetreuen Aussagen ihrer Klienten angewiesen und mit der Aufgabe betraut, deren Genesung zu unterstützen. Immerhin kann auf die gesundheitlichen Risiken hingewiesen werden. Ob der Kranke oder Krankgeschriebene seiner Verantwortung nachkommt, bleibt ihm überlassen. Kommt es zu einem Unfall, greift das Strafgesetzbuch und die Ver sicherung fordert die Rückzahlung der Kosten. Vernunft und Einsicht gibt es ohne Rezept!● zim Heute Genuss-Tipp Seite 6 Wer krank ist und Medikamente einnimmt, sollte besser mit dem ÖV fahren. Sicherheit auf Glarner Strassen Krank und doch fahrfähig? Tragische Verkehrsunfälle rütteln auf. Schnell ist die Frage da: Wie konnte so etwas geschehen? Doch wenn sich herausstellt, dass die Unfallverursacher gar nicht fähig waren zu fahren, ist es zu spät. Wer verantwortlich ist und wie getestet wird. Die Zahlen zu den Unfallursachen sprechen eine deutliche Sprache: Allein im Kanton Glarus ereignen sich jährlich etwa 50 Unfälle wegen verminderter Fahrfähigkeit. Davon sind – so Oberleutnant Anton Landolt, Chef Spezialdienste Kantonspolizei Glarus – 10 bis 15 Fälle auf Über - müdung, 20 bis 30 Fälle auf Alkohol, 3 bis 5 Fälle auf Drogen und 3 bis 5 Fälle auf medizinisch-psychische Gründe zurückzuführen. Dabei ist die rechtliche Lage klar. «Wer wegen Übermüdung, Einwirkung von Alkohol, Arznei- oder Betäubungsmitteln oder aus einem anderen Grund nicht fahrfähig ist, darf kein Fahrzeug führen», so Anton Landolt. «In diesem Sinn haben Fahrzeuglenker und -lenkerinnen vor jeder Fahrt eine eigenverantwortliche Einschätzung bei sich vorzunehmen.» Doch wie geht die Polizei vor? Beobachten und untersuchen «Medizinische Probleme können über die Methode ‹Verify› festgestellt und durch ärztliche Abklärung weiter untersucht werden», sagt Anton Landolt. «In der Regel erfolgt aus Gründen der Verkehrssicherheit eine Abnahme des Führerausweises vor Ort. Die Polizei meldet die betroffene Person im Zusammenhang mit der Fahrberech - tigung dem Amt für Administrativmassnahmen, welches die Überprüfung der Fahrtauglichkeit vornimmt.» Bei «Verify» beobachten die Funktionäre der Polizei im Wesentlichen «besondere Auffälligkeiten, die auf eine Fahrunfähigkeit schliessen lassen. Bei positivem Resultat erfolgen im Zusammenhang mit der strafrechtlichen Verfolgung weitergehende, durch die Staatsanwaltschaft angeordnete Untersuchungen. Jeder kontrollierende Polizeifunktionär wurde im Rahmen von Ostpol in der Methode ‹Verify› speziell ausgebildet.» Bin ich fahrfähig? Zwar werden Medikamente von Ärzten und Apotheken abgegeben, doch die Verantwortung für die Fahrfähigkeit liegt zu 100 Prozent bei den Lenkerinnen und Lenkern. Dr. med. Renato Kamm, Schwanden, weist darauf hin: «Medikamente, welche die Fahreignung beeinflussen, müssen zusammen mit dem Arzt angeschaut werden. Meist dürfen sie nicht eingenommen werden, wenn der Patient fahren will. Es handelt sich meistens um Schlafmedikamente, die ohnehin am Abend eingenommen werden.» Allerdings liegt – aus seiner Sicht – die Problematik auch in der fehlenden Einsicht des Patienten. «Fahrfähigkeit ist häufig nicht allein aufgrund medizinischer Diagnosen beurteilbar, Letzteres setzt sich zusammen aus kognitiven Fähigkeiten und körperlicher Leistungsfähigkeit; zusammen sind diese Fähigkeiten nur durch eine Probefahrt sicher zu klären. Medikamente sind meistens weniger bedeutsam, da die allermeis - ten Medikamente die Fahrtauglichkeit (Foto: FJ) nicht einschränken. Wenn Medikamente abgegeben werden, welche die Fahrtauglichkeit beeinflussen, wird dies dem Patienten mitgeteilt.» Warnung ernst nehmen «Häufigste Problematik», aus Sicht von Dr. med. Renato Kamm, «ist die falsche Einschätzung der Wirkung ganz neuer Medikamente, welche die Fahreignung dann negativ beeinflussen können. Problematisch können auch Interaktionen sein, wenn von verschiedenen Ärzten verschiedene Medikamente verordnet werden, vom anderen Medikament der zweitverordnende Arzt aber nicht im Bilde ist.» Zwar sind, so Dr.med. Renato Kamm, «die aktuellen Abklärungen mit medizinischer Untersuchung und im Zweifelsfall der Durchführung einer Probefahrt sinnvoll und zweck - mässig». Trotzdem raten sowohl die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) wie auch der TCS, sich aktiv und genau über die Wirkung von Medikamenten zu informieren, sich genau an die Anweisungen zu halten und nach der Einnahme zu beobachten, wie man reagiert. Denn wenn – bei einer Kontrolle oder nach einem Unfall – die Polizei einschreitet, beginnen die Mühlen der Justiz zu mahlen: Rechtlich gilt Fahren bei medikamentenbedingter Fahrunfähigkeit als schwere Widerhandlung – das führt unter anderem zum Ausweisentzug für mindestens drei Monate. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 2. März 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 3. März 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 2./3. März Dr.med. Dagmar Pillunat Jägerweg 22, Rapperswil-Jona Telefon 055 210 2171 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 2./3. März Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr.

© Fridolin Druck und Medien, Walter Feldmann AG Hauptstr. 2 CH-8762 Schwanden GL | Tel. 055 647 47 47 -Fax 055 647 47 00 -E-Mail fridolin@fridolin.ch

Öffnungszeiten Verlag und Druckerei: Montag bis Freitag 07.30 – 12.00 / 13.30 bis 17.30 Uhr

Impressum | Website by webtower.ch